Urteil des BGH, Az. V ZR 302/12

BGH: genehmigung, form, erfüllung, brunnen, realisierung
BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
V ZR 302/12
vom
14. November 2013
in dem Rechtsstreit
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Der V. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 14. November 2013 durch die
Vorsitzende
Richterin
Dr. Stresemann
und
die
Richter
Dr. Lemke,
Prof. Dr. Schmidt-Räntsch, Dr. Czub und Dr. Kazele
beschlossen:
Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revi-
sion in dem Urteil des Oberlandesgerichts Nürnberg - 4. Zivilse-
nat - vom 26. November 2012 wird zurückgewiesen.
Die Rechtssache wirft keine entscheidungserheblichen Fragen
von grundsätzlicher Bedeutung auf. Eine Entscheidung ist auch
nicht zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheit-
lichen Rechtsprechung erforderlich (§ 543 Abs. 2 ZPO). Zwar geht
das Berufungsgericht rechtsfehlerhaft davon aus, dass die Reali-
sierung der sog. Brunnen-Lösung der Klägerin zur Erfüllung ihrer
Verpflichtung aus der rechtskräftigen Verurteilung noch rechtlich
möglich sei. Zum einen lässt es unberücksichtigt, dass die Ge-
nehmigung dieser Maßnahme bestandskräftig abgelehnt wurde.
Für die Frage, ob ein rechtliches Leistungshindernis in Form der
Versagung einer erforderlichen Genehmigung vorliegt, ist das Er-
gebnis des Genehmigungsverfahrens maßgebend (vgl. Senat, Ur-
teil vom 7. Oktober 1977 - V ZR 131/75, NJW 1978, 1262, 1263;
Urteil vom 10. Juli 1981 - V ZR 79/80, NJW 1981, 2687, 2689;
BGH, Urteil vom 9. November 1994 - VIII ZR 41/94, BGHZ 127,
368, 320). Zum anderen verkennt es die Tatbestandswirkung des
ergangenen - bestandskräftigen - Ablehnungsbescheides (BGH,
Urteil vom 4. Februar 2004 - XII ZR 301/01, BGHZ 158, 19, 22;
Senat vom 19. Oktober 2007 - V ZR 42/07, ZOV 2008, 27). Der
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Fehler ist aber nicht entscheidungserheblich, da sich die Klägerin
nach dem in § 275 Abs. 2 Satz 2 BGB zum Ausdruck kommenden
Grundsatz nicht auf die Unverhältnismäßigkeit anderer Beseiti-
gungsmaßnahmen, wie etwa der Herstellung einer weißen Wan-
ne, berufen kann. Die Klägerin hat nämlich die Situation zu vertre-
ten, deren Beseitigung sie als wirtschaftlich unzumutbar ansieht
(vgl. Senat, Urteil vom 30. Mai 2008 - V ZR 184/07, NJW 2008,
3122 Rn. 18 ff.; Urteil vom 23. Oktober 2009 - V ZR 141/08, NZM
2010, 174 Rn. 22 ff.).
Die Klägerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97
Abs. 1 ZPO).
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Der
Gegenstandswert
des
Beschwerdeverfahrens
beträgt
47.600
€.
Stresemann Lemke
Schmidt-Räntsch
Czub
Kazele
Vorinstanzen:
LG Amberg, Entscheidung vom 27.04.2012 - 12 O 876/10 -
OLG Nürnberg, Entscheidung vom 26.11.2012 - 4 U 1050/12 -