Urteil des BGH vom 01.12.2010, IX ZB 231/10

Aktenzeichen: IX ZB 231/10

BGH (gvg, zpo, zulassung, beschwerde, erfordernis, vertretung, gesetz, gerichtshof, vorschrift, reform)

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

IX ZB 231/10

vom

1. Dezember 2010

in dem Rechtsstreit

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter

Prof. Dr. Kayser, die Richter Prof. Dr. Gehrlein, Vill, Dr. Fischer und Grupp

am 1. Dezember 2010

beschlossen:

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 20. Zivilkammer

des Landgerichts Bielefeld vom 11. Oktober 2010 wird auf Kosten

der Beklagten als unzulässig verworfen.

Gründe:

1Die Rechtsbeschwerde ist statthaft. Obwohl der Wortlaut der Vorschrift

des § 17a Abs. 4 Satz 4 GVG die Zulassung eines Rechtsmittels zu einem

obersten Gerichtshof des Bundes nur durch ein oberes Landesgericht vorsieht,

ist die Bestimmung nach der Neuordnung des Rechtsmittelrechts durch das

Gesetz zur Reform des Zivilprozesses vom 27. Juli 2001 (BGBl. I, S. 1887) dahingehend auszulegen, dass eine Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof

auch aufgrund der Zulassung durch ein Landgericht stattfindet (BGH, Beschl. v.

10. Juli 2003 - III ZB 91/02, BGHZ 155, 365, 366 ff).

2Die Rechtsbeschwerde ist jedoch unzulässig, weil diese nicht durch einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt eingelegt worden ist.

Die nach der Regelung des § 17a Abs. 4 Satz 4 GVG zum Bundesgerichtshof

führende Beschwerde ist als Rechtsbeschwerde im Sinne der Vorschriften der

§§ 575 ff ZPO zu behandeln (BGH, Beschl. v. 16. Oktober 2002 - VIII ZB 27/02,

BGHZ 152, 213, 214 f; v. 10. Juli 2003, aaO, S. 368). Da die Rechtsbeschwerde nach der Regelung der § 575 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 133 GVG nur beim Bundesgerichtshof eingelegt werden kann, unterliegt deren Einlegung nach der Bestimmung des § 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO dem Erfordernis der Vertretung durch

einen beim Bundesgerichtshof zugelassenen Rechtsanwalt (BGH, Beschl. v.

21. März 2002 - IX ZB 18/02, WM 2002, 1512, 1513).

Kayser Gehrlein Vill

Fischer Grupp

Vorinstanzen:

AG Bünde, Entscheidung vom 13.09.2010 - 5 C 386/10 -

LG Bielefeld, Entscheidung vom 11.10.2010 - 20 T 47/10 -

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Leitsatzentscheidung

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