Urteil des BGH vom 08.01.2014, AnwZ (Brfg) 61/13

Aktenzeichen: AnwZ (Brfg) 61/13

BGH: wiedereinsetzung in den vorigen stand, könig, zustellung, umdeutung, auskunft, unvereinbarkeit, mitgliedschaft, befragung

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

AnwZ (Brfg) 61/13

vom

8. Januar 2014

in der verwaltungsrechtlichen Anwaltssache

wegen Feststellung

Der Bundesgerichtshof, Senat für Anwaltssachen, hat durch den Vorsitzenden

Richter Prof. Dr. Kayser, den Richter Prof. Dr. König, die Richterin Dr. Fetzer

sowie die Rechtsanwälte Dr. Martini und Prof. Dr. Quaas

am 8. Januar 2014

beschlossen:

Der Rechtsbehelf des Klägers gegen das Urteil des 1. Senats des

Brandenburgischen Anwaltsgerichtshofs vom 15. Juli 2013 wird

auf Kosten des Klägers als unzulässig verworfen.

Der Wert des Verfahrens wird auf 5.000 festgesetzt.

Gründe:

I.

1Der Anwaltsgerichtshof hat die auf Feststellung der Unvereinbarkeit der

Mitgliedschaft eines Vorstandsmitglieds der Rechtsanwaltskammer in einer im

Deutschen Bundestag oder dem brandenburgischen Landtag vertretenen politischen Partei oder einer "Geheimgesellschaft (L. , R. )" mit §§ 1 und

43a Abs. 4 BRAO sowie auf Auskunft und Verurteilung zur künftigen Befragung

von Bewerbern um einen Sitz im Vorstand der Beklagten gerichtete Klage abgewiesen und die Berufung nicht zugelassen. Der Kläger hat "gegen das […]

Urteil, zugestellt am 17. Juli 2013, Berufung" eingelegt, aber keine Begründung

eingereicht.

II.

2Der vom Kläger als "Berufung" bezeichnete Rechtsbehelf ist unzulässig.

3Eine Berufung ist mangels Zulassung nicht statthaft, § 112e Satz 1

BRAO.

4Ob die Eingabe des - durch den Anwaltsgerichtshof ordnungsgemäß belehrten - Klägers nach Auslegung oder Umdeutung als Antrag auf Zulassung

der Berufung behandelt werden kann, wofür sich anführen ließe, dass es sich

dabei um das einzige statthafte Rechtsmittel gegen das angefochtene Urteil

handelt (vgl. aber BVerwG, NVwZ 1999, 641, 642; Beschluss vom 9. Februar

2005 - 6 B 75.04, juris; vom 10. Januar 2013 - 4 B 30.12, juris), bedarf keiner

Entscheidung. Die Frist zur Begründung eines Antrags auf Zulassung der Berufung beträgt nach § 112e Satz 2 BRAO, § 124a Abs. 4 Satz 4 VwGO zwei Monate und beginnt mit der Zustellung des vollständigen Urteils. Die Begründungsfrist lief danach am 17. September 2013 ab. Der Kläger hat bis dahin lediglich

einen Fristverlängerungsantrag eingereicht. Die Frist zur Begründung eines Zulassungsantrags ist aber nach § 112e Satz 2 BRAO, § 125 Abs. 1 Satz 1, § 57

Abs. 2 VwGO und § 224 Abs. 2 ZPO einer Verlängerung nicht zugänglich (vgl.

BGH, Beschluss vom 12. Oktober 2010 - AnwZ (Brfg) 3/10, juris). Folglich wäre

auch ein Antrag auf Zulassung der Berufung unzulässig. Nachdem der Kläger

auf den gerichtlichen Hinweis zu den Bedenken gegen die Zulässigkeit seines

Rechtsbehelfs keine Antragsbegründung eingereicht hat, stellt sich auch nicht

die Frage, ob ihm andernfalls von Amts wegen - eine nur im Parallelverfahren

AnwZ (Brfg) 60/13 beantragte - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gewährt

werden könnte (vgl. § 60 Abs. 2 Satz 1 Halbsatz 2, Satz 3 und 4 VwGO).

5Die Kostenentscheidung beruht auf § 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, § 154

Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf § 194 Abs. 1 BRAO, § 52 Abs. 2

GKG.

Kayser König Fetzer

Martini Quaas

Vorinstanz:

AGH Brandenburg, Entscheidung vom 15.07.2013 - AGH I 3/12 -

Letze Urteile des Bundesgerichtshofs

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 278/01 vom 17.10.2001

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 245/01 vom 17.10.2001

Leitsatzentscheidung

NotZ 39/02 vom 31.03.2003

Urteil herunterladen
Informationen
Optionen
Sie suchen einen Anwalt?

Wir finden den passenden Anwalt für Sie! Nutzen Sie einfach unseren jusmeum-Vermittlungsservice!

Zum Vermittlungsservice