Urteil des BVerwG vom 19.07.2006, 4 PKH 3.06

Entschieden
19.07.2006
Schlagworte
Überprüfung, Rechtsmittelbelehrung, Aussetzung
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BUNDESVERWALTUNGSGERICHT

BESCHLUSS

BVerwG 4 PKH 3.06 OVG 7 A 297/05

In der Verwaltungsstreitsache

hat der 4. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 19. Juli 2006 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Paetow, den Richter am Bundesverwaltungsgericht Gatz und die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Dr. Philipp

beschlossen:

Der Antrag des Klägers, ihm für die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 29. Mai 2006 Prozesskostenhilfe zu bewilligen und einen Rechtsanwalt beizuordnen, wird abgelehnt.

Gründe:

1Der vom Kläger erbetenen „Aussetzung der in der Rechtsmittelbelehrung genannten Fristen“ bedarf es nicht, weil dem Kläger bei erfolgreichem Antrag auf

Bewilligung von Prozesskostenhilfe hinsichtlich der Frist für die Einlegung der

Nichtzulassungsbeschwerde Wiedereinsetzung in den vorigen Stand hätte gewährt werden müssen. Der Antrag bleibt indessen erfolglos.

2Gemäß § 166 VwGO i.V.m. § 114 ZPO ist Voraussetzung für die Bewilligung

von Prozesskostenhilfe, dass die beabsichtigte Rechtsverfolgung oder Rechtsverteidigung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Die vom Kläger beabsichtigte Beschwerde gegen die Nichtzulassung

der Revision in dem seine Bauvoranfrage ablehnenden Urteil des Oberverwaltungsgerichts bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg.

3Dem Beschwerdeschriftsatz des Klägers vom 22. Juni 2006 sind keine Anhaltspunkte dafür zu entnehmen, dass einer der in § 132 Abs. 2 VwGO benannten Gründe für die Zulassung einer Revision gegeben sein könnte. So legt

der Kläger nicht dar, welche grundsätzlich bedeutsame Rechtsfrage des Bundesrechts in einem Revisionsverfahren geklärt werden könnte (vgl. § 132 Abs. 2

Nr. 1 VwGO). Zwar macht der Kläger geltend, „die rechtliche Beurteilung des

Landschaftsplanes“ habe grundsätzliche Bedeutung. Damit ist indes keine

konkrete Rechtsfrage des Bundesrechts dargetan, die höchstrichterlich noch

nicht geklärt ist und einer Beantwortung in einem Revisionsverfahren bedürfte.

Eine Zulassung der Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung kommt schon

deshalb nicht in Betracht, weil die Frage der Wirksamkeit des Landschaftsplanes für das Oberverwaltungsgericht nicht entscheidungserheblich war. Davon

abgesehen ist nicht erkennbar, welche fallübergreifenden Erkenntnisse ein Re-

visionsverfahren ergeben könnte, das die Überprüfung des - überdies vor allem

nach Landesrecht zu beurteilenden - Landschaftsplanes zum Gegenstand hätte.

4Soweit sich der Kläger gegen die Annahme des Oberverwaltungsgerichts wendet, das beabsichtigte Vorhaben liege im Außenbereich und durch seine Verwirklichung würden öffentliche Belange beeinträchtigt 35 Abs. 2 und 3

BauGB), wendet er sich gegen die nach seiner Ansicht unrichtige rechtliche

Würdigung im Berufungsurteil. Mit einer derartigen Urteilskritik kann die grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache oder ein anderer Zulassungsgrund nicht

dargetan werden.

5Auch eine Zulassung der Revision nach § 132 Abs. 2 Nr. 2 VwGO kommt nicht

in Betracht. Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts weicht nicht, wie der Kläger

meint, vom Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. April 1964 - BVerwG

1 C 30.62 - BRS 15 Nr. 49 ab. Eine zur Zulassung führende Divergenz wäre nur

gegeben, wenn das Oberverwaltungsgericht von einem Rechtssatz abgewichen

wäre, der in der genannten Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts aufgestellt worden ist. Davon kann keine Rede sein. Der vom Kläger in diesem

Zusammenhang zitierte Leitsatz des Bundesverwaltungsgerichts befasst sich

mit der Wirkung eines Flächennutzungsplanes im Rahmen der Entscheidung

über die Zulässigkeit eines nicht bevorrechtigten Vorhabens im Außenbereich

nach § 35 Abs. 2 BBauG/BauGB. Das Berufungsurteil enthält aber keine Aussagen zum Flächennutzungsplan.

6Auch dem sonstigen Akteninhalt lässt sich nicht entnehmen, dass eine Zulassung der Revision in Betracht kommen könnte.

Dr. Paetow Gatz Dr. Philipp

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