Urteil des SozG Berlin, Az. S 165 SF 2027/09

SozG Berlin: quelle, sammlung, link, thüringen, hessen, auflage
1
2
3
4
5
6
Gericht:
SG Berlin 165.
Kammer
Entscheidungsdatum:
Aktenzeichen:
S 165 SF 2027/09 E
Dokumenttyp:
Beschluss
Quelle:
Normen:
§ 14 RVG, Nr 3106 RVG-VV
Bemessungskriterien für die Höhe der Terminsgebühr
Leitsatz
Neben weiteren Ermessenskriterien des § 14 RVG stellt die Dauer eines Termins grundsätzlich
ein Bemessungskriterium zur Bestimmung der Höhe der Terminsgebühr nach Nr 3106 RVG-
VV dar; hierfür ist die durchschnittliche Verhandlungsdauer mit 30 (bis 45) Minuten
einzuschätzen (Sozialgericht Berlin, Beschluss vom 25.01.2010 -S 165 SF 1315/09 E-).
Tenor
Die Erinnerung gegen den Vergütungsfestsetzungsbeschluss der Urkundsbeamtin des
Sozialgerichts Berlin vom 21. April 2009 wird zurückgewiesen.
Gründe
Von einer weiteren Darstellung der Gründe wird abgesehen. Das Gericht verweist zur
Begründung in entsprechender Anwendung von § 153 Abs. 2 Sozialgerichtsgesetz (SGG)
nach eigener Prüfung auf die nach Ansicht der Kammer zutreffenden Gründe der
angefochtenen Entscheidung (vgl. Meyer-Ladewig, Sozialgerichtsgesetz, 8. Auflage
2005, § 142 Randziffern 5, 5 a, 5 b, 5d m. w. N.).
Ergänzend weist die Kammer auf folgendes hin:
Entgegen der Ansicht des Erinnerungsführers stellt die Dauer eines Termins
grundsätzlich – jedenfalls bei einem (wie hier am 31. März 2009) tatsächlich
durchgeführten Termin - neben den weiteren Ermessenskriterien des § 14 RVG ein
Bemessungskriterium zur Bestimmung der Höhe der Terminsgebühr nach Nr. 3106 VV
RVG dar, SG Augsburg vom 22. Dezember 2008 – S 3 SF 68/08 KO – und vom 9. Februar
2009 – S 3 SF 122/08 KO; LSG Hessen vom 25. Mai 2009 – L 2 SF 50/09 E; LSG
Nordrhein-Westfalen vom 31. Mai 2007 – L 10 B 6/07 SB - und vom 15. Januar 2007 – L
19 B 14/06 AL; LSG Sachsen vom 21. März 2007 – L 6 B 17/07 AS-KO – und - L6 B 38/07
AS-KO; LSG Schleswig-Holstein vom 12. September 2006 – S 2 SF 12/05 SK; LSG
Thüringen vom 6. März 2008 – L 6 B 198/07 SF; SG Berlin vom 28. Mai 2008 – S 49 SO
5824/05 (teilweise in www.sozialgerichtsbarkeit.de ). Die Einschätzung einer
durchschnittlichen Verhandlungsdauer von 30 (bis 45) Minuten im angefochtenen
Vergütungsfestsetzungsbeschluss wird von der Kammer geteilt, vgl. zuletzt den
Beschluss der 165. Kammer des SG Berlin vom 25. Januar 2010 - S 165 SF 1315/09 E –
(in www.sozialgerichtsbarkeit.de ).
Der von dem Erinnerungsführer zitierte Beschluss des SG Aachen vom 9. August 2005 –
S 9 AL 18/05 – ist für den vorliegenden Fall dagegen nicht einschlägig, denn dort war die
Höhe einer „ fiktiven “ Terminsgebühr zu bestimmen, nachdem ein Termin – im
Gegensatz zum vorliegenden Fall - nicht stattgefunden hatte. ( Nur ) In jenen Fällen kann
die Dauer eines (hypothetischen) Termins denknotwendigerweise kein Kriterium sein
(ständige Rechtsprechung der Kostenkammern des SG Berlin, vgl. z.B. - S 164 SF 12/09
E – vom 21. Januar 2009, - S 165 SF 11/09 E – vom 2. Februar 2009 (in juris ,
www.sozialgerichtsbarkeit.de , dort auch schon zum maßgeblichen Kriterium der
Verhandlungsdauer bei tatsächlich durchgeführtem Termin):
Das Verfahren ist gebührenfrei, Kosten werden nicht erstattet, § 56 Abs. 2 Satz 2 und 3
RVG.
Die Beschwerde gegen diese Entscheidung ist nicht statthaft, Landessozialgericht Berlin-
Brandenburg, Beschluss vom 20.06.2008, L 1 B 60/08 SF AL.
Datenschutzerklärung Kontakt Impressum