Urteil des BGH vom 25.07.2000, 3 StR 22/02

Aktenzeichen: 3 StR 22/02

BGH (einfuhr, gesamtstrafe, verurteilung, nachteil, grund, ziel, sommer, härte, nachprüfung, folge)

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

3 StR 22/02

vom

5. März 2002

in der Strafsache

gegen

wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts - zu 2. auf dessen Antrag - am

5. März 2002 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Krefeld vom 17. September 2001 im Schuldspruch dahin

geändert, daß in den Fällen II. B 56 bis 80 der Urteilsgründe

jeweils die Verurteilung wegen tateinheitlich begangener unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln entfällt.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Gründe:

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen insgesamt 81 Verstößen

gegen das Betäubungsmittelgesetz unter Einbeziehung von Einzelstrafen aus

einer Vorverurteilung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und

sechs Monaten verurteilt. Seine Revision hat nur in dem aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Umfang Erfolg; im übrigen hat die Nachprüfung des

Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.

1. In den Fällen II. B 56 bis 80 der Urteilsgründe hat das Landgericht

den Angeklagten jeweils wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in

Tateinheit mit unerlaubtem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln verurteilt. In-

soweit muß die Verurteilung wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln

entfallen. Erfolgt die Einfuhr mit dem Ziel des gewinnbringenden Umsatzes, so

geht sie als unselbständiger Teilakt in der Bewertungseinheit des Handeltreibens auf, sofern es sich nicht um eine nicht geringe Betäubungsmittelmenge

handelt (vgl. BGHSt 31, 163, 165).

2. Nach den Urteilsfeststellungen hat der Angeklagte die Taten II. B 1

bis 4 der Urteilsgründe im "Sommer 1998" begangen. Danach ist es nicht ausgeschlossen, daß sie alle oder teilweise vor dem 5. August 1998 begangen

worden sind, an dem der Angeklagte zu einer Jugendstrafe verurteilt wurde, die

er derzeit verbüßt. Sollte das Landgericht eine Zäsurwirkung übersehen haben,

wäre der Angeklagte dadurch aber nicht beschwert, da eine Gesamtstrafe mit

der Jugendstrafe nicht hätte gebildet werden können (st. Rspr.; BGHSt 41, 310,

312) und eine möglicherweise auszugleichende Härte angesichts der auch jetzt

erfolgten Einbeziehung der Einzelstrafen in eine Gesamtstrafe nicht gegeben

ist.

3. Das Landgericht hat übersehen, daß das Urteil vom 25. Juli 2000 Zäsurwirkung entfaltet mit der Folge, daß aus den für die danach begangenen

Taten verhängten Einzelstrafen eine gesonderte Gesamtstrafe zu bilden gewesen wäre. Der Angeklagte ist dadurch aber nicht beschwert.

Tolksdorf Rissing-van Saan Pfister

von Lienen Becker

Letze Urteile des Bundesgerichtshofs

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 278/01 vom 17.10.2001

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 245/01 vom 17.10.2001

Leitsatzentscheidung

NotZ 39/02 vom 31.03.2003

Urteil herunterladen
Informationen
Optionen
Sie suchen einen Anwalt?

Wir finden den passenden Anwalt für Sie! Nutzen Sie einfach unseren jusmeum-Vermittlungsservice!

Zum Vermittlungsservice