Urteil des BGH vom 22.12.2004, III ZR 235/04

Aktenzeichen: III ZR 235/04

BGH (tatsächliche vermutung, beschwerde, zpo, streitwert, begründung, vermutung, lebenserfahrung, vertrieb, fortbildung, sicherung)

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

III ZR 235/04

vom

22. Dezember 2004

in dem Rechtsstreit

Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 22. Dezember 2004 durch

den Vorsitzenden Richter Schlick und die Richter Streck, Dr. Kapsa, Galke und

Dr. Herrmann

beschlossen:

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 4. Zivilsenats des Oberlandesgerichts

Hamm vom 23. März 2004 - 4 U 19/04 - wird zurückgewiesen, weil

weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die

Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen

Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Soweit das Berufungsgericht eine Verpflichtung der Beklagten zur

Aufklärung über die Höhe der Innenprovision für den Vertrieb der

Vermögensanlage verneint hat, ist der von der Beschwerde herausgestellte Widerspruch zu dem - dem Berufungsgericht noch

nicht bekannten - Senatsurteil vom 12. Februar 2004 - III ZR

359/02 - VersR 2004, 601 (für BGHZ 158, 110 vorgesehen) nicht

entscheidungserheblich; denn das Berufungsgericht hat in seiner

Hilfsbegründung in tatrichterlicher Einzelfallwürdigung die Ursächlichkeit des betreffenden Aufklärungsmangels für die Anlageentscheidung des Klägers verneint. Bei dieser Würdigung hat sich

das Berufungsgericht im Rahmen der von der Beschwerde genannten Rechtsprechung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (vgl. Urteil vom 1. März 2004 - III ZR 88/02 - ZIP 2004, 1104,

1106 m.w.N.) gehalten, wonach es zwar der Lebenserfahrung entspricht, daß ein Prospektfehler für die Anlageentscheidung ursächlich gewesen ist, die darin liegende (tatsächliche) Vermutung

jedoch nach Lage des Einzelfalls entkräftet sein kann.

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2

Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens 97

Abs. 1 ZPO).

Streitwert: 74.955,39

Schlick Streck Kapsa

Galke Herrmann

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Leitsatzentscheidung

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