Urteil des BGH vom 03.12.2003, 2 ARs 376/03

Aktenzeichen: 2 ARs 376/03

BGH (braunschweig, freiheitsstrafe, stgb, stpo, staatsanwaltschaft, verfügung, mord, aufnahme, verbindung, anstalt)

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

2 ARs 376/03 2 AR 243/03

vom

3. Dezember 2003

in der Führungsaufsichtssache

Az.: 40 VRs 116/98 Staatsanwaltschaft Münster

Az.: StVK S 2909/99 (20) FA Landgericht Bielefeld

Az.: StVK 467/03 AR 90/03 Landgericht Frankenthal

Az.: 50 BRs 26/03 FA Landgericht Braunschweig

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts am 3. Dezember 2003 beschlossen:

Zuständig für die weitere Führungsaufsicht gemäß Beschluß der

Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Bielefeld

- StVK S 2909/99 (20) - ist die Strafvollstreckungskammer des

Landgerichts Frankenthal.

Gründe:

Der Generalbundesanwalt hat folgende Stellungnahme abgegeben:

"Das Amtsgericht Rheine - 6 Ls 40 Js 735/97 - sprach gegen den Verurteilten am 3. Februar 1998 eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung aus (Bl. 1 d.A.). Nach deren vollständiger Vollstreckung ordnete das Landgericht Bielefeld mit Beschluß vom 9. September

1999 den Eintritt von Führungsaufsicht gemäß § 68 f Abs. 1 StGB 'für die Dauer von zwei bis fünf Jahren' an (Bl. 8 d.A.). Nachdem der Verurteilte die Verbüßung einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten wegen Betäubungsmitteldelikten in der JVA Wolfenbüttel angetreten hatte, übernahm die

Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Braunschweig das Verfahren mit

Verfügung vom 30. Januar 2003 (Bl. 58 d.A.). Die Strafhaft wird am 5. Dezember 2003 enden (Bl. 61 und 76 d.A.). Bereits am 3. Juni 2003 war der Verurteilte von der JVA Wolfenbüttel in die JVA Frankenthal verlegt worden (Bl. 65

d.A.). Mit Anklageschriften vom 3. und 14. Februar 2003 legt die Staatsanwaltschaft Landau dem Verurteilten zweifachen Mord, versuchten Mord und andere

Straftaten zur Last (Bl. 82 ff. d.A. sowie Bl. 117 ff. d.A.); wegen derer gegen ihn

ein Unterbringungsbefehl vorliegt (Bl. 77 ff. d.A.). Da die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Frankenthal die Übernahme der Führungsaufsicht

am 20. Juni 2003 und 18. September 2003 abgelehnt hatte (Bl. 66 R sowie Bl.

73 d.A.), legte das Landgericht Braunschweig mit Verfügung vom 28. Oktober

2003 die Sache dem Bundesgerichtshof zur Bestimmung der Zuständigkeit vor

(Bl. 134 d.A.).

Die Voraussetzungen des § 14 StPO liegen vor. Zuständig für die weitere gerichtliche Überwachung der Führungsaufsicht ist die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Frankenthal. Der Verurteilte steht gemäß dem Beschluß der Strafvollstreckungskammer Bielefeld vom 9. September 1999 unter

Führungsaufsicht nach § 68 f. Abs. 1 StGB, die noch andauert. Der Verurteilte

verbüßt Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Frankenthal. Bereits mit der

Aufnahme in diese Anstalt ist die dortige Strafvollstreckungskammer gemäß

§§ 462 a Abs. 4 in Verbindung mit § 463 Abs. 6 StPO auch für die Führungsaufsicht und etwa gemäß § 68 d StGB zu treffende nachträgliche Entscheidungen zuständig geworden (vgl. die Entscheidungen des Senats vom 15. Oktober

2003 - 2 ARs 334/03, vom 22. November 2000 - 2 ARs 328/00 = NStZ 2001,

165, vom 19. Juli 2000 - 2 ARs 196/00 sowie vom 22. April 1994 - 2 ARs

119/94 = BGHR StPO § 463 Abs. 6 Führungsaufsicht 1). Ob hier Nachtragsentscheidungen überhaupt notwendig werden, ist ohne Belang (vgl. Senatsbeschlüsse vom 15. Oktober 2003 - 2 ARs 334/03 und vom 19. Juni 2000 - 2 ARs

196/00). Die Zuständigkeit der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts

Braunschweig blieb nicht etwa so lange bestehen, bis eine andere Strafvoll-

streckungskammer tatsächlich mit einer bestimmten Frage befaßt wurde (vgl.

nur Senatsbeschlüsse vom 15. Oktober 2003 - 2 ARs 334/03 und vom

22. November 2000 - 2 ARs 328/00 = NStZ 2001, 165, jeweils m.w.N.)."

Dem schließt sich der Senat an.

VRinBGH Dr. Rissing-van Saan RiBGH Dr. Bode ist beist erkrankt und kann deshalb nicht urlaubt und kann deshalb unterschreiben nicht unterschreiben Detter Detter Detter

Otten Rothfuß

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Leitsatzentscheidung

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