Urteil des BVerwG, Az. 3 PKH 18.03

Stationäre Behandlung, Verschulden
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BESCHLUSS
BVerwG 3 PKH 18.03 (3 B 49.03)
VG 5 A 1374/99
In der Verwaltungsstreitsache
hat der 3. Senat des Bundesverwaltungsgerichts
am 2. Juni 2003
durch den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht
Prof. Dr. D r i e h a u s sowie die Richter am Bundes-
verwaltungsgericht Dr. B o r g s - M a c i e j e w s k i
und Dr. B r u n n
beschlossen:
Der Klägerin wird für die Einlegung und Be-
gründung einer Beschwerde gegen die Nichtzu-
lassung der Revision in dem Urteil des Verwal-
tungsgerichts Greifswald vom 12. März 2003
Prozesskostenhilfe bewilligt. Ihr wird Rechts-
anwalt Kersten Felderhoff, Sarnowstraße 20,
18435 Stralsund, beigeordnet.
- 2 -
G r ü n d e :
Es ist nicht auszuschließen, dass die Klägerin infolge ihrer
Minderbemittlung und einer Erkrankung (Hörsturz; stationäre
Behandlung vom 27. März 2003 bis 2. April 2003) ohne Verschul-
den verhindert war, sowohl die Frist für die Einlegung (§ 133
Abs. 2 VwGO) als auch die für die Begründung der Beschwerde
(§ 133 Abs. 3 Satz 1 VwGO) einzuhalten. Durch eine durch einen
Rechtsanwalt beim Ausgangsgericht einzulegende Beschwerde,
welche mit einem rechtzeitigen Wiedereinsetzungsantrag i.S.
des § 60 Abs. 2 Satz 1 VwGO verbunden ist, sowie eine recht-
zeitige Begründung (vgl. zu Einzelheiten Beschluss vom
17. April 2002 - BVerwG 3 B 137.01 - Buchholz 310 § 60 VwGO
Nr. 244 = NJW 2002, 3119) könnte daher nicht nur dem Vertre-
tungserfordernis (§ 67 Abs. 1 VwGO) sondern auch den Zulässig-
keitserfordernissen des § 133 VwGO, insbesondere den Darle-
gungserfordernissen des § 133 Abs. 3 Satz 3 (vgl. Beschluss
vom 19. August 1997 - BVerwG 7 B 261.97 - Buchholz 310 § 133
(n.F.) VwGO Nr. 26 = NJW 1997, 3328), genügt werden.
Prof. Dr. Driehaus Dr. Borgs-Maciejewski Dr. Brunn