Urteil des OLG Düsseldorf vom 23.02.2006, I-10 W 137/05

Aktenzeichen: I-10 W 137/05

OLG Düsseldorf: datum

Oberlandesgericht Düsseldorf, I-10 W 137/05

Datum: 23.02.2006

Gericht: Oberlandesgericht Düsseldorf

Spruchkörper: 10. Zivilsenat

Entscheidungsart: Beschluss

Aktenzeichen: I-10 W 137/05

Tenor: Die weitere Beschwerde der Staatskasse gegen den Beschluss der 4. Zivil-kammer des Landgerichts Kleve vom 28.10.2005 wird zurückgewiesen.

Das Verfahren über die Beschwerde ist gebührenfrei. Kosten werden nicht erstattet.

I. 1

2Die weitere Beschwerde der Staatskasse gegen den im Tenor genannten Beschluss (Bl. 33 ff GA) ist gemäß § 61 Abs. 1 Satz 2, § 56 Abs. 2, § 33 Abs. 6 RVG zulässig, jedoch unbegründet.

3Die Staatkasse wendet sich ohne Erfolg gegen die im angefochtenen landgerichtlichen Beschluss ausgesprochene Zurückweisung ihrer Beschwerde gegen den Beschluss des Amtsgerichts Moers vom 20.09.2005 (Bl. 22 f GA). Das Landgericht hat es für rechtmäßig erachtet, dass das Amtsgericht Moers die zunächst vorgenommene Absetzung der unter dem 15.07.2005 im Rahmen der Beratungshilfe beantragten Erhöhungsgebühr nach RVG-VV Nr. 1008 aufgehoben hat. Die landgerichtlichen Ausführungen lassen im Ergebnis keinen Rechtsfehler erkennen.

4Dem Antragsteller steht auch im Rahmen der Beratungshilfe eine Erhöhungsgebühr nach RVG-VV Nr. 1008 zu, wenn wie hier mehrere Personen in derselben Angelegenheit Auftraggeber sind. Dies folgt unmittelbar aus der Gliederung und Systematik der Vergütungsvorschriften, wobei die Gliederung in Teile und deren Untergliederung in Abschnitte besonders hervorzuheben ist:

5Die Erhöhungsgebühr nach RVG-VV Nr. 1008 ist in "Teil 1. Allgemeine Gebühren" geregelt, die ausweislich der Vorbemerkung 1 "neben den in anderen Teilen bestimmten Gebühren" entstehen. Die Gebühren für die außergerichtliche Tätigkeit bestimmen sich nach "Teil 2. Außergerichtliche Tätigkeiten ..". Die im Rahmen der Beratungshilfe entstehenden Gebühren sind in einem Unterabschnitt des 2. Teils geregelt, namentlich im "Abschnitt 6. Beratungshilfe". Soweit es darin in der

Vorbemerkung 2.6 heißt, es entstünden Gebühren "ausschließlich nach diesem Abschnitt", so ist nicht nur wie der Bezirksrevisor meint das Wort "ausschließlich" zu beachten, sondern auch die Formulierung "Abschnitt". Hierdurch wird lediglich die Anwendung weiterer, in einem anderen Abschnitt des 2. Teils genannten Gebühren ausgeschlossen, nicht aber die Anwendung der im 1. Teil geregelten allgemeinen Gebühren.

6Vor dem Hintergrund dieser eindeutigen Formulierung des Gebührentatbestandes bedarf es im vorliegenden Fall keiner Klärung der Frage nach der Zulässigkeit seiner erweiterten Auslegung.

III. 7

Der Kostenausspruch folgt aus § 56 Abs. 2 Sätze 2,3 RVG. 8

Urteil herunterladen
Informationen
Optionen
Sie suchen einen Anwalt?

Wir finden den passenden Anwalt für Sie! Nutzen Sie einfach unseren jusmeum-Vermittlungsservice!

Zum Vermittlungsservice