Urteil des BVerwG vom 18.10.2002, 1 B 160.02

Entschieden
18.10.2002
Schlagworte
Ermessen, Hauptsache, Heim
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B U N D E S V E R W A L T U N G S G E R I C H T

BESCHLUSS

BVerwG 1 B 160.02 (1 PKH 29.02) VGH 23 B 01.31135

In der Verwaltungsstreitsache

hat der 1. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 18. Oktober 2002 durch die Vizepräsidentin des Bundesverwaltungsgerichts E c k e r t z - H ö f e r , den Richter am Bundesverwaltungsgericht R i c h t e r und die Richterin am Bundesverwaltungsgericht B e c k

beschlossen:

Dem Kläger wird für das Beschwerdeverfahren Prozesskostenhilfe bewilligt und Rechtsanwalt Gerhard Meyer-Heim, Sulzbacher Straße 85, 90489 Nürnberg, als Prozessbevollmächtigter beigeordnet.

Das Verfahren wird eingestellt.

Das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 21. Februar 2002 und das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts Bayreuth vom 25. Mai 2001 sind wirkungslos.

Die Beschwerde des Beteiligten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 21. Februar 2002 wird verworfen.

Die Beklagte und der Beteiligte tragen die Kosten des Beschwerdeverfahrens je zur Hälfte. Die Kosten des Verfahrens in erster und zweiter Instanz trägt die Beklagte.

G r ü n d e :

Die Entscheidung über die Bewilligung von Prozesskostenhilfe

folgt aus § 166 VwGO i.V.m. den §§ 114, 119 Abs. 1 Satz 2 und

§ 121 Abs. 1 ZPO.

Das Verfahren ist in der Hauptsache durch die übereinstimmenden Erklärungen des Klägers und der Beklagten erledigt. Einer

Zustimmung des Beteiligten hierzu bedarf es nicht (vgl. auch

Clausing in: Schoch u.a.; VwGO, § 161 Rn. 16 m.w.N.). Das Verfahren ist daher in entsprechender Anwendung von § 141 Satz 1,

§ 125 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 92 Abs. 3 Satz 1 VwGO einzustellen. Gemäß § 173 VwGO i.V.m. § 269 Abs. 3 ZPO sind die Entscheidungen der Vorinstanzen wirkungslos.

Die gleichwohl aufrechterhaltene Beschwerde des Beteiligten

gegen die Nichtzulassung der Revision durch das Berufungsgericht ist nach Erledigung der Hauptsache gegenstandslos und

deshalb zu verwerfen. Sie hätte im Übrigen auch in der Sache

keinen Erfolg gehabt (vgl. Beschluss des Senats vom 7. August

2002 - BVerwG 1 B 74.02 -).

Über die Kosten des Verfahrens ist gemäß § 161 Abs. 2 VwGO

nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des bisherigen

Sach- und Streitstandes zu entscheiden. Billigem Ermessen entspricht es hier, die Kosten des Verfahrens in erster und zweiter Instanz sowie die Hälfte der Kosten des Beschwerdeverfahrens der Beklagten aufzuerlegen, weil sie den Kläger ohne Änderung der entscheidungserheblichen Sach- und Rechtslage klaglos gestellt und sich deshalb aus eigenem Entschluss in die

Rolle des Unterlegenen begeben hat. Die auf die Beschwerde des

Beteiligten entfallende Hälfte der Kosten des Beschwerdeverfahrens hat dieser gemäß § 154 Abs. 2 VwGO zu tragen.

Gerichtskosten werden gemäß § 83 b Abs. 1 AsylVfG nicht erhoben. Der Gegenstandswert ergibt sich aus § 83 b Abs. 2

AsylVfG.

Eckertz-Höfer Richter Beck

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Anmerkungen zum Urteil