Urteil des BVerwG vom 23.09.2004, 20 F 8.04

Entschieden
23.09.2004
Schlagworte
Hauptsache, Erstellung, Rechtswidrigkeit
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BUNDESVERWALTUNGSGERICHT

BESCHLUSS

BVerwG 20 F 8.04 OVG 13a D 101/04

In der Verwaltungsstreitsache

hat der Fachsenat des Bundesverwaltungsgerichts für Entscheidungen nach § 99 Abs. 2 VwGO am 23. September 2004 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. B a r d e n h e w e r und die Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. D a w i n und Dr. K u g e l e

beschlossen:

Die Beschwerde des Klägers gegen den Beschluss des Fachsenats für Entscheidungen nach § 99 Abs. 2 VwGO des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 20. August 2004 wird zurückgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

G r ü n d e :

Die Beschwerde ist unbegründet. Der Fachsenat des Oberverwaltungsgerichts hat

den Antrag des Klägers zu Recht als unstatthaft verworfen.

Nach § 99 Abs. 2 Satz 1 VwGO kann die gerichtliche Feststellung begehrt werden,

dass die Weigerung der obersten Aufsichtsbehörde rechtswidrig ist, bei nachgeordneten Verwaltungsbehörden entstandene Verwaltungsakten oder einzelne Teile davon im Rechtsstreit vorzulegen. Gegenstand der Vorlage nach § 99 Abs. 1 VwGO

und damit auch Gegenstand der Vorlageverweigerung, deren Rechtswidrigkeit nach

§ 99 Abs. 2 Satz 1 VwGO gerichtlich festgestellt werden kann, sind danach bereits

existierende, für die Sachverhaltsermittlung im Rechtsstreit erforderliche behördliche

Akten und Schriftstücke. Hingegen beziehen sich die prozessuale Vorlagepflicht nach

§ 99 Abs. 1 Satz 1 VwGO und die Vorlageverweigerung nach § 99 Abs. 1 Satz 2

VwGO nicht auf Urkunden, auf deren Erteilung der Rechtsstreit zur Hauptsache

gerichtet ist, die also noch gar nicht existieren. Über eine etwaige Pflicht zur Erstellung und Erteilung dieser Urkunden entscheidet das Gericht der Hauptsache.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO.

Dr. Bardenhewer Prof. Dawin Dr. Kugele

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