Urteil des BGH vom 14.06.2006, 2 ARs 368/06

Aktenzeichen: 2 ARs 368/06

BGH (aussetzung, wohnort, sitz, entfernung, kenntnis, anhörung, hamburg, umstand)

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

2 ARs 368/06 2 AR 219/06

vom

27. September 2006

in der Bewährungssache

betreffend

wegen Diebstahls

Az.: 661 VRJs 75/06 Amtsgericht Hamburg-Harburg Az.: 17 BRs 16/05 Amtsgericht Tostedt

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts am 27. September 2006 beschlossen:

Der Abgabebeschluss des Amtsgerichts Tostedt vom 14. Juni

2006 wird aufgehoben. Dieses Gericht ist zuständig für die weiteren Entscheidungen 58 Abs. 1 JGG), die infolge der Aussetzung der Jugendstrafe aus dem Urteil vom 28. November 2005 erforderlich werden.

Gründe:

1Zuständig für die Entscheidungen, die infolge der Aussetzung erforderlich werden 58 Abs. 1 JGG), ist grundsätzlich der Richter, der die Aussetzung

angeordnet hat 58 Abs. 3 Satz 1 JGG). Es bedarf daher besonderer Gründe,

die eine Übertragung gemäß § 58 Abs. 3 Satz 2 JGG angezeigt erscheinen lassen. Solche liegen hier nicht vor.

2Zutreffend weist die Generalbundesanwältin darauf hin, dass die Kenntnis der Persönlichkeit des Verurteilten ein gewichtiger Umstand dafür ist, dass

die Zuständigkeit beim Amtsgericht Tostedt verbleibt.

3Zudem ist die Entfernung zwischen dem Sitz des abgebenden Gerichts

und dem derzeitigen Wohnort des Verurteilten nicht erheblich. Im Übrigen wird

für die Ableistung von Arbeitsstunden auf den Wohnort des Verurteilten Rücksicht genommen werden können.

Bode Rothfuß Fischer

Roggenbuck Appl

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