Urteil des BVerwG vom 28.02.2003, 1 B 222.02

Entschieden
28.02.2003
Schlagworte
Verschlechterung des Gesundheitszustandes, Gefahr, Abschiebung, Hund, Behandlung, Krankheit, Kosovo, Veröffentlichung
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B U N D E S V E R W A L T U N G S G E R I C H T

BESCHLUSS

BVerwG 1 B 222.02 OVG 7 A 11702/01

In der Verwaltungsstreitsache

hat der 1. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 28. Februar 2003 durch die Vizepräsidentin des Bundesverwaltungsgerichts E c k e r t z H ö f e r und die Richter am Bundesverwaltungsgericht H u n d und Prof. Dr. D ö r i g

beschlossen:

Die Beschwerde des Beigeladenen gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz vom 23. April 2002 wird verworfen.

Der Beigeladene trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

G r ü n d e :

Die allein auf eine grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache

132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) gestützte Beschwerde ist unzulässig,

denn sie bezeichnet den Revisionszulassungsgrund nicht in einer den Anforderungen des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO entsprechenden Weise.

Die Zulassung der Revision nach § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO setzt

eine in dem angestrebten Revisionsverfahren klärungsfähige und

klärungsbedürftige Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung

voraus. Die Beschwerde hält für klärungsbedürftig, ob "generell im Falle einer konkret nachgewiesenen Gefahr eine Retraumatisierung für die Situation der Rückkehr in das Heimatland von einer konkreten Gefahr der wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Sinne von § 53 Abs. 6 Satz 1

AuslG unter Berücksichtigung auch des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 25.11.1997 auszugehen ist" (Beschwerdebegründung S. 2).

Eine klärungsfähige Rechtsfrage wirft sie damit nicht auf. Sie

zielt vielmehr in erster Linie auf die den Tatsachengerichten

vorbehaltene Klärung der Frage, wann die Gefahr einer bestimmten Erkrankung unter Würdigung der Umstände des Einzelfalls so

erheblich ist, dass sie ein Abschiebungshindernis im Sinne des

§ 53 Abs. 6 Satz 1 AuslG begründet. Die Frage, welche Folgen

eine Rückkehr in den Kosovo für die Gesundheit des Beigeladenen hat, hat das Berufungsgericht durch Beweiserhebung näher

aufgeklärt. Die Beschwerde wendet sich der Sache nach gegen

die Sachverhalts- und Beweiswürdigung des Berufungsgerichts,

ohne einen Verfahrensfehler zu rügen oder aufzuzeigen. Die mit

den Tatsachenfragen der Rückkehrgefährdung zusammenhängenden

Rechtsfragen sind im Übrigen in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts rechtsgrundsätzlich geklärt (vgl. etwa das

in der Beschwerde zitierte Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. November 1997 BVerwG 9 C 58.96 BVerwGE 105,

383 zur Berücksichtigungsfähigkeit einer individuellen Krankheit als Abschiebungshindernis sowie Urteile vom 27. April

1998 - BVerwG 9 C 13.97 Buchholz 402.240 § 53 AuslG 1990

Nr. 12 und vom 8. Dezember 1998 BVerwG 9 C 4.98 BVerwGE

108, 77 zum Verhältnis der individuellen Erkrankung zu einer

allgemeinen Gefahrenlage im Sinne des § 53 Abs. 6 Satz 2 AuslG

und schließlich Urteil vom 29. Oktober 2002 BVerwG 1 C

1.02 Veröffentlichung vorgesehen> zur Erreichbarkeit

einer notwendigen psychischen Behandlung im Zielstaat der Abschiebung). Einen weiter gehenden oder erneuten rechtlichen

Klärungsbedarf zeigt die Beschwerde nicht auf.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO. Gerichtskosten werden gemäß § 83 b Abs. 1 AsylVfG nicht erhoben. Der

Gegenstandswert ergibt sich aus § 83 b Abs. 2 AsylVfG.

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Anmerkungen zum Urteil