Urteil des OLG Brandenburg vom 06.07.2005, 4 U 90/04

Entschieden
06.07.2005
Schlagworte
Treu und glauben, Urkunde, Darlehensvertrag, Bereicherung, Unterzeichnung, Vermögensvorteil, Vollstreckung, Nichtigkeit, Grundstück, Verrechnung
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Quelle: Gericht: Brandenburgisches Oberlandesgericht 4. Zivilsenat

Entscheidungsdatum: 18.01.2006

Normen: § 138 Abs 2 BGB, § 812 BGB, § 817 S 2 BGB, § 818 Abs 3 BGB, § 819 BGB

Aktenzeichen: 4 U 90/04

Dokumenttyp: Urteil

Ungerechtfertigte Bereicherung: Hintermann als Bereicherungsschuldner; Nichtigkeit der Grundschuldbestellung; Anspruch auf Zinszahlung bei sittenwidrigem Darlehensvertrag

Tenor

Das Versäumnisurteil des Senats vom 06.07.2005 wird aufrecht erhalten.

Die Beklagte hat die weiteren Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Die Beklagte kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Klägerin vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.

Gründe

1I. Die Klägerin nimmt die Beklagte unter dem Gesichtspunkt einer ungerechtfertigten Bereicherung auf Rückzahlung von Geldmitteln in Höhe von - in der Berufungsinstanz noch - 63.991,85 in Anspruch.

2Wegen des Sachverhalts wird auf die tatsächlichen Feststellungen in dem angefochtenen Urteil des Landgerichts Potsdam vom 03.05.2004 Bezug genommen.

3Das Landgericht hat der Klage in Höhe von 63.991,85 stattgegeben. Es hat ausgeführt, der Klägerin stehe gegen die Beklagte in Höhe des gesamten Betrages von 69.535,70 ein Anspruch aus § 812 Abs. 1, S. 1 BGB zu, dieser Anspruch sei lediglich durch die von der Beklagten in der ersten Instanz erklärte Hilfsaufrechnung im Umfang von 5.543,85 erloschen. Die jetzige Erklärung der Beklagten, der Darlehensvertrag sei tatsächlich zwischen der Klägerin und dem Zeugen G. geschlossen worden und dieser habe das von der Klägerin zur Verfügung gestellte Geld auch erhalten, stehe in nicht erklärtem Widerspruch nicht nur zum Inhalt der notariellen Urkunde, sondern auch zu den Erklärungen der Beklagten in den Verfahren 10 O 231/ 99 und 10 O 428/99 des Landgerichts Potsdam.

4Die Nichtigkeit des Darlehensvertrages hindere nicht, die in diesem beurkundeten Erklärungen zur Feststellung der zugrunde liegenden Absprachen heranzuziehen. Danach sei von einer Darlehensgewährung durch die Klägerin an die Beklagte auszugehen. Dies entspreche auch den eigenen Darstellungen der Beklagten in den vorangegangenen Rechtsstreitigkeiten.

5In welcher Weise die Beklagte nach Erhalt des Darlehens durch die Klägerin über die Beträge verfügt habe, spiele im Verhältnis zur Klägerin keine Rolle. Eine Entreicherung der Beklagten nach § 818 Abs. 3 BGB sei nicht eingetreten.

6Gegen dieses Urteil wendet sich die Beklagte mit ihrer form- und fristgerecht eingelegten und begründeten Berufung, mit der sie ihr Ziel der vollständigen Klageabweisung weiter verfolgt. Die Beklagte rügt die Verletzung materiellen Rechts sowie die nicht vollständige Berücksichtigung des erstinstanzlichen Sachvortrages, insbesondere ihres Vortrages zu den Absprachen, die zwischen der Klägerin bzw. dem Zeugen S. und den Eheleuten G. dazu getroffen worden seien, dass die von der Klägerin zur Verfügung gestellten Mittel dem Zeugen G. zugute kommen sollten. Sie vertritt die Auffassung, sie sei letztlich nur Botin für den Zeugen G. bzw. für dessen Baugesellschaft gewesen, was die Klägerin von vornherein genau gewusst habe. Deshalb könne sie auch unter dem Gesichtspunkt eines unwirksamen Strohmanngeschäfts nach Treu und Glauben nicht als Bereicherungsschuldnerin angesehen werden.

7Der Senat hat die Berufung zunächst mit Versäumnisurteil vom 06.07.2005 zurückgewiesen. Gegen dieses Versäumnisurteil, das ihr am 11.07.2005 zugestellt worden ist, hat die Beklagte am 25.07.2005 Einspruch eingelegt.

8Sie beantragt nunmehr,

9unter Aufhebung des Versäumnisurteils vom 06.07.2005 das am 03.05.2004 verkündete Urteil des Landgerichts Potsdam dahin abzuändern, dass die Klage abgewiesen wird.

10 Die Klägerin beantragt,

11 das Versäumnisurteil vom 06.07.2005 aufrecht zu erhalten.

12 Die Klägerin verteidigt das Urteil des Landgerichts.

13 II. Die Berufung ist zulässig; sie hat jedoch in der Sache keinen Erfolg.

14 Der Klägerin steht - wie das Landgericht zu Recht ausgeführt hat - gegen die Beklagte ein bereicherungsrechtlicher Anspruch aus § 812 Abs. 1, S. 1, 1. Alt. BGB auf Zahlung des in der Berufungsinstanz allein streitgegenständlichen Betrages von 63.991,85 zu.

15 1. Die Klägerin hat durch die Zahlungen vom 16.04.1998 in Höhe von 10.000,- DM sowie Zahlungen von 26.000,- DM durch sie selbst und die auf ihre Veranlassung erfolgte Zahlung von 100.000,- DM durch die Eheleute K. auf das Notaranderkonto des Notars eine Leistung an die Beklagte erbracht.

16 Dies gilt selbst dann, wenn man den - von der Klägerin bestrittenen - Vortrag der Beklagten als wahr unterstellt, wonach bereits vor Unterzeichnung der Urkunde vom 16.04.1998 durch die Beklagte zwischen der Klägerin bzw. dieser und dem Zeugen S. einerseits und den Eheleuten G. andererseits abgesprochen worden ist, dass die von der Klägerin zur Verfügung gestellten Geldmittel letztlich dem Zeugen G. zugute kommen sollten. Dabei verkennt der Senat nicht, dass sich nach der Rechtsprechung des BGH bei der Bestimmung des Bereicherungsschuldners im Rahmen eines Mehrpersonenrechtsverhältnisses, wie es nach dem Vortrag der Beklagten vorliegen könnte, jede schematische Behandlung verbietet und die Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalls nach den Grundsätzen von Treu und Glauben zu berücksichtigen sind (BGHZ 82, 28 ff.).

17 Der Umstand, dass die Beklagte die Urkunde vom 16.04.1998 einschließlich der in dieser Urkunde dokumentierten Erklärungen über den Abschluss eines Darlehensvertrages zwischen der Klägerin und ihr (der Beklagten) unterzeichnet - und damit in eigenem Namen abgegeben - hat, spricht nämlich entscheidend dafür, dass die Beklagte auch dann, wenn der Darlehensbetrag tatsächlich wirtschaftlich nicht ihr, sondern dem Zeugen G. zugute kommen sollte, die entsprechenden Zahlungen der Klägerin nicht lediglich als Botin entgegennehmen sollte, sondern als sog. Strohfrau für den Zeugen G. fungiert hat. Ebenso wie ein auf Seiten des Leistenden eingeschalteter Strohmann - und nicht der wirtschaftlich interessierte Hintermann - im Falle der Unwirksamkeit des Strohmanngeschäftes Anspruchsberechtigter eines Bereicherungsanspruches ist (BGH WM 1995, 189 ff.), ist auch der auf Seiten des Leistungsempfängers eingeschaltete Strohmann und nicht der wirtschaftlich interessierte Hintermann als Bereicherungsschuldner anzusehen.

18 Dem steht - entgegen der im Rahmen der Einspruchsbegründung vertretenen Auffassung der Beklagten - auch nicht entgegen, dass die Klägerin nach dem Vortrag der Beklagten aufgrund der zuvor mit dem Zeugen G. getroffenen Absprachen von der Strohmanneigenschaft der Beklagten gewusst hat. Beim Strohmanngeschäft ist vielmehr normalerweise - und gerade auch dann, wenn der Vertragspartner des Strohmanns dessen Strohmanneigenschaft kannte - von sämtlichen Beteiligten die erklärte Rechtsfolge um des erstrebten wirtschaftlichen Zwecks willen gewollt (vgl. nur: BGH WM 1995, 189 ff.). Dies war ausweislich der von der Beklagten unterzeichneten Vertragsurkunde vom 16.04.1998 auch hier der Fall. Aus Sicht der Klägerin und des Zeugen G. ging es nämlich - den Vortrag der Beklagten als wahr unterstellt - offensichtlich darum, der Klägerin für das Darlehen rechtlich einen anderen Vertragspartner als den Zeugen G. selbst zu verschaffen. Die Beklagte hat sich für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, um damit dem Zeugen G., ihrem Schwiegersohn, zu helfen.

19 Die Beklagte kann sich auch nicht mit Erfolg darauf berufen, aufgrund der vorherigen Absprachen mit dem Zeugen G. habe sie lediglich ihr Grundstück zur Sicherung von

Absprachen mit dem Zeugen G. habe sie lediglich ihr Grundstück zur Sicherung von Ansprüchen der Klägerin gegen den Zeugen G. zur Verfügung stellen sollen. Dies ändert nichts daran, dass sie sich gleichwohl durch die Unterzeichnung der notariellen Urkunde darauf eingelassen hat, nicht nur eine Grundschuld zu bestellen, sondern darüber hinaus im eigenen Namen mit der Klägerin die der Grundschuldbestellung zugrunde liegende Darlehensvereinbarung getroffen hat. Es kann auch nicht etwa davon ausgegangen werden, dass der Beklagten bei der Unterzeichnung der Urkunde das erforderliche Bewusstsein über die Reichweite der Erklärungen gefehlt hat. Selbst wenn man als wahr unterstellt, dass sie geschäftlich unerfahren war und sämtliche Vorbereitungen für die Urkunde vom 16.04.1998 durch den Zeugen G. - gleichgültig ob mit oder ohne Mitwirkung der Klägerin und des Zeugen S. - getroffen worden sind, ist doch davon auszugehen, dass der Beklagten bewusst war, dass die in der Urkunde getroffenen Regelungen über die bloße Bestellung einer Grundschuld für ein dem Zeugen G. gewährtes Darlehen hinausgingen. Immerhin trägt die Beklagte selbst vor, dass sie im Verhältnis zu dem Zeugen Se. noch am 10.03.1998 (also erst gut einen Monat vor der Beurkundungen vom 16.04.1998) eine (isolierte) Grundschuld zur Sicherung eines durch den Zeugen Se. dem Zeugen G. gewährten Darlehens bestellt hatte.

20 Die Beklagte hat sich auch bei der Ausführung der am 16.04.1998 unterzeichneten Vereinbarung so verhalten, als sei der Darlehensvertrag zwischen ihr und der Klägerin geschlossen worden. Sie hat insbesondere durch die Entgegennahme der Barzahlung und die Angabe ihres Kontos selbst daran mitgewirkt, dass - mit Ausnahme des für die Ablösung der Grundschuld des Zeugen Se. benötigten Betrages - die Gelder zunächst durch die Klägerin an sie (die Beklagte) übergeben bzw. überwiesen wurden, bevor sie sie an den Zeugen G. weiterreichte.

21 Mag die Beklagte auch davon ausgegangen sein, dass bei redlichem Verhalten der Zeuge G. die Rückzahlungen an die Klägerin übernehmen müsse und werde, so kann danach doch auch für den wegen der konkreten Bedingungen der Vereinbarung vom 16.04.1998 gemäß § 138 Abs. 2 BGB unwirksamen und damit nach § 812 BGB abzuwickelnden Darlehensvertrag bei der Beurteilung des Leistungsverhältnisses nichts anderes gelten als für ein wirksam geschlossenes Strohmanngeschäft.

22 2. Die Beklagte hat entgegen ihrer Auffassung durch die Leistung der Klägerin auch etwas erlangt, nämlich - wie die Klägerin zutreffend ausgeführt hat - durch die Übergabe der 10.000,- DM am 16.04.1998 Besitz und Eigentum an dem Geld, durch die Überweisung von 65.000,- DM an den Zeugen Se. dessen Verzicht auf die Rechte aus der am 10.03.1998 bestellten Grundschuld, durch die Überweisung der 57.712,20 DM auf ihr Konto den Anspruch auf Auszahlung des entsprechenden Betrages gegen ihre Bank und durch die Verrechnung des Restbetrages durch den Notar die Befreiung von der Verpflichtung zur Zahlung von Notargebühren.

23 Dem steht nicht entgegen, dass die Beklagte die erhaltenen Geldmittel (10.000,- DM und 57.712,20 DM) - jedenfalls nach ihrem Vortrag - jeweils unmittelbar an den Zeugen G. bzw. über ihre Tochter an diesen weitergegeben hat bzw. der an den Zeugen Se. überwiesene Betrag gleichzeitig auch der Ablösung des von diesem an den Zeugen G. gewährten Darlehens diente. Selbst wenn dies den Absprachen entsprach, die die Klägerin bzw. diese und der Zeugen S. mit dem Zeugen G. getroffen hatten, und die Beklagte ihrerseits auch nur einer entsprechenden Absprache mit dem Zeugen G. folgte, ändert dies nicht daran, dass durch die Leistung der Klägerin zunächst die Beklagte und der Zeuge G. erst durch eine weitere Leistung der Beklagten einen Vermögensvorteil erlangte. Insbesondere hat die Beklagte hier durch die Übergabe der 10.000,- DM bzw. das Abheben der 57.712,20 DM von ihrem Konto - anders als etwa in dem der BGH-Entscheidung vom 15.03.1990 (WM 1990, 799) zugrunde liegenden Fall, in dem Mittel, die aufgrund eines sittenwidrigen Darlehensvertrages gewährt worden waren, nur kurzfristig auf einem Konto des Darlehensnehmers geruht hatten und dann sogleich absprachegemäß aufgrund eines ebenfalls sittenwidrigen Rechtsgeschäfts unmittelbar an einen Dritten ausgezahlt wurden - die tatsächliche Verfügungsgewalt über die Geldmittel erlangt.

24 Auch der Umstand, dass durch die Überweisung der 65.000,- DM an den Zeugen Se. nicht nur die Beklagte in Bezug auf die von dem Zeugen Se. - unstreitig - bereits beantragte Eintragung der zu seinen Gunsten bestellten Grundschuld an ihrem Grundstück, sondern auch der Zeuge G. in Bezug auf das Erlöschen des - nach dem Vortrag der Beklagten - gegen ihn gerichteten Darlehensrückzahlungsanspruches des Zeugen Se. einen Vermögensvorteil erlangt haben mag, ändert nichts an der Bereicherung der Beklagten durch die entsprechende Zahlung der Klägerin. Folge des Erlöschens des Darlehensrückzahlungsanspruches des Zeugen Se. gegen den Zeugen G. durch die Leistung der Beklagten an den Zeugen G. kann lediglich sein, dass der

G. durch die Leistung der Beklagten an den Zeugen G. kann lediglich sein, dass der Beklagten möglicherweise ihrerseits Ansprüche gegen den Zeugen G. zustehen.

25 Der Beklagten kann auch nicht dahin gefolgt werden, dass sie jedenfalls nichts erlangt habe, soweit der Notar - was als solches unstreitig ist - in Höhe von 3.287,80 DM eine Verrechnung der durch die Klägerin auf das Notaranderkonto eingezahlten Gelder mit seinem Anspruch auf Zahlung von Notargebühren vorgenommen hat. Allein der Umstand, dass der durch den Notar beurkundete Vertrag sowohl in Bezug auf die Abreden zum Darlehensvertrag als auch in Bezug auf die Grundschuldbestellung gemäß § 138 Abs. 2 BGB nichtig ist, lässt seinen Anspruch auf Zahlung von Beurkundungsgebühren nicht ohne weiteres entfallen.

26 3. Die Leistung der Klägerin an die Beklagte erfolgte auch ohne Rechtsgrund. Der am 16.04.1998 geschlossene Darlehensvertrag ist - dies wird von den Parteien auch nicht mehr angezweifelt - aus den in dem Urteil des 5. Zivilsenats des Brandenburgischen Oberlandesgerichts vom 20.12.2001 in dem Rechtsstreit 10 O 428/99 - 5 U 15/01 ausgeführten Gründen, denen der hier entscheidende Senat in vollem Umfang folgt, gemäß § 138 Abs. 2 BGB nichtig.

27 4. Der Anspruch der Klägerin gegen die Beklagte aus § 812 Abs. 1, S. 1, 1. Alt. BGB ist auch nicht gemäß § 817 S. 2 BGB ausgeschlossen. Voraussetzung einer Leistung im Sinne des § 817 S. 2 BGB ist, dass der Vermögensvorteil endgültig in das Vermögen des Leistungsempfängers übergegangen ist und dort auch verbleiben soll. Daher ist § 817 S. 2 BGB unanwendbar, wenn die Leistung nur zu einem vorübergehenden Zweck erbracht ist und ihrer Natur nach zurückgewährt werden muss (vgl. nur Palandt-Sprau § 817 Rn. 17). Bei einem sittenwidrigen Darlehensvertrag muss der Darlehensgeber dem Darlehensnehmer den Darlehensbetrag lediglich zinsfrei für den - wenn auch unwirksam - vereinbarten Zeitraum belassen (BGH NJW 1995, 1152). Das der Beklagten durch die Klägerin gewährte Darlehen sollte jedoch nur bis zum 31.12.1998 befristet sein.

28 5. Die Beklagte kann sich schließlich - auch soweit sie den in ihre direkte Verfügungsgewalt gelangten Betrag von 67.712,20 DM (10.000,- DM und 57.712,20 DM) unmittelbar an den Zeugen G. weitergegeben hat - nicht auf einen Wegfall der Bereicherung im Sinne des § 818 Abs. 3 BGB berufen. Selbst wenn ein Darlehensnehmer den Mangel des Rechtsgrundes beim Empfang des Darlehens nicht kennt, so weiß er doch, dass er das Darlehenskapital nicht auf Dauer behalten darf. Dies reicht für die Anwendung des § 819 BGB aus, der dem bösgläubigen Empfänger einer rechtsgrundlos erhaltenen Leistung nicht gestattet, sich darauf zu berufen, nicht mehr bereichert zu sein (BGH NJW 1995, 1153). Auch daran ändert sich nichts dadurch, dass - wie die Beklagte vorträgt - zwischen der Klägerin und dem Zeugen G. von vornherein vereinbart war, dass die Geldmittel, die die Klägerin aufgrund des mit der Beklagten geschlossenen Vertrages vom 16.04.1998 zahlte, letztlich dem Zeugen G. zugute kommen und von diesem zurückgezahlt werden sollten. Durch ihre Unterschrift unter die notarielle Urkunde hat die Beklagte - wenn auch letztlich unwirksam - gegenüber der Klägerin das Risiko übernommen, die Geldmittel, die dem Zeugen G. zufließen sollten, an die Klägerin zurückzahlen zu müssen.

29 6. Der Zinsanspruch ist gemäß § 286 BGB a.F. seit der Zahlungsaufforderungen der Klägerin vom 09.02.1999 unter Fristsetzung bis zum 12.02.1999 begründet. Zur Zinshöhe hat die Klägerin vorgetragen, ohne dass dies von der Beklagten bestritten worden ist.

30 Die Nebenentscheidungen beruhen auf §§ 97 Abs. 1, 708 Nr. 10, 711 ZPO.

31 Für die Zulassung der Revision besteht kein Anlass, da die Sache weder grundsätzliche Bedeutung aufweist, noch die Einheitlichkeit der Rechtsprechung oder die Fortbildung des Rechts eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordern 543 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 ZPO).

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