Urteil des OLG Stuttgart vom 06.02.2006, 8 W 589/05

Entschieden
06.02.2006
Schlagworte
Wohnsitz im ausland, Zpo, Aug, Beschwerde, Gvg, Gerichtsbarkeit, Württemberg, Verfügung, Baden, Sache
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OLG Stuttgart Beschluß vom 6.2.2006, 8 W 589/05

Wohnungseigentumsverfahren: Zuständiges Beschwerdegericht bei Auslandsbezug

Gründe

1(aus Wohnungswirtschaft und Mietrecht WuM)

21. Die Verfahrensbevollmächtigten der Antragsgegner haben aus eigenem Recht Beschwerde gegen die Festsetzung des Geschäftswerts des Amtsgerichts Reutlingen vom 6.12.2005 in einer WEG-Sache eingelegt. Sie sind unter Verweis auf §119 Abs.1 Nr.1b GVG der Auffassung, das Oberlandesgericht sei hier zur Entscheidung über die Beschwerde zuständig, weil einige Miteigentümer der Wohnungseigentumsgemeinschaft ihren Wohnsitz im Ausland haben. Der Senat hat mit Verfügung von 18.1.06 auf seine Unzuständigkeit hingewiesen. Die Beschwerdeführer haben an ihrer Auffassung mit Schriftsatz vom 1.2.2006 festgehalten.

32. Es verbleibt auch unter Berücksichtigung des Vorbringens der Antragsgegnervertreter in deren Schriftsatz vom 1.2.2006 bei der in der Hinweisverfügung des Berichterstatters des Senats vom 18.1.2006 zum Ausdruck gebrachten Auffassung des Senats.

4Der Gesetzgeber wollte mit der Neuregelung der Beschwerdezuständigkeit in §119 Abs.1 Nr.1 WEG/GVG für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten nur eine Neuregelung für Verfahren nach der ZPO und nicht auch eine Neuregelung der Beschwerdezuständigkeit in Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit vornehmen. Letztere ist gem. § 19 Abs. 2 FGG umfassend den Landgerichten zugewiesen (vgl. Hannich/ Meyer-Seitz, ZPO- Reform, Anm. zu § 119 ZPO, S. 517 unten). Für eine erweiternde Auslegung des Begriffs „bürgerliche Rechtsstreitigkeiten“ auch auf Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit besteht danach keine Veranlassung.

5Die Sache war auch nicht gem. § 28 FGG dem Bundesgerichtshof zur Entscheidung vorzulegen. Denn es ist dem Senat keine abweichende, auf weitere Beschwerde ergangene Entscheidung eines anderen Oberlandesgerichts bekannt. § 574 ZPO ist hier nicht anzuwenden.

6Auf die weitere Frage, ob in Verfahren nach dem WEG ggf. die vom Bundesgerichtshof für Zwangsvollstreckungsverfahren vertretene einschränkende Auslegung der Vorschrift in § 119 Abs. 1 Nr. 1 b GVG in Betracht käme, kommt es für die vorliegende Entscheidung nicht an.

7Die Entscheidung ergeht gem. §§ 32 Abs. 2 S. 1 RVG, 31 Abs. 5 KostO gerichtsgebührenfrei. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.

unabhängigkeit des richters, verfügung, wirksame beschwerde, präsidium

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aufschiebende wirkung, unabhängigkeit, vorläufiger rechtsschutz, einzelrichter

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unabhängigkeit, rechtliches gehör, wirksame beschwerde, versuch

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Anmerkungen zum Urteil