Urteil des OLG Köln vom 25.09.2006, 2 Ws 484/06

Entschieden
25.09.2006
Schlagworte
Verpackung, Sicherstellung, Analyse, Rauschgift, Kriminalität, Haftstrafe, Vergleich, Betäubungsmittel, Datum
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Oberlandesgericht Köln, 2 Ws 484/06

Datum: 25.09.2006

Gericht: Oberlandesgericht Köln

Spruchkörper: 2. Strafsenat

Entscheidungsart: Beschluss

Aktenzeichen: 2 Ws 484/06

Tenor: Die Beschwerde wird verworfen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt , § 473 Abs. 1 StPO.

G r ü n d e: 1

Die Generalstaatsanwaltschaft hat in ihrer Stellungnahme zu dem Rechtsmittel Folgendes ausgeführt : 2

In dem angefochtenen Beschluss ist zu Recht und mit zutreffender Begründung 3

eine Negativprognose angenommen worden. Dem steht die Erkrankung des 4

Angeklagten nicht entgegen. Das Beschwerdevorbringen zu dessen Lebens- 5

erwartung der Dauer einer möglichen Strafhaft sind spekulativ und im 6

Übrigen unerheblich. Das Urteil des Landgerichts L. vom 19.06.2006 108 7

9/06 (Bl. 20 ff. d. DNA-Sonderhefts) ist nicht rechtskräftig, so dass derzeit die 8

Verbüßung einer mehrjährigen Haftstrafe noch nicht feststeht. Entgegen dem 9

Beschwerdevorbringen hat das Landgericht auch nicht eine geringe Lebens- 10

erwartung des Angeklagten festgestellt, sondern aufgrund der vorliegenden 11

Erkrankung im Vergleich mit gesunden Personen eine geringere Lebens- 12

erwartung angenommen (Bl. 47 d. DNA-Sonderhefts). Schließlich ist zu be- 13

merken, dass Straftaten auch solche aus dem Bereich der Betäubungsmittel- 14

kriminalität selbst im Rahmen des Strafvollzuges begangen werden können und 15

begangen werden. 16

Die angeordnete Maßnahme ist auch nicht aus den mit der Beschwerde 17

vorgebrachten Gründen unverhältnismäßig. Auch bei Betäubungsmitteldelikten 18

hinterlässt der Täter deliktsspezifisch etwa weil er mit dem Rauschgift bzw. 19

dessen Verpackung in Berührung gekommen ist Identifizierungsmaterial am 20

Tatort, so dass bei künftigen Straftaten dieser Art mit der Sicherstellung von 21

Körperspuren gerechnet werden kann, die nach einer DNA-Analyse für eine 22

Überführung geeignet sind (vgl. Senatsentscheidung vom 16.09.2004 23

- 2 Ws 215/04 -). 24

Dem stimmt der Senat zu. 25

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