Urteil des VG Gelsenkirchen vom 24.07.2007, 7 L 655/07

Entschieden
24.07.2007
Schlagworte
Aufschiebende wirkung, Entziehung, Cannabis, Vollziehung, Behörde, Leib, Widerspruchsverfahren, Ermessen, Gesundheit, Gerichtsakte
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Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, 7 L 655/07

Datum: 24.07.2007

Gericht: Verwaltungsgericht Gelsenkirchen

Spruchkörper: 7. Kammer

Entscheidungsart: Beschluss

Aktenzeichen: 7 L 655/07

Schlagworte: Fahrerlaubnis, Entziehung, Drogen, regelmäßig, Cannabis

Tenor: Der Antrag wird auf Kosten des Antragstellers abgelehnt.

Der Streitwert wird auf 2.500 EUR festgesetzt.

G r ü n d e : 1

Der Antrag, 2

die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs des Antragstellers gegen die Ordnungsverfügung des Antragsgegners vom 21. Mai 2007 wiederherzustellen bzw. anzuordnen,

4ist gemäß § 80 Abs. 5 der Verwaltungsgerichtsordnung - VwGO - zulässig, aber unbegründet. Die im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzverfahrens vorzunehmende Interessenabwägung fällt zu Lasten des Antragstellers aus, weil die Ordnungsverfügung bei summarischer Prüfung mit großer Wahrscheinlichkeit rechtmäßig ist. Zur Begründung verweist die Kammer zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Ausführungen in der angegriffenen Verfügung des Antragsgegners, denen sie im Grundsatz folgt (vgl. § 117 Abs. 5 VwGO).

5Entscheidend ist vorliegend, dass der Antragsteller schon nach eigenen Angaben in seiner Beschuldigtenvernehmung vom 16. März 2007 (Seiten 17 ff der Gerichtsakte) seit vielen Jahren - möglicherweise in unterschiedlichen Mengen - regelmäßig Cannabis konsumiert und deshalb ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist (Ziffer 9.2.1 der Anlage 4 zur Fahrerlaubnisverordnung - FeV -). Eine Abklärung durch ein Screening bedurfte es deshalb nicht, vgl. § 11 Abs. 7 FeV.

6

Da in dem anstehenden Strafverfahren eine Entziehung der Fahrerlaubnis nicht in Betracht kam und auch in dem rechtskräftigen Urteil des Amtsgerichts V. vom 3. Juli 2007 (95 Ls 186 Js 768/06 - 22/07) nicht ausgesprochen wurde, ist auch § 3 Abs. 3 des 3

Straßenverkehrsgesetzes nicht einschlägig.

7Angesichts der feststehenden Ungeeignetheit des Antragstellers - bei diesem Sachverhalt steht die Entziehung nicht im Ermessen der Behörde - bestehen auch keine Bedenken an der Anordnung der sofortigen Vollziehung der Entziehungsverfügung. Die damit verbundenen Schwierigkeiten hat der Antragsteller hinzunehmen, weil gegenüber seinen Interessen das Interesse am Schutz von Leib, Leben und Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer eindeutig überwiegt. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Voraussetzungen für die Entziehung der Fahrerlaubnis zwischenzeitlich nicht mehr vorliegen. Es bleibt dem Antragsteller unbenommen, den hierfür erforderlichen Nachweis ggf. noch im Widerspruchsverfahren oder in einem späteren Wiedererteilungsverfahren durch eine medizinisch-psychologische Untersuchung zu führen, die zwingend vorgeschrieben ist (vgl. § 14 Abs. 2 FeV).

Angesichts dessen ist auch die Zwangsmittelandrohung nicht zu beanstanden. 8

9Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 1 VwGO; die Streitwertfestsetzung beruht auf § 53 Abs. 3 Nr. 2 i. V. m. § 52 Abs. 1 des Gerichtskostengesetzes und entspricht der Praxis bei Eilverfahren bezüglich der Fahrerlaubnis der (alten) Klasse 3.

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