Urteil des OLG Oldenburg vom 19.05.1994, 5 U 99/93

Entschieden
19.05.1994
Schlagworte
Schmerzensgeld, Arbeitsunfall, Fehlbehandlung, Belastung, Datum
Urteil herunterladen

Gericht: OLG Oldenburg, 05. Zivilsenat

Typ, AZ: Urteil, 5 U 99/93

Datum: 19.05.1994

Sachgebiet: Kein Sachgebiet eingetragen

Normen: BGB § 823 ABS 1

Leitsatz: Schmerzensgeld wegen fehlerhafter Behandlung einer Verletzung des linken Mittelfingers - Sehnenruptur

Volltext:

Dem Kläger steht gegen den Beklagten zu 1) ein Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 6.000,00 DM nach §§ 847, 831 BGB zu.

Er hat den Nachweis für die von ihm zu beweisenden Tatsachen eines Anspruches aus §§ 847, 831 BGB erbracht. Danach hat der Beklagte zu 2) den Kläger unzureichend untersucht und die Verletzung der Beugesehne des linken Mittelfingers nicht behandelt, so daß der Kläger unter einer Bewegungseinschränkung und Schmerzen leidet. Die Beugesehne war nach den überzeugenden Ausführungen des Sachverständigen Dr. bereits zum Zeitpunkt der Untersuchung am 09. Juni 1989 zumindest dergestalt geschädigt, daß eine erhebliche Kontinuitätsdurchtrennung vorlag, die bei den erforderlichen Untersuchungen erkennbar geworden wäre. Rückschlüsse auf Art und Umfang der Verletzung am Unfalltag waren dem Sachverständigen aufgrund der Feststellungen des Krankenhauses W. bzw. des Krankenhauses O. möglich, wonach am 20./26. Juni 1989 eine vollständige Durchtrennung der Beugesehne vorlage. Eine solche Ruptur kann, so der Sachverständige, nicht innerhalb der zehn Tage zwischen dem Arbeitsunfall und ihrer Feststellung aufgetreten sein, da dem Kläger allenfalls eine geringe Belastung des Mittelfingers im Verband möglich war und diese für die Herbeiführung der Verletzung nicht ausgereicht hätte.

Ferner ist davon auszugehen, daß Folge der unterlassenen Behandlung der Beugesehnenverletzung die unstreitig bestehenden Bewegungseinschränkungen des linken Mittelfingers sowie ziehende und stechende Schmerzen beim Tragen von Lasten, bei Kälte und bei Witterungsumschwung sind.

Das nach § 847 BGB festzusetzende Schmerzensgeld ist nach Auffassung des Senats mit 6.000,00 DM ausreichend bemessen. Zu berücksichtigen war bei der Bestimmung eines angemessenen Betrages lediglich die Fehlbehandlung der Sehnenverletzung und die darauf zurückzuführenden Beeinträchtigungen, da der Beklagte zu 1) nicht verantwortlich ist für die Verletzung des Mittelfingers durch den Arbeitsunfall des Klägers. In ähnlichen Fällen hat die Rechtssprechung den Verletzten Schmerzensgeldbeträge von 5.000,00 DM zugesprochen (vgl. Hacks-Ring- Böhm, Schmerzensgeld Beträge 16. Aufl., Nr. 451, 493). Unter Zugrundelegung der dort angeführten Entscheidung des Oberlandesgerichts Stuttgart (Nr. 493) war die leichte Erhöhung des Schmerzensgeldes auf 6.000,00 DM gerechtfertigt, da nicht der linke kleine Finger, sondern der linke Mittelfinger des Klägers betroffen ist.

OLG Oldenburg: beweiswürdigung, sicherheit, lebenserfahrung, freispruch, verfahrensrecht, eingriff, datum

SS 333/90 vom 29.07.1991

OLG Oldenburg: arglistige täuschung, vermittler, materielle rechtskraft, provision, zwangsvollstreckung, vernehmung von zeugen, treu und glauben, marketing, örtliche zuständigkeit, urkunde

8 U 53/10 vom 10.03.2011

OLG Oldenburg: wechsel, knochenbruch, thrombose, versorgung, embolie, hausarzt, behandlungsfehler, schmerzensgeld, datum, diagnose

5 U 128/95 vom 21.05.1996

Anmerkungen zum Urteil