Urteil des OLG Oldenburg vom 30.04.1991, 5 U 120/90

Entschieden
30.04.1991
Schlagworte
Ambulanz, Ausscheidung, Entlassung, Index, Patient, Beweislast, Datum
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Gericht: OLG Oldenburg, 05. Zivilsenat

Typ, AZ: Urteil, 5 U 120/90

Datum: 30.04.1991

Sachgebiet: Kein Sachgebiet eingetragen

Normen: Keine Normen eingetragen

Leitsatz: Schwangerschaftsbetreuung nach eingestellter EPH-Gestrose - Beweislast für das angegebene Beschwerdebild - Dokumentationspflicht des Ambulanz- vertreters - Zum Wert einer Eigendokumentation

Volltext:

1) Zum Umfang der erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen bei einer ambulanten gynäkologischen Betreuung einer Schwangeren

nach stationär eingestellter EPH-Gestose.

2) Der Patient ist grundsätzlich damit beweisbelastet, daß er dem Arzt

ein Beschwerdebild angegeben hat, das über die bisher erkannte Erkrankung

hinausging und ihm zu weitergehenden Maßnahmen Anlaß gegeben hätte.

3) Zu den Dokumentationspflichten des Vertreters einer ärztlichen Ambulanz.

4) Mängel bei den Aufzeichnungen in den Krankenunterlagen können durch

eine nachträgliche aus dem Gedächtnis gefertigte Eigendokumentation ausgeglichen werden.

Danach ist die am 30.5.1986 bei der Mutter des Klägers diagnostizierte mittelgradige EPH-Gestose mit einem Index 4 bis 5 auf der

von 0 bis 9 reichenden nach Friedberg und Goecke modifizierten

Skala im Zentralkrankenhaus St. Jürgenstraße erfolgreich eingestellt worden. Der Blutdruck - Kardinalsymptom der EPH-Gestose, so

der Sachverständige vor dem Senat - hatte sich mit einem Wert von

RR 130/80 und die Gesamteiweißausscheidung mit einem Wert von 0,3

g/l im Normalbereich stabilisiert. Am Tag der auf eigenen Wunsch

erfolgten Entlassung, am Sonnabend, dem 3.6.1986, war eine EPH

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