Urteil des BGH vom 08.06.2004, IX ZB 239/03

Aktenzeichen: IX ZB 239/03

BGH (schuldner, zpo, abtretung, antrag, inkrafttreten, bezug, begründung, rechtsmittel, eröffnung, verfahrenskosten)

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

IX ZB 239/03

vom

8. Juni 2004

in dem Insolvenzverfahren

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter

Dr. Kreft und die Richter Dr. Fischer, Raebel, Neškovi und Cierniak

am 8. Juni 2004

beschlossen:

Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluß des Einzelrichters

der 6. Zivilkammer des Landgerichts Arnsberg vom 26. September 2003 wird auf Kosten des Schuldners verworfen.

Der Gegenstandswert für das Rechtsbeschwerdeverfahren wird

auf 500 festgesetzt.

Gründe:

I.

Am 14. Dezember 2001 beantragte der Schuldner die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über sein Vermögen und die Erteilung der Restschuldbefreiung. Im Verfahren erklärte er, daß er bereits vor dem 1. Januar 1997 zahlungsunfähig gewesen sei; er begehrte daher, die Laufzeit der Abtretungserklärung 287 Abs. 2 Satz 1 InsO) auf fünf Jahre zu verkürzen (Art. 107 EGInsO).

Das Amtsgericht - Insolvenzgericht - hat dem Schuldner die Verfahrenskosten gestundet 4a Abs. 1 und 3 InsO) und am 8. Februar 2002 das Insol-

venzverfahren eröffnet. Mit Beschluß vom 19. August 2003 hat es die Restschuldbefreiung angekündigt und bestimmt, daß die Laufzeit der Abtretung am

8. Februar 2002 begonnen habe und sechs Jahre betrage.

Soweit die Laufzeit der Abtretung auf sechs - statt der begehrten fünf -

Jahre festgesetzt worden ist, hat der Schuldner sofortige Beschwerde erhoben.

Das Landgericht hat diese als unbegründet zurückgewiesen. Dagegen wendet

sich der Schuldner mit seiner Rechtsbeschwerde.

II.

Das Rechtsmittel ist statthaft 574 Abs. 1 Nr. 1 ZPO i.V.m. § 7 InsO),

aber unzulässig, weil die Voraussetzungen des § 574 Abs. 2 Nr. 1 und 2 ZPO

nicht vorliegen. Mit Beschluß vom 21. Mai 2004 in der Parallelsache IX ZB

274/03 (z.V.b.), auf dessen Begründung Bezug genommen wird, hat der Senat

entschieden, daß Art. 107 EGInsO nur während einer Übergangszeit gilt und

daß diese mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Änderung der Insolvenzordnung

und anderer Gesetze vom 26. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2710) als beendet an-

zusehen ist. Die Vorinstanzen haben demgemäß zutreffend entschieden, daß

für den vorliegenden Antrag die Möglichkeit der Laufzeitverkürzung gemäß

Art. 107 EGInsO nicht besteht.

Kreft Fischer Raebel

Neškovi Cierniak

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Leitsatzentscheidung

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