Urteil des BVerwG vom 11.07.2002, 1 B 136.02

Entschieden
11.07.2002
Schlagworte
Richteramt, Abschiebung, Rechtsmittelbelehrung, Hochschule, Zustellung, Haft, Asylbewerber, Hauptsache, Wiedereinreise
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B U N D E S V E R W A L T U N G S G E R I C H T

BESCHLUSS

BVerwG 1 B 136.02 (1 C 17.02) VGH 21 B 01.30954

In der Verwaltungsstreitsache

hat der 1. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 11. Juli 2002 durch die Vorsitzende Richterin am Bundesverwaltungsgericht E c k e r t z - H ö f e r , den Richter am Bundesverwaltungsgericht R i c h t e r und die Richterin am Bundesverwaltungsgericht B e c k

beschlossen:

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 20. Februar 2002 wird verworfen.

Auf die Beschwerde der Beklagten wird die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs über die Nichtzulassung der Revision insoweit aufgehoben, als der Verwaltungsgerichtshof Nr. 4 Abs. 3 des Bescheids der Beklagten vom 18. Juli 2000 aufgehoben hat.

Insoweit wird die Revision zugelassen.

Der Kläger trägt drei Viertel der Kosten des Beschwerdeverfahrens.

Die Entscheidung über die restlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens folgt der Kostenentscheidung in der Hauptsache.

G r ü n d e :

Die Beschwerde des Klägers ist unzulässig, da sie nicht innerhalb der am 26. April 2002 abgelaufenen Frist 133 Abs. 3

Satz 1 VwGO) begründet worden ist. Auf die Frist ist in der

Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Entscheidung hingewiesen worden.

Die Beschwerde der Beklagten ist dagegen zulässig und begründet. Die Revision ist in dem aus dem Tenor ersichtlichen und

von der Beklagten der Sache nach beantragten Umfang gemäß

§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO wegen grundsätzlicher Bedeutung der

Rechtssache zuzulassen. Sie kann dem Bundesverwaltungsgericht

Gelegenheit zur Klärung der Frage geben, ob einem abgelehnten

Asylbewerber - zusätzlich zu der Anordnung der Abschiebung aus

der Haft heraus - im Hinblick auf die Regelung in § 71 Abs. 5

AsylVfG die Abschiebung für den Fall einer erneuten unerlaubten Wiedereinreise in die Bundesrepublik Deutschland angedroht

werden darf.

Die Kostenentscheidung folgt, soweit sie den Kläger betrifft,

aus § 154 Abs. 2 VwGO. Gerichtskosten werden gemäß § 83 b

Abs. 1 AsylVfG nicht erhoben; der Gegenstandswert ergibt sich

aus § 83 b Abs. 2 AsylVfG n.F.

Rechtsmittelbelehrung

Das Beschwerdeverfahren wird als Revisionsverfahren unter dem Aktenzeichen BVerwG 1 C 17.02 fortgesetzt; der Einlegung einer Revision durch den Beschwerdeführer bedarf es nicht.

Die Revision ist innerhalb eines Monats nach Zustellung dieses Beschlusses zu begründen. Die Begründung ist bei dem Bundesverwaltungsgericht, Hardenbergstraße 31, 10623 Berlin, einzureichen.

Für den Revisionskläger besteht Vertretungszwang; dies gilt auch für die Begründung der Revision. Der Revisionskläger muss sich durch einen Rechtsanwalt oder einen Rechtslehrer an einer deutschen Hochschule im Sinne des Hochschulrahmengesetzes mit Befähigung zum Richteramt als Bevollmächtigten vertreten lassen. Juristische Personen des öffentlichen Rechts und Behörden können sich auch durch Beamte oder Angestellte mit Befähigung zum Richteramt sowie Diplomjuristen im höheren Dienst, Gebietskörperschaften ferner durch Beamte oder Angestellte mit Befähigung zum Richteramt der zuständigen Aufsichtsbehörde oder des jeweiligen kommunalen Spitzenverbandes des Landes, dem sie als Mitglied zugehören, vertreten lassen. In derselben Weise muss sich jeder Beteiligte vertreten lassen, soweit er einen Antrag stellt.

Eckertz-Höfer Richter Beck

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Anmerkungen zum Urteil