Urteil des BGH vom 22.10.2013, 5 StR 368/13

Aktenzeichen: 5 StR 368/13

BGH: könig, steigerung, wahrscheinlichkeit, überprüfung, sicherungsverwahrung

5 StR 368/13

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

vom 22. Oktober 2013 in der Strafsache

gegen

wegen versuchten Totschlags u.a.

Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 22. Oktober 2013

beschlossen:

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom 4. April 2013 wird nach § 349 Abs. 2

StPO als unbegründet verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu

tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die Anordnung der Sicherungsverwahrung hält der sachlich-rechtlichen

Überprüfung stand. Das angefochtene Urteil trägt den Erfordernissen einer

"strikten Verhältnismäßigkeitsprüfung" nach der Weitergeltungsanordnung

des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 128, 326, 404 ff.) Rechnung. Es

hat die hohe Wahrscheinlichkeit der Begehung von den Anlasstaten vergleichbaren und mithin schweren Gewaltdelikten aus konkreten Umständen

in der Person und dem Verhalten des Betroffenen abgeleitet, insbesondere

aus seiner frühkindlichen Gewöhnung an die gewaltsame Durchsetzung seiner Interessen, aus dem Gewicht und der Anzahl seiner Vortaten, aus seiner

hohen Rückfallgeschwindigkeit nach Verbüßung mehrerer langjähriger Haftstrafen und seinem unmittelbar nach einer Strafaussetzung zur Bewährung

zu Tage getretenen Bewährungsversagen, aus der kontinuierlichen Steigerung der Intensitität und Gefährlichkeit seiner Taten sowie dem Umstand,

dass er trotz eines entgegenstehenden Verbots im Rahmen der Führungsaufsicht permanent mit einem Messer bewaffnet ist und ersichtlich keine

Hemmungen hat, es auch einzusetzen. Dies genügt.

Basdorf Sander Schneider

Dölp König

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