Urteil des VG Gelsenkirchen vom 28.07.2003, 8 L 1538/03

Aktenzeichen: 8 L 1538/03

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Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, 8 L 1538/03

Datum: 28.07.2003

Gericht: Verwaltungsgericht Gelsenkirchen

Spruchkörper: 8. Kammer

Entscheidungsart: Beschluss

Aktenzeichen: 8 L 1538/03

Tenor: 1. Der Antrag wird auf Kosten der Antragstellerin abgelehnt.

2. Der Streitwert wird auf 1.000,00 ( festgesetzt.

G r ü n d e : 1

Der Antrag, 2

3den Antragsgegner zu verpflichten, die Entlassung der Antragstellerin aus der Abschiebehaft anzuordnen und ihr eine Duldung gemäß § 55 Abs. 2 AuslG zu erteilen,

4hat keinen Erfolg. Soweit die Antragstellerin sinngemäß die Verpflichtung des Antragsgegners begehrt, ihre Entlassung aus der Abschiebehaft zu beantragen, ist ein rechtlich schutzwürdiges Interesse für das vorliegende Verfahren nicht gegeben, weil sie ihr Rechtsschutzziel auch auf einem einfacheren Wege, nämlich dem der sofortigen weiteren Beschwerde gegen den Beschluss des Landgerichts Essen vom 26. Juni 2003 hätte geltend machen können und müssen.

5Im Übrigen ist der zulässige Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gem. § 123 der Verwaltungsgerichtsordnung -VwGO- unbegründet. Die Antragstellerin hat keinen Anordnungsanspruch gem. § 123 Abs. 1 VwGO glaubhaft gemacht 123 Abs. 3 VwGO, §§ 920 Abs. 2, 294 ZPO).

6Der Antragsgegner darf die vollziehbar zur Ausreise verpflichtete Antragstellerin entsprechend der Abschiebungsandrohung vom 15. Juli 2003 nötigenfalls zwangsweise nach Nigeria zurückführen. Die Antragstellerin hat keinen Anspruch auf Duldung ihres weiteren Aufenthaltes gem. § 55 Abs. 2 AuslG i.V.m. Art. 6 Abs. 1 GG glaubhaft gemacht.

7Die Antragstellerin hat nicht glaubhaft gemacht, dass sie nach der behaupteten illegalen Einreise im B. 2002 gemeinsam mit ihrem Ehemann unter der im Rubrum angegebenen Adresse eine eheliche Lebensgemeinschaft geführt hat. Zweifel ergeben sich insoweit insbesondere aus den ungeklärten Umständen der Eheschließung am 29. P. 2001 in G. , zumal der Ehemann der Antragstellerin vier Tage zuvor u.a. (wahrheitswidrig) behauptet hatte, der Antragsgegner habe eine phillipinische Staatsangehörige - seine

„große Liebe" - abgeschoben und diese sei nunmehr tot. Hinzu tritt, dass die Antragstellerin in ihrem Asylverfahren falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht hat und untergetaucht ist, ihre Identität auch im vorliegenden Verfahren bislang nicht überprüft werden konnte sowie unklar geblieben ist, wo sie sich bis zur ihrer Asylantragstellung in G. aufgehalten hat. In Anbetracht dieser außergewöhnlichen Umstände spricht vieles dafür, dass die Antragstellerin und ihr Ehemann die Ehe allein zu dem Zweck eingegangen sind, um der Antragstellerin ein ihr sonst verwehrtes Bleiberecht in der Bundesrepublik zu verschaffen. Vor diesem Hintergrund hätte die Antragstellerin für eine andere Bewertung nachvollziehbare Anhaltspunkte für das Bestehen einer ehelichen Lebensgemeinschaft darlegen und glaubhaft machen müssen.

8Soweit die Antragstellerin darauf verweist, sie habe mit Schreiben vom 10. Septem-ber 2002 einen Asylfolgeantrag gestellt, ist das Bundesamt zutreffend davon aus-gegangen, dass es an einer wirksamen Antragstellung fehlt. Hierfür ist gemäß § 71 Abs. 2 AsylVfG grundsätzlich eine persönliche Antragstellung erforderlich. Dass insoweit einer der dort aufgeführten Ausnahmefälle vorgelegen hat, ist nicht er-sichtlich.

9Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 1 VwGO; die Streitwertfestsetzung auf §§ 20 Abs. 3, 13 Abs. 1 GKG.

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