Urteil des BGH, Az. VIII ZR 126/05

Leitsatzentscheidung
BUNDESGERICHTSHOF
IM NAMEN DES VOLKES
URTEIL
VIII ZR 126/05 Verkündet
am:
7. Dezember 2005
P o t s c h ,
Justizangestellte
als
Urkundsbeamtin
der
Geschäftsstelle
in dem Rechtsstreit
Nachschlagewerk: ja
BGHZ: nein
BGB §§ 480, 437 Nr. 3, 440, 280, 281, 326
a) Auch beim Kauf oder Tausch eines Reitpferdes kommt ein Anspruch des Käufers
auf Schadensersatz statt der Leistung wegen eines behebbaren Mangels des
Pferdes grundsätzlich nur dann in Betracht, wenn der Erwerber dem Veräußerer
zuvor erfolglos eine angemessene Frist zur Nacherfüllung gesetzt hat (im An-
schluss an BGH, Urteil vom 22. Juni 2005 - VIII ZR 1/05, ZGS 2005, 433).
b) Scheitert ein Anspruch des Käufers auf Schadensersatz statt der Leistung wegen
eines Mangels daran, dass der Verkäufer die Verletzung der Pflicht zur Verschaf-
fung einer mangelfreien Sache nicht zu vertreten hat, so kann der Käufer die Kos-
ten, die ihm dadurch entstanden sind, dass er den Mangel selbst beseitigt hat,
auch dann nicht nach § 326 Abs. 2 Satz 2, Abs. 4 BGB in Höhe der ersparten
Aufwendungen des Verkäufers zur Mangelbeseitigung ersetzt verlangen, wenn es
ihm aus besonderen Gründen nicht zuzumuten war, dem Verkäufer zuvor Gele-
genheit zur Nacherfüllung zu geben (im Anschluss an Senatsurteil vom
23. Februar 2005 - VIII ZR 100/04, NJW 2005, 1348, zur Veröffentlichung in BGHZ
162, 219 bestimmt).
BGH, Urteil vom 7. Dezember 2005 - VIII ZR 126/05 - LG Bautzen
AG
Kamenz
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Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung
vom 7. Dezember 2005 durch den Richter Dr. Beyer als Vorsitzenden, die Rich-
ter Ball, Wiechers und Dr. Frellesen sowie die Richterin Hermanns
für Recht erkannt:
Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil der 1. Zivilkammer
des Landgerichts Bautzen vom 26. April 2005 aufgehoben.
Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Amtsgerichts Ka-
menz vom 10. November 2004 wird zurückgewiesen.
Die Klägerin hat die Kosten der Rechtsmittelverfahren zu tragen.
Von Rechts wegen
Tatbestand:
Am 8. Februar 2003 tauschten die Parteien einen Wallach der Klägerin
gegen eine Stute des Beklagten. Die Klägerin stellte am 1. April 2003 bei der
von ihr erworbenen Stute eine sogenannte periodische Augenentzündung fest.
Sie ließ das Pferd tierärztlich behandeln und am 7. September 2003 sowie am
21. November 2003 operieren.
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Mit ihrer Klage verlangt die Klägerin Ersatz der Behandlungs- und Opera-
tionskosten in Höhe von 1.933,47 € nebst Zinsen. Das Amtsgericht hat die Kla-
ge abgewiesen. Auf die Berufung der Klägerin hat das Landgericht der Klage
stattgegeben. Der Beklagte erstrebt mit seiner vom Berufungsgericht zugelas-
senen Revision die Wiederherstellung des erstinstanzlichen Urteils.
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Entscheidungsgründe:
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Die Revision hat Erfolg.
I.
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Das Berufungsgericht hat im Wesentlichen ausgeführt:
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Der Beklagte habe der Klägerin die von ihr aufgewendeten Behand-
lungskosten als ersparte Aufwendungen wegen mangelhafter Erfüllung des
Tauschvertrages gemäß §§ 480, 437, 439 Abs. 2, 275 Abs. 1, 326 Abs. 2
Satz 2 analog BGB zu erstatten. Aufgrund der vom Beklagten nicht widerlegten
Vermutung des § 476 BGB, die auf den vorliegenden Tauschvertrag Anwen-
dung finde, sei davon auszugehen, dass die der Klägerin übereignete Stute be-
reits bei Übergabe mit der später festgestellten Erkrankung infiziert und damit
mangelhaft gewesen sei. Zwar sei nach §§ 437, 439, 440 BGB dem Verkäufer,
bevor dieser auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden könne,
grundsätzlich die Möglichkeit der Nacherfüllung durch Beseitigung des Mangels
oder Lieferung einer mangelfreien Sache zu gewähren. Diese Möglichkeit habe
die Klägerin dem Beklagten nicht gewährt. Gleichwohl seien Gewährleistungs-
ansprüche der Klägerin nicht ausgeschlossen. Ein Nacherfüllungsverlangen sei
hier ausnahmsweise nicht erforderlich gewesen, weil das Abwarten einer Nach-
erfüllungsfrist für die Klägerin unzumutbar gewesen sei. Unter Berücksichtigung
des mit Verfassungsrang ausgestatteten Tierschutzgedankens sei ein Nacher-
füllungsverlangen seitens des Käufers nicht nur dann entbehrlich, wenn soforti-
ge Hilfe und Behandlung für ein Tier notwendig sei, sondern auch dann, wenn
es sich nicht um ein Nutztier, sondern um ein sogenanntes Luxustier handele,
das vom Erwerber nicht aus wirtschaftlichen, sondern ausschließlich aus per-
sönlichen Beweggründen erworben worden sei. Um ein solches Tier handele es
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sich hier, da die Klägerin die Stute, wie dem Beklagten bekannt gewesen sei,
als Reitpferd zu rein privaten Zwecken erworben habe.
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Allerdings stehe der Klägerin ein Anspruch auf Schadensersatz statt der
Leistung nicht zu, da der Beklagte weder den Mangel selbst noch die unterblie-
bene Nacherfüllung zu vertreten habe. Die Klägerin könne jedoch vom Beklag-
ten in entsprechender Anwendung von § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB die Erstattung
derjenigen Aufwendungen verlangen, die der Beklagte durch die zur Mangelbe-
seitigung erforderliche Behandlung erspart habe. Dem stehe die Entscheidung
des Bundesgerichtshofs vom 23. Februar 2005 (VIII ZR 100/04, NJW 2005,
1348) nicht entgegen, weil das Nacherfüllungsverlangen für die Klägerin wegen
der besonderen Schutzfunktion des Tierschutzes (Art. 20 a GG) unzumutbar
gewesen sei. In diesem Fall sei es gerechtfertigt, dem Erwerber eines Tieres
beim Tausch- oder Kaufvertrag ausnahmsweise die Selbstvornahme entgegen
der gesetzlichen Regelung zu gestatten.
II.
Die Ausführungen des Berufungsgerichts halten der rechtlichen Nachprü-
fung nicht stand. Der Klägerin steht ein Anspruch auf Erstattung der geltend
gemachten Kosten für die von ihr selbst veranlasste Behandlung und Operation
des Pferdes jedenfalls deshalb nicht zu, weil sie es versäumt hat, dem Beklag-
ten Gelegenheit zu geben, das Pferd wegen der aufgetretenen periodischen
Augenentzündung tierärztlich behandeln zu lassen.
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1. Es kann dahingestellt bleiben, ob dem Berufungsgericht darin zu fol-
gen ist, dass eine Infektion des eingetauschten Pferdes mit der periodischen
Augenerkrankung im Zeitpunkt der Übergabe des Pferdes nach § 476 BGB zu
vermuten sei, oder ob diese Vermutung, wie die Revision meint, mit der Art des
Mangels oder der Sache unvereinbar sei beziehungsweise ob der Beklagte, wie
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die Revision vorsorglich rügt, jedenfalls hinreichenden Beweis für eine Widerle-
gung der gesetzlichen Vermutung angetreten habe. Unabhängig davon ist die
Klage nicht begründet.
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2. Einen Anspruch der Klägerin auf Schadensersatz statt der Leistung
(§§ 480, 437 Nr. 3, 440, 280, 281 BGB) hat das Berufungsgericht - im Ergebnis
zutreffend - verneint. Allerdings folgt dies entgegen der Auffassung des Beru-
fungsgerichts nicht erst daraus, dass der Beklagte die vom Berufungsgericht
angenommene Verletzung seiner Pflicht, der Klägerin ein mangelfreies Pferd zu
verschaffen (§§ 90 a, 433 Abs. 1 Satz 2, 480 BGB), weder hinsichtlich des Man-
gels selbst - der aufgetretenen Erkrankung des Pferdes - noch hinsichtlich der
vom Beklagten nicht vorgenommenen Mangelbeseitigung zu vertreten habe,
sondern bereits daraus, dass die Klägerin den Beklagten zur Mangelbesei-
tigung durch eine tierärztliche Behandlung des Pferdes nicht aufgefordert hat,
obwohl ihr dies zumutbar war.
Der Anspruch des Käufers auf Schadensersatz statt der Leistung gemäß
§§ 437 Nr. 3, 440, 280, 281 BGB setzt - wenn nicht einer der gesetzlich gere-
gelten Ausnahmetatbestände eingreift - voraus, dass der Käufer dem Verkäufer
erfolglos eine angemessene Frist zur Nacherfüllung bestimmt hat (Senatsurteil
vom 23. Februar 2005 - VIII ZR 100/04, NJW 2005, 1348 unter II 1 a, zur Veröf-
fentlichung in BGHZ 162, 219 bestimmt; Senatsurteil vom 22. Juni 2005
- VIII ZR 1/05, ZGS 2005, 433, unter II 1). Dieser Grundsatz gilt auch beim Kauf
eines Tieres (vgl. Senatsurteil vom 22. Juni 2005, aaO unter II 2) und damit
ebenfalls bei einem Tausch von Tieren (§ 480 BGB). Einer der in §§ 440, 281
Abs. 2 BGB genannten Ausnahmefälle, in denen eine erfolglose Fristsetzung
zur Nacherfüllung entbehrlich ist, liegt hier nicht vor.
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a) Beim Kauf eines Tieres können, wie der Senat entschieden hat, be-
sondere Umstände, die nach § 437 Nr. 3 in Verbindung mit §§ 440, 281 Abs. 2
BGB ausnahmsweise die sofortige Geltendmachung des Anspruches auf Scha-
densersatz statt der Leistung rechtfertigen, dann vorliegen, wenn der Zustand
des Tieres eine unverzügliche tierärztliche Behandlung als Notmaßnahme er-
forderlich erscheinen lässt, die vom Verkäufer nicht rechtzeitig veranlasst wer-
den könnte (Senatsurteil vom 22. Juni 2005, aaO). Dass ein Nacherfüllungsver-
langen der Klägerin unter diesem Gesichtspunkt entbehrlich gewesen wäre, hat
das Berufungsgericht nicht festgestellt und ist auch im Übrigen nicht ersichtlich;
vom Berufungsgericht übergangenen Sachvortrag zeigt die Revisionserwide-
rung der Klägerin insoweit nicht auf.
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b) Das Berufungsgericht meint, dass ein Nacherfüllungsverlangen und
das damit verbundene Abwarten der gesetzten Frist für den Käufer eines Tieres
auch dann unzumutbar sei, wenn es sich um ein Tier handele, das der Käufer
nicht aus wirtschaftlichem Interesse, sondern aus persönlichen Beweggründen
erworben habe. Dem ist nicht zu folgen. Auf eine Differenzierung nach dem Er-
werbsmotiv des Käufers eines Tieres kommt es für die Beurteilung, ob dem
Käufer zugemutet werden kann, vom Verkäufer des Tieres Nacherfüllung zu
verlangen, nicht an. Weder aus den einschlägigen Bestimmungen des Bürgerli-
chen Gesetzbuchs (§§ 90 a, 433 ff. BGB) noch aus dem vom Berufungsgericht
in diesem Zusammenhang herangezogenen Tierschutzgedanken des Art. 20 a
GG ist herzuleiten, dass für den Vorrang der Nacherfüllung gegenüber dem An-
spruch des Käufers auf Schadensersatz statt der Leistung beim Tierkauf maß-
geblich zu sein hätte, ob es sich um ein Nutztier oder, wie hier, um ein von ei-
nem Hobbyreiter erworbenes Pferd handelt. Das Erwerbsmotiv des Käufers hat
deshalb auch in den bisherigen Entscheidungen des Senats zur Frage der
Nacherfüllung beim Kauf eines Hundes keine Rolle gespielt (Senatsurteil vom
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22. Juni 2005, aaO; vgl. auch Senatsurteil vom 22. Juni 2005 – VIII ZR 281/04,
NJW 2005, 2852 unter III 2, zur Veröffentlichung in BGHZ 163, 234 bestimmt).
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3. Zu Unrecht hat das Berufungsgericht den geltend gemachten An-
spruch nach § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB (analog) für begründet erachtet.
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a) Der Senat hat, wie das Berufungsgericht nicht verkennt, bereits ent-
schieden, dass der Käufer, der den Mangel selbst beseitigt, ohne dem Verkäu-
fer zuvor eine erforderliche Frist zur Nacherfüllung gesetzt zu haben, nicht nur
den Anspruch auf Schadensersatz statt der Leistung verliert, sondern auch
nicht gemäß § 326 Abs. 2 Satz 2, Abs. 4 BGB (analog) Ersatz der vom Verkäu-
fer ersparten Aufwendungen für die Mängelbeseitigung verlangen kann (Se-
natsurteil vom 23. Februar 2005, aaO unter II 2; Senatsurteil vom 22. Juni 2005
- VIII ZR 1/05, aaO unter II 1). Zur Begründung hat der Senat darauf hingewie-
sen, dass die §§ 437 ff. BGB insoweit abschließende Regelungen enthalten, die
auch einen Anspruch auf Herausgabe ersparter Aufwendungen in unmittelbarer
oder analoger Anwendung des § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB ausschließen; ande-
renfalls würde dem Käufer im Ergebnis ein Selbstvornahmerecht auf Kosten
des Verkäufers zugebilligt, auf das der Gesetzgeber bewusst verzichtet hat, und
damit der Vorrang der Nacherfüllung unterlaufen, der den §§ 437 ff. BGB
zugrunde liegt (Senatsurteil vom 23. Februar 2005, aaO unter II 2 b). Daran hält
der Senat auch unter Berücksichtigung abweichender Auffassungen im Schrift-
tum fest (so bereits Senatsurteil vom 22. Juni 2005 -
VIII
ZR 1/05,
aaO).
Da ein Nacherfüllungsverlangen hier - entgegen der Auffassung des Be-
rufungsgerichts - zumutbar und damit erforderlich war (oben unter 2), scheidet
ein Anspruch der Klägerin aus § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB (analog) schon aus
diesem Grund aus.
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b) Aber auch dann, wenn der - vom Berufungsgericht angenommene,
hier aber nicht gegebene - Ausnahmefall vorläge, in dem besondere Umstände
die Nacherfüllung durch den Verkäufer für den Käufer unzumutbar erscheinen
lassen und deshalb die sofortige Geltendmachung des Anspruchs auf Scha-
densersatz statt der Leistung rechtfertigen, bestünde entgegen der Auffassung
des Berufungsgerichts kein Anspruch der Klägerin gemäß § 326 Abs. 2 Satz 2,
Abs. 4 BGB (analog) auf Ersatz der Kosten für die Mangelbeseitigung in Höhe
der vom Verkäufer ersparten Aufwendungen. Wenn es dem Käufer aus beson-
deren Gründen nicht zuzumuten ist, dem Verkäufer Gelegenheit zur Nacherfül-
lung zu geben, der Verkäufer aber - wie das Berufungsgericht hier rechtsfehler-
frei festgestellt hat - weder den Mangel selbst noch die Umstände zu vertreten
hat, auf denen es beruht, dass er den Mangel nicht beseitigt hat, so scheidet
nicht nur ein Anspruch des Käufers auf Schadensersatz statt der Leistung aus
(§§ 437 Nr. 3, 281, 280 Abs. 1 Satz 2 BGB); in diesem Fall hat der Verkäufer
die Kosten der Mangelbeseitigung auch nicht nach § 326 Abs. 2 Satz 2, Abs. 4
BGB (analog) zu erstatten. Der abschließende Charakter der Regelungen in
§§ 437 ff. BGB über die Ansprüche des Käufers bei einem Mangel der Kaufsa-
che und die Entscheidung des Gesetzgebers gegen ein Selbstvornahmerecht
des Käufers (Senatsurteil vom 23. Februar 2005, aaO unter II 2
b) stehen der
unmittelbaren oder analogen Anwendung des § 326 Abs. 2 Satz 2 BGB auch in
diesem Fall entgegen. Der Käufer hat bei einer - für die eine oder die andere
Vertragspartei - unzumutbaren Nacherfüllung gegenüber dem Verkäufer, der
die Verletzung seiner Pflicht zur Verschaffung einer mangelfreien Sache (§ 433
Abs. 1 Satz 2 BGB) nicht zu vertreten hat (§ 280 Abs. 1 Satz 2 BGB), die Rech-
te auf Rücktritt vom Kaufvertrag oder Minderung des Kaufpreises (§ 437 Nr. 2
BGB), die im Gegensatz zum Schadensersatzanspruch eine vom Verkäufer zu
vertretende Pflichtverletzung nicht voraussetzen (Senatsurteil vom 22. Juni
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2005 - VIII ZR 281/04, aaO unter III 3). Diese Rechte macht die Klägerin jedoch
im vorliegenden Rechtsstreit nicht geltend.
III.
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Das angefochtene Urteil kann danach keinen Bestand haben. Der
Rechtsstreit ist zur Endentscheidung reif, weil es keiner weiteren tatsächlichen
Feststellungen bedarf. Da die Klage nicht begründet ist, ist das Berufungsurteil
aufzuheben und die Berufung der Klägerin gegen das erstinstanzliche Urteil
zurückzuweisen (§ 562 Abs. 1, § 563 Abs. 3 ZPO).
Dr. Beyer
Ball
Wiechers
Dr. Frellesen
Hermanns
Vorinstanzen:
AG Kamenz, Entscheidung vom 10.11.2004 - 1 C 656/04 -
LG Bautzen, Entscheidung vom 26.04.2005 - 1 S 145/04 -