Urteil des BGH vom 21.11.2000, 3 StR 311/00

Aktenzeichen: 3 StR 311/00

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BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

3 StR 311/00

vom

21. November 2000

in der Strafsache

gegen

1.

2.

wegen Betruges u.a.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer am 21. November 2000

gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:

1. Auf die Revisionen der Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Kleve vom 27. August 1999

a) im Strafausspruch dahin geändert, daß die Angeklagten in den

die Fallakten 19 (Betrug zum Nachteil der Firma O.

) und 17 (Betrug zum Nachteil der F. GmbH),

der Angeklagte G. zusätzlich in den die Fallakten 26 (Betrug zum Nachteil des B. Verlages) und 25 (Betrug zum

Nachteil der K. GmbH) betreffenden Vorgängen wegen

Betruges jeweils zu einer Freiheitsstrafe von einem Monat verurteilt werden;

b) im Strafausspruch insoweit aufgehoben, als dem Angeklagten

van O. die Aussetzung der Strafvollstreckung zur Bewährung versagt worden ist.

2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung

und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels des

Angeklagten van O. , an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

3. Die weitergehenden Revisionen werden verworfen.

4. Der Angeklagte G. hat die Kosten seines Rechtsmittels zu

tragen.

Gründe:

Das Landgericht hat den Angeklagten G. wegen Betruges in

45 Fällen, Vorenthaltens von Beiträgen zur Sozialversicherung in drei Fällen,

veruntreuender Unterschlagung, Vortäuschens einer Straftat, Konkursverschleppung und Bankrotts zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren und

sechs Monaten verurteilt; gegen den Angeklagten van O. hat es wegen

Betruges in 44 Fällen eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verhängt. Die

auf Verfahrensrügen und sachlichrechtliche Beanstandungen gestützten Revisionen der Angeklagten haben nur in dem aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Umfang Erfolg. Im übrigen sind sie, wie der Generalbundesanwalt

zutreffend ausgeführt hat, unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

Das Landgericht hat bei der Strafzumessung unberücksichtigt gelassen,

daß in einigen Betrugsfällen die Beute, nachdem sie täuschungsbedingt an

einen Spediteur ausgeliefert worden war, wieder an die Geschädigten zurückgelangt und deshalb im wesentlichen nur eine schadensgleiche Vermögensgefährdung eingetreten ist. Soweit das Landgericht nicht selbst eine Einzelstrafe von nur einem Monat verhängt hat, hat der Senat deshalb auf Antrag des

Generalbundesanwalts in diesen Fällen gemäß § 354 Abs. 1 StPO jeweils auf

eine solche Strafe erkannt. Die vom Landgericht verhängten Gesamtstrafen

sind angesichts der Zahl und der Höhe der weiteren Einzelstrafen von der geringfügigen Verringerung weniger Einzelstrafen nicht berührt.

Das Urteil kann nicht bestehen bleiben, soweit dem Angeklagten van

O. eine Aussetzung der Strafvollstreckung zur Bewährung versagt worden

ist. Das Landgericht hat eine günstige Sozialprognose 56 Abs. 1 StGB)

u. a. mit der Begründung verneint, der Angeklagte habe sich nicht mit seinen

Taten auseinandergesetzt und suche die Schuld ausschließlich bei dem Mitangeklagten G. . Die besonderen Umstände 56 Abs. 2 StGB) hat es verneint, weil sich der Angeklagte nicht um eine Schadenswiedergutmachung bemüht habe. In beiden Fällen hätte sich der die Taten in der Hauptverhandlung

bestreitende Angeklagte mit dem vom Landgericht vermißten Verhalten in Widerspruch zu seiner Verteidigungsstrategie setzen müssen (vgl. BGH NStZ-RR

1996, 233; BGH, Urt. vom 8. Dezember 1999 - 5 StR 532/99 m.w.Nachw.). Der

Senat kann nicht ausschließen, daß das Landgericht ohne die zu beanstandenden Erwägungen die Vollstreckung der erkannten Strafe zur Bewährung

ausgesetzt hätte. Die Entscheidung war deshalb insoweit aufzuheben. Die getroffenen Feststellungen können bestehen bleiben. Der neue Tatrichter ist nicht

gehindert, ergänzende Feststellungen zu treffen.

Die geringfügige Herabsetzung weniger Einzelstrafen stellt im Sinne von

§ 473 Abs. 4 StPO keinen Teilerfolg der Revision des Angeklagten G.

dar.

Kutzer Miebach Winkler

Pfister von Lienen

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Leitsatzentscheidung

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