Urteil des BGH vom 14.12.2004, X ZR 183/01

Entschieden
14.12.2004
Schlagworte
Stand der technik, Zuteilung, Fachmann, Pumpe, Patentanspruch, Frequenz, Aufteilung, Bundesrepublik deutschland, Farbe, Umfang
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BUNDESGERICHTSHOF

IM NAMEN DES VOLKES

URTEIL

X ZR 183/01 Verkündet am: 22. Februar 2005 Wermes Justizhauptsekretär als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle

in der Patentnichtigkeitssache

Der X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 14. Dezember 2004 durch den Vorsitzenden Richter Dr. Melullis,

den Richter Keukenschrijver, die Richterin Mühlens und die Richter Dr. Meier-

Beck und Asendorf

für Recht erkannt:

Die Berufung des Beklagten gegen das am 22. Mai 2001 verkündete

Urteil des 2. Senats (Nichtigkeitssenats) des Bundespatentgerichts

wird zurückgewiesen.

Auf die Anschlußberufung der Klägerin zu 1 wird das am 22. Mai

2001 verkündete Urteil des 2. Senats (Nichtigkeitssenats) des Bundespatentgerichts abgeändert. Das europäische Patent 0 210 282

wird mit Wirkung für die Bundesrepublik Deutschland in vollem Umfang für nichtig erklärt.

Der Beklagte trägt die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens einschließlich der durch die Nebenintervention entstandenen Kosten.

Die in der Berufungsinstanz entstandenen Gerichtskosten tragen

der Beklagte zu 98 % und die Klägerin zu 2 zu 2 %.

Die in der Berufungsinstanz entstandenen außergerichtlichen Kosten der Klägerin zu 1 und der Streithelferin trägt der Beklagte.

Die in der Berufungsinstanz entstandenen außergerichtlichen Kosten des Beklagten und der Klägerin zu 2 tragen der Beklagte zu

94 % und die Klägerin zu 2 zu 6 %.

Von Rechts wegen

Tatbestand:

Der Beklagte war eingetragener Inhaber des am 14. November 1984 angemeldeten, unter anderem mit Wirkung für die Bundesrepublik Deutschland

erteilten, inzwischen durch Ablauf der Schutzdauer erloschenen, europäischen

Patents 0 210 282 (Streitpatents). Das Streitpatent betrifft eine Vorrichtung zum

dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten und/oder dosierten Aufteilen

bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe. Es umfaßt 16 Patentansprüche.

Patentanspruch 1 lautet in der Verfahrenssprache Deutsch:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht und für jede Verdrängereinheit

ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist.

Patentanspruch 9 lautet:

Vorrichtung nach Patentansprüchen 1 bis 8, bei der die volumetrische Zuteilung entsprechend dem temperaturabhängigen Ausdehnungsverhalten der betreffenden Stoffe und/oder entsprechend dem

druckdifferenzabhängigen Schlupf ausgleichend geregelt wird.

Wegen der Patentansprüche 2 bis 8 und 10 bis 16 wird auf die Streitpatentschrift Bezug genommen.

Die Klägerinnen und ihre Streithelferin haben geltend gemacht, der Gegenstand des Streitpatents sei nicht patentfähig, er sei gegenüber dem Stand

der Technik nicht neu und beruhe jedenfalls nicht auf erfinderischer Tätigkeit.

Das Bundespatentgericht hat unter Klageabweisung im übrigen das

Streitpatent teilweise für nichtig erklärt, nämlich im Umfang der Patentansprüche 1 bis 8 und im Umfang des Patentanspruchs 9, soweit die volumetrische

Zuteilung (allein) entsprechend dem temperaturabhängigen Ausdehnungsverhalten der betreffenden Stoffe ausgleichend geregelt wird (Variante 1) und weiterhin im Umfang der Patentansprüche 10 bis 16, soweit diese nicht direkt oder

indirekt auf Patentanspruch 9 in seiner eingeschränkten Fassung zurückbezogen sind.

Mit seiner Berufung verfolgt der Beklagte seinen Antrag weiter, die Nichtigkeitsklage in vollem Umfang abzuweisen. Hilfsweise verteidigt der Beklagte

das Streitpatent mit geänderten Fassungen des Patentanspruchs 1 gemäß den

folgenden Hilfsanträgen 1 bis 12, auf die sich jeweils die erteilten Unteransprüche beziehen sollen.

Hilfsantrag 1

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht und für jede Verdrängereinheit

ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist, wobei unter Berücksichtigung des Schluckvolumens der Verdrängereinheiten das Dosier- und/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis zwischen

den Antriebsmotoren bestimmbar ist.

Hilfsantrag 2

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht und für jede Verdrängereinheit

ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist und

die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt.

Hilfsantrag 3

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneter Mengendosierer (1),

der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht und für jede Verdrängereinheit

ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist, wobei unter Berücksichtigung des Schluckvolumens der Verdrängereinheiten das Dosier- und/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis zwischen

den Antriebsmotoren bestimmbar ist und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt.

Hilfsantrag 4

Anspruch 1:

1. Vorrichtung

1.1 zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten und/oder

1.2 zum dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen

1.3 flüssiger oder pastöser Stoffe,

2. jedem Teilstrom ist ein Mengendosierer zugeordnet,

2.1 der Mengendosierer weist eine von einem Motor antreibbare

Pumpe auf,

2.2 jeder Mengendosierer besteht aus einer volumetrisch wirksamen Verdrängereinheit zur

a) proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder

b) Aufteilung eines Volumenstroms in gleiche oder proportionale Teilströme bzw.

c) Ausbringung,

2.3 wobei die Verdrängereinheiten aus im wesentlichen rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen,

3. für jede Verdrängereinheit ist ein Antriebsmotor vorgesehen,

3.3 die Frequenz eines Antriebsmotors ist mittels Ansteuergerät

ansteuerbar

3.4 und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar.

Hilfsantrag 5

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht und die Verdrängereinheiten

im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen

bestehen, wobei für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz

mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist

und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels

Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt.

Hilfsantrag 6

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht,

Disclaimer

wobei die Verdrängereinheiten der Mengendosierer (1) nicht als

elektrohydraulischer Linearverstärker mit einer Hydraulik-Kolben-

Zylindereinheit ausgebildet sind

und für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist.

Hilfsantrag 7

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastö-

ser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht,

Disclaimer

wobei die Verdrängereinheiten der Mengendosierer (1) nicht als

elektrohydraulischer Linearverstärker mit einer Hydraulik-Kolben-

Zylindereinheit ausgebildet sind

und für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt.

Hilfsantrag 8

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht,

Disclaimer

wobei die Verdrängereinheiten der Mengendosierer (1) nicht als

elektrohydraulischer Linearverstärker mit einer Hydraulik-Kolben-

Zylindereinheit ausgebildet sind

und für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt, wobei unter Berücksichtigung des

Schluckvolumens der Verdrängereinheiten das Dosier- und/oder

Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren bestimmbar ist.

Hilfsantrag 9

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht,

Disclaimer

wobei die Verdrängereinheiten der Mengendosierer (1) nicht als

elektrohydraulischer Linearverstärker mit einer Hydraulik-Kolben-

Zylindereinheit ausgebildet sind

und die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen, wobei für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer

Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen

den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar

ist und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt, wobei unter Berücksichtigung des Schluckvolumens der Verdrängereinheiten das Dosier- und/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis

zwischen den Antriebsmotoren bestimmbar ist.

Hilfsantrag 10

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht, und für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer An-

triebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen

den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar

ist, wobei unter Berücksichtigung des Schluckvolumens der Verdrängereinheiten das Dosier- und/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis

zwischen den Antriebsmotoren bestimmbar ist und die Zuteilung

verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes bzw. Ausbringung kontinuierlich erfolgt.

Hilfsantrag 11

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht, und für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und das Frequenzverhältnis zwischen

den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar

ist, wobei unter Berücksichtigung des Schluckvolumens der Verdrängereinheiten das Dosier- und/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis

zwischen den Antriebsmotoren bestimmbar ist und das Medium

druckbeaufschlagt dem Mengendosierer (1) und/oder den Zerstäubungsdüsen zugeführt wird.

Hilfsantrag 12

Anspruch 1:

Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer

(1), der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer

(1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder

proportionale Teilströme bzw. Ausbringung aus einer volumetrisch

wirksamen Verdrängereinheit besteht und die Verdrängereinheiten

im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen

bestehen und für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist und

das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist, wobei unter Berücksichtigung des Schluckvolumens der Verdrängereinheiten das Dosierund/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise

ansteuerbaren Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

bestimmbar ist und das Medium druckbeaufschlagt dem Mengendosierer (1) und/oder den Düsen zugeführt wird.

Er stellt weiter die folgenden Hilfsanträge 13 und 14, denen sich die zunächst mit Nr. 13 bis 16 bezeichneten Hilfsanträge als neue Hilfsanträge 15 bis

18 anschließen sollen.

Hilfsantrag 13

Das angefochtene Urteil wird dadurch abgeändert, daß die Nichtigkeitsklage mit der Maßgabe abgewiesen wird, daß Patentanspruch 1 auch mit Wirkung für die Patentansprüche 3 bis 8, den Patentanspruch 9, soweit die volumetrische Zuteilung entsprechend

dem temperaturanhängigen Ausdehnungsverhalten der betreffenden Stoffe allein ausgleichend geregelt wird (Variante 1) und die

Patentansprüche 10 bis 16, soweit diese direkt oder indirekt auf die

Patentansprüche 1 bis 8 und soweit diese direkt oder indirekt auf

Patentanspruch 9 zurückbezogen sind, soweit die volumetrische

Zuteilung entsprechend dem temperaturabhängigen Ausdehnungsverhalten der betreffenden Stoffe allein ausgleichend geregelt wird

(Variante 1), folgende Fassung erhält:

"Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger

oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten

Mengendosierer (1), der eine von einem Motor antreibbare

Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer (1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder Aufteilung eines Volumenstromes in gleiche oder proportionale Teilströme bzw.

Ausbringung aus einer volumetrisch wirksamen Verdränger-

einheit besteht und die Verdrängereinheiten im wesentlichen

aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen,

wobei für jede Verdrängereinheit ein dessen Frequenz mittels

Ansteuergerät ansteuerbarer Antriebsmotor vorgesehen ist

und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichmäßig und gleichzeitig erfolgt."

Hilfsantrag 14

Das angefochtene Urteil wird dadurch abgeändert, daß die Nichtigkeitsklage mit der Maßgabe abgewiesen wird, daß Patentanspruch 1 auch mit Wirkung für die Patentansprüche 3 bis 8, den Patentanspruch 9, soweit die volumetrische Zuteilung entsprechend

dem temperaturabhängigen Ausdehnungsverhalten der betreffenden Stoffe allein ausgleichend geregelt wird (Variante 1) und die Patentansprüche 10 bis 16, soweit diese direkt oder indirekt auf die Patentansprüche 1 bis 8 und soweit diese direkt oder indirekt auf die

Patentanspruch 9 zurückbezogen sind, soweit die volumetrische Zuteilung entsprechend dem temperaturabhängigen Ausdehnungsverhalten der betreffenden Stoffe allein ausgleichend geregelt wird (Variante 1), folgende Fassung erhält:

"Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer (1), der eine

von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , daß jeder Mengendosierer (1) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten aus einer volumetrisch wirksamen

Verdrängereinheit besteht und für jede Verdrängereinheit ein

Antriebsmotor vorgesehen ist, dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbar ist und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise

ansteuerbar ist, wobei die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen gebildet sind."

Hilfsantrag 15 (alter Hilfsantrag 13)

Anspruch 1:

a) Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

b) und dosierten Ausbringen

c) flüssiger oder pastöser Stoffe

d) mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer (1)

e) der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

- Oberbegriff -

f) wobei jeder Mengendosierer (1) aus einer volumetrisch wirksamen Verdrängereinheit besteht,

g) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten,

h) wobei für jede Verdrängereinheit ein Antriebsmotor vorgesehen

ist

i) und die Frequenz jedes Antriebsmotors mittels Ansteuergerät

ansteuerbar ist,

j) wobei das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist

k) und die auszubringende Farbe bzw. flüssigen oder pastösen

Stoffe, nach Weg und Zeit kurz vor der Zerstäubung hergestellt

werden

l) und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt.

Hilfsantrag 16 (alter Hilfsantrag 14)

Anspruch 1:

a) Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

b) und dosierten Ausbringen

c) flüssiger oder pastöser Stoffe

d) mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer (1)

e) der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

- Oberbegriff -

f) wobei jeder Mengendosierer (1) aus einer volumetrisch wirksamen Verdrängereinheit besteht,

g) und die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen gebildet sind

h) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten,

i) wobei für jede Verdrängereinheit ein Antriebsmotor vorgesehen

ist

j) und die Frequenz jedes Antriebsmotors mittels Ansteuergerät

ansteuerbar ist,

k) wobei das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist,

l) und die auszubringende Farbe bzw. flüssigen oder pastösen

Stoffe, nach Weg und Zeit kurz vor der Zerstäubung hergestellt

werden

m) und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt.

Hilfsantrag 17 (alter Hilfsantrag 15)

Anspruch 1:

a) Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

b) und dosierten Ausbringen

c) flüssiger oder pastöser Stoffe

d) mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer (1)

e) der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

- Oberbegriff -

f) wobei jeder Mengendosierer (1) aus einer volumetrisch wirksamen Verdrängereinheit besteht,

g) und die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen gebildet sind

h) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten,

i) wobei für jede Verdrängereinheit ein Antriebsmotor vorgesehen

ist

j) und die Frequenz jedes Antriebsmotors mittels Ansteuergerät

ansteuerbar ist,

k) wobei das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist,

l) und das Dosier- und/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren bestimmbar ist

m) und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt

n) und ein als Mischkammer ausgebildeter Mischbehälter vorgesehen ist

o) und die Mischkammer mit möglichst kurzem Abstand vor einer

Düse angeordnet oder in diese integriert ist.

Hilfsantrag 18 (alter Hilfsantrag 16)

Anspruch 1:

a) Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

b) und dosierten Ausbringen

c) flüssiger oder pastöser Stoffe

d) mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer (1)

e) der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist,

- Oberbegriff -

f) wobei jeder Mengendosierer (1) aus einer volumetrisch wirksamen Verdrängereinheit besteht,

g) und die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen gebildet sind

h) zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten,

i) wobei für jede Verdrängereinheit ein Antriebsmotor vorgesehen

ist

j) und die Frequenz jedes Antriebsmotors mittels Ansteuergerät

ansteuerbar ist,

k) wobei das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist,

l) und das Dosier- und/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren bestimmbar ist

m) und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt

n) und ein als Mischkammer ausgebildeter Mischbehälter vorgesehen ist

o) und die Mischkammer mit möglichst kurzem Abstand vor einer

Düse angeordnet oder in diese integriert ist

p) und das Medium druckbeaufschlagt dem Mengendosierer (1)

und/oder den Zerstäubungsdüsen (7) zugeführt wird.

Schließlich verteidigt der Beklagte das Streitpatent in der Fassung folgender in der mündlichen Verhandlung überreichter Hilfsanträge 19 und 20.

Hilfsantrag 19

Anspruch 1:

1. Vorrichtung

1.1 zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten und

2. Ausbringen,

2.1 flüssiger und pastöser Stoffe;

3. mittels jedem Teilstrom zugeordneter Mengendosierer (1),

4. der eine von einem Motor angetriebene Pumpe aufweist und

5. jeder Mengendosierer (1)

6. zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener

Komponenten

7. aus einer volumetrisch wirksamen Verdrängereinheit besteht

und

8. für jede Verdrängereinheit ist ein Antriebsmotor vorgesehen,

9. dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbar ist, wobei

10. das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren ist

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar und

11. die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen gebildet sind und dadurch

12. die Zuteilung und/oder Ausbringung kontinuierlich und

13. gleichzeitig erfolgt, wobei

14. ein als Mischkammer ausgebildeter Mischbehälter,

15. zur Homogenisierung der Komponenten als Mischkammer

ausgebildet

16. und die Mischkammer einer Düse unmittelbar vorgelagert

oder in diese integriert ist.

Hilfsantrag 20

Anspruch 1:

1. Vorrichtung

1.1 zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten und/oder

1.2 dosierten Aufteilen

1.3 bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe;

2. jeden Teilstrom ist ein Mengendosierer zugeordnet;

3. der Mengendosierer weist eine von einem Motor angetriebene

Pumpe auf;

4. jeder Mengendosierer besteht aus einer volumetrisch wirkenden Verdrängereinheit

4.1 zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener

Komponenten und/oder

4.2 Aufteilung des Volumenstromes in gleiche oder proportionale

Teilströme bzw.

4.3 Ausbringung;

5. für jede Verdrängereinheit ist ein Antriebsmotor vorgesehen,

5.1 dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbar ist;

6. das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren ist

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar, wobei

7. die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen gebildet sind und

8. dadurch die Zu- und/oder Aufteilung kontinuierlich und

8.1 gleichzeitig erfolgt, wobei

9. der Mischbehälter zur Homogenisierung der Komponenten als

Mischkammer ausgebildet und

9.1 die Mischkammer in möglichst kurzem Abstand vor der Zerstäubungsdüse angeordnet ist.

Die Klägerinnen treten dem Rechtsmittel entgegen. Die Klägerin zu 1 hat

mit Schriftsatz vom 30. November 2004 Anschlußberufung erhoben; sie beantragt,

das Urteil des Bundespatentgerichts vom 22. Mai 2001 abzuändern

und das europäische Patent 0 210 282 in vollem Umfang für nichtig

zu erklären.

Der Beklagte beantragt, die Anschlußberufung als unzulässig zu verwerfen, hilfsweise sie als unbegründet zurückzuweisen.

Als gerichtlicher Sachverständiger hat der emeritierte Prof. Dipl.-Ing.

G. V.

ein schriftliches Gutachten erstattet, das er in der mündlichen Verhandlung erläutert und ergänzt hat.

Entscheidungsgründe:

Die zulässige Berufung des Beklagten bleibt ohne Erfolg. Auf die Anschlußberufung der Klägerin zu 1 ist das Streitpatent in vollem Umfang für nichtig zu erklären.

I. Das Streitpatent ist zwischenzeitlich durch Zeitablauf erloschen (Art. 63

Abs. 1 EPÜ). Es bedarf daher für die Nichtigkeitsklage eines eigenen Rechtsschutzbedürfnisses der Klägerinnen (st. Rspr. des Senats, vgl. Urt. v.

29.09.1964 - Ia ZR 285/63, GRUR 1965, 231 - Zierfalten; Urt. v. 18.01.2000

- X ZR 102/97 - Kontaktfederblock II, Bausch, BGH 1999-2002, 142, 145). Ein

solches ist typischerweise gegeben, wenn die Gefahr besteht, daß der Nichtigkeitskläger oder seine Abnehmer für die Zeit vor Erlöschen des Schutzrechts

wegen Verletzung des Patents in Anspruch genommen werden (Sen.Urt. v.

26.06.1973 - X ZR 23/71, GRUR 1974, 146 - Schraubennahtrohr). Der Beklagte

hat, wie sich aus den von den Klägerinnen in Ablichtung vorgelegten Schreiben

des Beklagten ergibt, die Klägerinnen wegen Patentverletzung in Anspruch genommen und von ihnen einen "finanziellen Ausgleich" verlangt. Außerdem hat

er Abnehmer der Klägerinnen verwarnt und ihnen Rechnungen über Lizenzgebühren zugeleitet. Damit haben beide Klägerinnen weiterhin ein Rechtsschutzbedürfnis für die von ihnen weiterverfolgte Nichtigkeitsklage.

II. Das Streitpatent betrifft eine Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten und/oder dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen flüssiger oder pastöser Stoffe. Die Streitpatentschrift bezeichnet eingangs eine derartige Vorrichtung als aus der US-Patentschrift 3 097 764 bekannt, bei der aus

separaten Behältern mittels unabhängiger Pumpen Epoxydharz und Härter abgepumpt und einem Mix- und Sprühkopf zugeführt werden. Weitere Pumpen

mit Fühlern, Schaltern und einem Motor sorgten bei dieser Vorrichtung für die

Einhaltung eines festgelegten Werts des Auslaßdrucks des Epoxydharzes und

des Härters im Bereich vor dem Mix- und Sprühkopf und bestimmten dadurch

zugleich deren Zuführmenge. Falle der Auslaßdruck unter den festgelegten

Wert, so würden Motor und Pumpen eingeschaltet; überschreite der Auslaßdruck den festgelegten Wert, so würden Motor und Pumpen ausgeschaltet.

Die Streitpatentschrift beschreibt es als Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Verfügung zu stellen, mittels der er mit einfachen Mitteln und geringem Zeitaufwand eine exakte Zuteilung verschiedener Komponenten zwecks

Herstellung einer gewünschten Mischung erreicht wird und deren Menge auf

das tatsächlich erforderliche Maß abgestimmt ist. Bei Farbspritzgeräten solle

die zum Verkleben neigende Farbe in Pumpe und Zuleitung entfallen und ein

schneller Farbtonwechsel unter Einsparung von Reinigungsmitteln und Reinigungsarbeiten ermöglicht werden. Außerdem solle eine exakt dosierte Auftei-

lung, Ausbringung und Zerstäubung erreicht werden (Sp. 1 Z. 22-35). Die von

der Streitpatentschrift dazu vorgeschlagene Lösung läßt sich wie folgt gliedern:

1. Vorrichtung

1.1 zum dosierten

1.1.1 Zuteilen verschiedener Komponenten und/oder

1.1.2 Aufteilen bzw. Ausbringen

1.2 flüssiger oder pastöser Stoffe;

2. jedem Teilstrom ist ein Mengendosierer zugeordnet;

3. der Mengendosierer weist eine von einem Motor angetriebene Pumpe auf;

4. jeder Mengendosierer besteht aus einer volumetrisch wirkenden Verdrängereinheit

4.1 zur proportionalen (oder gleichen) Zuteilung verschiedener

Komponenten und/oder

4.2 Aufteilung eines Volumenstroms in (gleiche oder) proportionale Teilströme bzw.

4.3 Ausbringung eines Volumenstromes in (gleichen oder) proportionalen Teilströmen;

5. für jede Verdrängereinheit ist ein Antriebsmotor vorgesehen,

dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbar ist;

6. das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren ist

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar.

Mit diesen Vorschlägen stellt die Lehre des Streitpatents eine Vorrichtung

zur Verfügung, bei der volumetrische Dosierpumpen pro Umdrehung ein durch

ihre geometrische Gestaltung genau definiertes Verdrängungsvolumen fördern.

Das Streitpatent erwähnt als einzusetzende volumetrische Dosierungspumpen

Zahnrad- und Flügelzellenpumpen. Die Merkmalsgruppe 1 gibt dabei an, wozu

die Vorrichtung bestimmt sein soll. Aus Merkmal 2 ergibt sich, daß jeder Teilstrom gemessen, gefördert und geregelt werden soll durch einen Mengendosierer, wobei Merkmal 3 bestimmt, daß dazu eine Pumpe zum Einsatz kommen

soll. Nach Merkmal 4 soll es sich um eine volumetrische Pumpe handeln.

Merkmal 4.1 gibt an, daß mehrere Teilströme miteinander in einem bestimmten

Verhältnis gemischt werden sollen, Merkmale 4.2 und 4.3, daß alternativ ein

einheitlicher Strom in einem bestimmten Verhältnis aufgeteilt oder ausgebracht

werden soll. Die Merkmale 5 und 6 in ihrem Verhältnis zueinander sind in Patentanspruch 1 dahin umschrieben, daß Merkmal 5 die Frequenz, d.h. bei den

dort angesprochenen Antriebsmotoren die Drehzahl jedes Motors mittels Ansteuergerät einstellbar ist und daß Merkmal 6 das Frequenzverhältnis zwischen

den Antriebsmotoren mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar ist. Der Senat geht aufgrund der überzeugenden Ausführungen des gerichtlichen Sachverständigen davon aus, daß der Fachmann das Wort "wahlweise" so versteht, daß

beide Ansteuerungsmöglichkeiten gemäß den Merkmalen 5 und 6 kumulativ

bestehen sollen, d.h. daß der Motor jeder Verdrängereinheit durch ein Ansteuergerät ansteuerbar ist und daß darüber hinaus ein zentrales Ansteuergerät

vorhanden ist, das das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren steuert.

Der hier maßgebliche Fachmann ist ein auf der Fachhochschule oder

Hochschule ausgebildeter Ingenieur des Maschinenbaus oder der Verfahrenstechnik. Er verfügt über besondere Kenntnisse auf dem Gebiet der Meß- und

Automatisierungstechnik und hat mehrjährige Berufserfahrung.

Dieser Fachmann entnimmt dem Merkmal 6, daß ein Ansteuergerät das

Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren ansteuern soll. Daß daneben

zusätzlich die Frequenz jedes Antriebsmotors mittels Ansteuergerät ansteuerbar

ist, ergibt sich für ihn aus dem Wort "wahlweise", jedenfalls wenn er die Be-

schreibung hinzuzieht, wo es in Spalte 2 Zeilen 23-26 heißt, daß höchstens soviel Ansteuergeräte vorgesehen sein sollen, wie für die Speisung der gleichzeitig in Betrieb befindlichen Antriebsmotore erforderlich sind. Dies bedeutet, daß

neben dem Steuergerät, das das Frequenzverhältnis bestimmt, auch solche

Steuergeräte vorhanden sein sollen, die die jeweiligen Antriebsmotore ansteuern.

III. Es kann dahinstehen, ob die Lehre des so verstandenen Patentanspruchs 1 des Streitpatents in der erteilten Fassung neu ist. Der Senat ist davon

überzeugt, daß der Gegenstand des Streitpatents in der erteilten Fassung nicht

auf erfinderischer Tätigkeit beruht (Art. 56 EPÜ); das Streitpatent in dieser Fassung ist daher für nichtig zu erklären (Art. 138 Abs. 1 Buchst. a EPÜ, Art. II § 6

Nr. 1 IntPatÜG).

Dem maßgeblichen Fachmann war zunächst aus dem Stand der Technik

bekannt, gemäß Merkmal 5 eine Einzelansteuerung für den jeweiligen Antriebsmotor jeder Verdrängereinheit vorzusehen. Dies hat der gerichtliche Sachverständige überzeugend dargelegt und wird von dem Beklagten auch nicht in

Zweifel gezogen. Eine solche Einzelansteuerung setzt auch das Streitpatent in

seiner Beschreibung als bekannt voraus.

Dieser Fachmann konnte der US-Patentschrift 3 097 764 (K 7) ein Dosiersystem zur Steuerung und Regelung der Durchflußmenge von mindestens

zwei Flüssigkeiten zu einem Misch- und Spritzkopf entnehmen, in dem die Flüssigkeiten zusammengemischt werden und aus dem die zusammengemischten

Flüssigkeiten abgegeben werden. Nach dieser Schrift kann das Verhältnis der

Flüssigkeitsmengen wie gewünscht variiert werden, indem man Dosierpumpen

mit unterschiedlicher Verdrängung verwendet und jede Dosierpumpe mit der

gleichen Geschwindigkeit betreibt, indem man Dosierpumpen mit gleicher Ver-

drängung verwendet und jede Dosierpumpe mit unterschiedlicher Geschwindigkeit betreibt oder indem man Dosierpumpen unterschiedlicher Verdrängung

verwendet und jede Dosierpumpe mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten betreibt. Die Dosierpumpen können durch ein gemeinsames Antriebsmittel gleichzeitig angetrieben werden, wobei ein Regelmotor beide Dosierpumpen durch ein

Getriebe mechanisch verbunden antreibt. Die Übersetzungsverhältnisse des

Getriebes können wie gewünscht geändert werden, um die Geschwindigkeit zu

ändern, mit der jede Pumpe läuft, wodurch das Mengenverhältnis der der

Spritzpistole zugeführten Flüssigkeiten geändert wird. Alternativ können die Dosierpumpen unabhängig voneinander betrieben werden, solange sie synchronisiert werden, um die gewünschten Flüssigkeitsmengen zur Spritzpistole zu fördern. Der Betrieb der Dosierpumpen wird automatisch gesteuert (deutsche

Übersetzung S. 3 Abs. 1). Dabei versteht der Fachmann, wie der gerichtliche

Sachverständige überzeugend dargelegt hat, das Wort "synchronisiert" dahin,

daß die Dosierpumpen, anders als bei dem dort zuvor geschilderten Beispiel,

unabhängig voneinander sind, daß sie insbesondere nicht wie zuvor beschrieben mechanisch miteinander verbunden sind, aber gleichzeitig im Sinne des

gewünschten Mengenverhältnisses eingestellt sind. Der Fachmann entnimmt

dieser Schrift weiter, daß der Betrieb der Dosierpumpen automatisch geregelt

wird, wobei der Ausgangsdruck jeder Dosierpumpe ertastet wird.

Damit konnte der Fachmann der Schrift eine mögliche Ausgestaltung entnehmen, bei der das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren mittels

Ansteuergerät ansteuerbar ist (Merkmal 6). Eine weitere derartige Möglichkeit

ergab sich für den Fachmann auch aus der US-Patentschrift 4 467 961 (K 1).

Diese betrifft ein Spritzsystem für landwirtschaftliche Chemikalien wie Pestizide

und Herbizide. Sie weist Vorratsbehälter für die verschiedenen Chemikalien auf,

von denen Strömungskanäle zu einer Mischzelle führen. Jedem Teilstrom ist ein

Mengendosierer zugeordnet, der einen Motorantrieb aufweist. Die Mengendo-

sierer bestehen aus volumetrischen Verdrängereinheiten. Das Frequenzverhältnis der Motoren der einzelnen Verdrängereinheiten kann durch einen Mikroprozessor angesteuert werden, der mit Flüssigkeitsdetektoren kommuniziert. Während des Spritzvorgangs überwachen die Mikroprozessoren ständig die Traktorgeschwindigkeit und ändern die Geschwindigkeit der Pumpe. Die Bedienung

des Mikroprozessors erfolgt über eine Steuerkonsole. Mit ihr werden alle Funktionen ausgeführt und gemessen.

Ähnliche Ausgestaltungen ergaben sich ferner aus dem Mitteilungsblatt

"Ratio Control System 2 (RCS-2) for two - component coating materials" (Binks -

Anlage K 4). Es handelt sich dabei um ein Verhältnisregelungssystem für Zweikomponenten-Beschichtungsmaterialien. Grundfunktion dieses Systems ist es,

zwei Komponenten zu überwachen und ein zuvor festgelegtes Farb-/Härterverhältnis und die Durchflußgeschwindigkeit aufrechtzuerhalten. Das System

sieht eine ferngesteuerte Durchflußregelung vor, um den Sollwertdurchfluß für

das automatische Spritzen zu ändern. Die Durchflußmengen und Verhältnisse

pro Farbe und Pistole werden danach in die Steuerkonsole programmiert. Die

Durchflußmenge kann durch externe ferngesteuerte Durchflußregelung für automatische Systeme oder durch Druckregelung für Handspritzsysteme vom

Sollwert verändert werden.

Eine weitere ähnliche Ausgestaltung ergab sich aus der Darstellung von

J. J. Jiskoot, "Additive injection and flow ratio control systems" (Anlage K 6). Es

handelt sich dabei um die Beschreibung eines Regelungssystems für additive

Injektion und Durchflußmengenverhältnis. Darin wird (deutsche Übersetzung

S. 5 2(b)) ein Meßgerätesystem beschrieben, in dem die Drehzahlen der zwei

Meßgerätwellen in einem Ausgleichsgetriebe verglichen werden. Wenn zwischen den zwei Eingabewellen ein Unterschied besteht, wird mit der resultie-

renden positiven oder negativen Bewegung der dritten Antriebswelle das Steuerventil eingestellt.

Der Fachmann konnte danach die Einzelansteuerung, wie sie in Merkmal 5 des Patentanspruchs 1 des Streitpatents angegeben wird, und eine zentrale Ansteuerung des Frequenzverhältnisses zwischen den Antriebsmotoren

mittels eines Ansteuergeräts nach Merkmal 6 dem Stand der Technik entnehmen. Wie letzteres auszugestalten ist, gibt Patentanspruch 1 nicht weiter an.

Der Senat ist der Überzeugung, daß allein in der kumulativen "wahlweisen" Ansteuerbarkeit der Frequenz und des Frequenzverhältnisses gemäß den

Merkmalen 5 und 6 eine erfinderische Tätigkeit nicht zu sehen ist.

Wenn der Fachmann vor allem aus der US-Patentschrift 3 097 764 (K 7)

eine Möglichkeit der zentralen Ansteuerung der Motoren und ihres Frequenzverhältnisses entnahm, so lag es für ihn nicht nahe, sich zugleich der Möglichkeit der Einzelansteuerbarkeit der Drehzahl der Motoren zu begeben. Der Senat

folgt dem gerichtlichen Sachverständigen darin, daß sich schon aus den Erwägungen in der Streitpatentschrift zu Patentanspruch 9 ergibt, daß auf eine Feinsteuerung der Drehzahl der Motoren nicht verzichtet werden konnte. Der Sachverständige hat dazu überzeugend dargelegt, daß das Auftreten von Schlupf

dem Durchschnittsfachmann bekannt ist und ebenso die damit verbundenen

Nachteile, die in der Streitpatentschrift als Störfaktoren bezeichnet werden.

Nach Patentanspruch 9 soll die volumetrische Zuteilung entsprechend dem

temperaturabhängigen Ausdehnungsverhalten der verwendeten Stoffe und/oder

entsprechend dem druckdifferenzabhängigen Schlupf ausgleichend geregelt

werden. Dies bedeutet, daß die durch die genannten Bedingungen gestörte Exaktheit der Zuteilung der Komponenten durch Eingriffe in die volumetrische Zuteilung bei der Verdrängereinheit, bei der sie vorliegen, ausgeglichen werden

soll. Dies läßt sich durch eine Einzelsteuerung des Motors der einzelnen Verdrängereinheit am einfachsten und genauesten erreichen. Dies bedeutet aber,

daß der Durchschnittsfachmann die Feinsteuerung nicht als überflüssig ansah

und nur noch zu einer Zentralsteuerung nach Merkmal 6 überging, mit der auf

solche Störungen jedenfalls nur mit viel größerem Aufwand reagiert werden

konnte. Es lag daher für ihn nahe, eine Steuerung nach Merkmal 5 beizubehalten, auch wenn er zugleich eine Zentralsteuerung nach Merkmal 6 vorsah. Ist

dies aber der Fall, so waren dem Durchschnittsfachmann sämtliche Merkmale

des Patentanspruchs 1 des Streitpatents in der erteilten Fassung nahegelegt.

Das gilt auch für die Kombination der Merkmale, namentlich der Merkmale 5

und 6.

IV. Auch in der Fassung der gestellten Hilfsanträge beruht der Gegenstand des Patentanspruchs 1 des Streitpatents nicht auf erfinderischer Tätigkeit.

1. Hilfsantrag 1 ergänzt Patentanspruch 1 in der erteilten Fassung um die

Angabe, "… wobei unter Berücksichtigung des Schluckvolumens der Verdrängereinheiten das Dosier- und/oder Teilstromverhältnis vom mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbaren Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

bestimmbar ist." Dieser Ergänzung ist als zusätzlicher technischer Sachverhalt

lediglich zu entnehmen, daß das Schluckvolumen zu berücksichtigen ist. Der

Zusatz entspricht Spalte 2 Zeilen 14-20 des Streitpatents. Daß die Bestimmung

des Dosier- und/oder Teilstromverhältnisses unter Berücksichtigung des

Schluckvolumens geschehen soll, besagt nicht mehr, als daß die Einstellung der

Dosierpumpen so zu geschehen hat, daß das jeweilige Schluckvolumen der

Pumpe bei der Dosierung Berücksichtigung findet. Dies ist aber für den Durchschnittsfachmann eine Selbstverständlichkeit. Daß das Maß des geförderten

Materials eine Größe ist, die bei der Dosierung eine entscheidende Rolle spielt,

liegt auf der Hand.

2. Hilfsantrag 2 faßt Patentanspruch 1 in der erteilten Fassung mit Patentanspruch 6 in der erteilten Fassung zusammen; an den Patentanspruch 1 in

der erteilten Fassung soll angefügt werden, daß die Zuteilung verschiedener

Komponenten gleichzeitig erfolgt. Auch dieser Zusatz ist bei einem Dosiervorgang für den Fachmann naheliegend. Die gleichzeitige Zugabe verschiedener

Komponenten wird beispielsweise in der US-Patentschrift 3 097 764 (K 7

- deutsche Übersetzung S. 2 Abs. 1) beschrieben.

3. Hilfsantrag 3 enthält eine Zusammenführung der Hilfsanträge 1 und 2.

Auch die Kombination der beiden neu hinzugefügten Merkmale (Berücksichtigung des Schluckvolumens, gleichzeitige Zuteilung verschiedener Komponenten) lag für den Fachmann, der eine Vorrichtung zum Dosieren verschiedener

Komponenten zur Verfügung stellen wollte, nahe.

4. Patentanspruch 1 nach Hilfsantrag 4 lautet:

1. Vorrichtung

1.1 zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten und/oder

1.2 zum dosierten Aufteilen bzw. Ausbringen

1.3 flüssiger oder pastöser Stoffe,

2. jedem Teilstrom ist ein Mengendosierer zugeordnet,

2.1 der Mengendosierer weist eine von einem Motor antreibbare

Pumpe auf,

2.2 jeder Mengendosierer besteht aus einer volumetrisch wirksamen Verdrängereinheit zur

a) proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder

b) Aufteilung eines Volumenstroms in gleiche oder proportionale Teilströme bzw.

c) Ausbringung,

2.3 wobei die Verdrängereinheiten aus im wesentlichen rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen,

3. für jede Verdrängereinheit ist ein Antriebsmotor vorgesehen,

3.3 die Frequenz jedes Antriebsmotors ist mittels Ansteuergerät

ansteuerbar

3.4 und das Frequenzverhältnis zwischen den Antriebsmotoren

mittels Ansteuergerät wahlweise ansteuerbar.

(Ordnungsziffern 3.1 und 3.2 sind nicht vergeben.) Die Merkmale 1 bis

2.2 und 3 bis 3.4 entsprechen den Merkmalen 1 bis 6 des Patentanspruchs 1 in

der erteilten Fassung. Nach Merkmal 2.3 sollen die Verdrängereinheiten aus im

wesentlichen rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen. Der gerichtliche Sachverständige hat dazu überzeugend ausgeführt, daß der Fachmann, der vor der Aufgabe steht, eine Pumpe zum Zwecke des Mengendosierens zu wählen, als erstes an Zahnradpumpen denken wird, insbesondere

wenn es um flüssige Komponenten geht und wenn er eine kontinuierliche und

gleichmäßige Ausbringung erreichen will. Rotationspumpen werden zudem in

der US-Patentschrift 3 097 764 (K 7 - deutsche Übersetzung S. 1 Abs. 3) ausdrücklich erwähnt. Zumindest danach lag es für den Fachmann nahe, rotationssymmetrische Verdrängerelemente, wie z.B. Zahnradpumpen, vorzusehen.

5. Nach Hilfsantrag 5 soll dem Patentanspruch 1 in der erteilten Fassung

hinzugefügt werden, daß die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen und die Zuteilung verschiedener Komponenten gleichzeitig erfolgt. Wie bereits dargelegt, bedurfte es keiner erfinderischen Tätigkeit, um zu den beiden hinzugefügten Merkmalen zu

gelangen. Auch ihre Kombination lag für den Fachmann, der eine Vorrichtung

zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten zur Verfügung stellen wollte, auf der Hand.

6. Die Hilfsanträge 6 bis 9 enthalten einen Disclaimer mit dem Wortlaut

"wobei die Verdrängereinheiten der Mengendosierer nicht als elektrohydraulischer Linearverstärker mit einer Hydraulik-Kolben-Zylindereinheit ausgebildet

sind". Mit diesem Disclaimer soll die Neuheit gegenüber den deutschen Patentanmeldungen 33 17 627 und 33 46 083 erreicht werden. Ein erfinderischer

Schritt ist in der Ausnahme bestimmter Ausbildungen der Verdrängereinheiten

nicht zu erkennen.

7. Patentanspruch 1 in der erteilten Fassung soll nach Hilfsantrag 10 insofern ergänzt werden, als die Zuteilung verschiedener Komponenten und/oder

Aufteilung eines Volumenstroms bzw. Ausbringung kontinuierlich erfolgen soll.

Die Hinzufügung des Wortes "kontinuierlich" gibt dem Fachmann keine weitergehende Information über die Abläufe innerhalb der Vorrichtung.

8. Die in Hilfsantrag 11 ergänzend hinzugefügte Formulierung "und das

Medium druckbeaufschlagt dem Mengendosierer und/oder den Zerstäubungsdüsen zugeführt wird", ergab sich für den Fachmann in naheliegender Weise

aus dem Stand der Technik. Die Streitpatentschrift gibt eingangs an, daß bei

der bekannten Vorrichtung aus der US-Patentschrift 3 097 764 (K 7) Pumpen

mit Fühlern, Schaltern und einem Motor vorgesehen sind, um den Druck des

Epoxydharzes und des Härters im Bereich vor dem Mix- und Sprühkopf auf einen festgelegten Wert zu halten. Jedenfalls danach lag es für den Fachmann

nahe, bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorzusehen, daß das Medium

druckbeaufschlagt dem Mengendosierer und/oder den Zerstäubungsdüsen zugeführt wird.

9. Patentanspruch 1 nach Hilfsantrag 12 fügt der Fassung nach Hilfsantrag 11 das Merkmal hinzu "und die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus

rotationssymmetrischen Verdrängerelementen" bestehen. Ferner ist am Beginn

des kennzeichnenden Teils des Anspruchs das Wort "jeder" durch das Wort

"der" ersetzt. Letzteres führt zu keiner Änderung der technischen Lehre des

Patentanspruchs 1. Wie bereits zu Hilfsantrag 4 ausgeführt, lag es für den

Fachmann nahe, Rotationspumpen zu verwenden. Dies gilt auch für die Kombination, daß das Medium druckbeaufschlagt ist und die Verdrängereinheiten

aus im wesentlichen rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen;

letzteres ergibt sich zudem - wie bereits ausgeführt - auch in dieser Kombination aus der US-Patentschrift 3 097 764 (K 7).

10. Hilfsantrag 13 ist gemäß der Berufungsbegründung in einer gegenüber dem erstinstanzlichen Verfahren veränderten neuen Fassung gestellt worden. Danach werden dem erteilten Patentanspruch 1 die Angaben hinzugefügt,

daß "die Verdrängereinheiten im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen" sowie daß die Zuteilung verschiedener Komponenten "gleichmäßig und gleichzeitig" erfolgen soll. Wie bereits ausgeführt, war

die Anwendung rotationssymmetrischer Verdrängereinheiten dem Fachmann

nahegelegt ebenso wie die gleichzeitige Zuführung mehrerer Komponenten.

Das weitere Wort "gleichmäßig" gibt dem Fachmann keine davon zu trennende

weitere nicht naheliegende Anregung für die Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Da das Ergebnis eine gewünschte Mischung verschiedener

Komponenten sein soll, ist unter "gleichmäßig" das zu verstehen, was in der

Streitpatentschrift Spalte 1 Zeilen 38 bis 42 beschrieben wird, daß nämlich ein

ruhiger Lauf und eine in jedem Drehwinkelbereich gleichmäßige Dosierung angestrebt und dadurch erreicht werden soll, daß die Verdrängereinheiten aus im

wesentlichen rotationssymmetrischen Verdrängerelementen bestehen. Dies

ergibt sich aber schon aus der Verwendung rotationssymmetrischer Verdrängereinheiten, z.B. von Zahnradpumpen. Weitere Erkenntnisse vermag der

Fachmann daraus nicht herzuleiten.

11. Der Patentanspruch 1 nach Hilfsantrag 14 soll folgende Merkmale

umfassen:

1. Vorrichtung zum dosierten Zuteilen verschiedener Komponenten

2. mittels jedem Teilstrom zugeordneten Mengendosierer,

3. der eine von einem Motor antreibbare Pumpe aufweist;

4. jeder Mengendosierer besteht zur proportionalen oder gleichen Zuteilung verschiedener Komponenten aus einer volumetrisch wirksamen Verdrängereinheit;

5. für jede Verdrängereinheit ist ein Antriebsmotor vorgesehen,

5.1 dessen Frequenz mittels Ansteuergerät ansteuerbar ist;

6. das Frequenzverhältnis ist mittels Ansteuergerät wahlweise

ansteuerbar;

7. die Verdrängereinheiten sind im wesentlichen aus rotationssymmetrischen Verdrängerelementen gebildet.

Damit enthält Patentanspruch 1 in dieser Fassung keine weiteren als die

bereits abgehandelten Merkmale in der ebenfalls bereits abgehandelten Kombination und damit keine Lehre, die sich nicht für den Fachmann in naheliegender Weise aus dem Stand der Technik ergeben hätte.

12. Im Hilfsantrag 15 soll die Ergänzung hinzugefügt werden, daß die

auszubringende Farbe bzw. flüssigen oder pastösen Stoffe nach Weg und Zeit

kurz vor der Zerstäubung hergestellt werden. Diese Hinzufügung ist insofern

selbstverständlich, als der Fachmann, der eine Vorrichtung nach den übrigen

Anspruchsmerkmalen herstellt, als selbstverständlich davon ausgeht, daß er

die dem Mischbehälter zu entnehmende Farbe oder sonstige Flüssigkeit auf

möglichst kurzem Weg der Verarbeitung zuführt, indem er sicherstellt, daß das

zur Zerstäubung vorgesehene Material kurz vor dem Verarbeitungsvorgang

hergestellt wird. Dies hat, wie der gerichtliche Sachverständige überzeugend

dargestellt hat, soweit es um die Mischung von Farbe geht, für den Fachmann

ersichtlich den Vorteil, daß nur ein relativ geringer Totraum vorhanden ist, indem sich Farbe ansammeln kann, so daß ein Farbwechsel unproblematisch

möglich ist. Dies entnimmt der Fachmann auch der Figur der US-Patentschrift

3 097 764 (K 7), bei der der Mischbehälter sich nahezu bis zur Spritzpistole

zieht.

13. Im Hilfsantrag 16 wird das Merkmal aus Hilfsantrag 4 hinzugefügt,

wonach die Verdrängereinheiten aus im wesentlichen rotationssymmetrischen

Verdrängerelementen bestehen. Wie bereits dort ausgeführt, begründet dieses

Merkmal weder für sich noch in Kombination mit den übrigen Merkmalen des

Patentanspruchs 1 des Streitpatents eine erfinderische Tätigkeit.

14. Hilfsantrag 17 enthält neben einer Kombination der Merkmale nach

den Hilfsanträgen 2, 3, 5, 15 und 16 den Zusatz, daß ein als Mischkammer

ausgebildeter Mischbehälter vorgesehen ist. Da es bei der Vorrichtung nach der

Streitpatentschrift um eine solche zur Mischung verschiedener Komponenten

geht, ist das Vorsehen einer Mischkammer dem Fachmann ohne weiteres nahegelegt.

15. Hilfsantrag 18 ergänzt den Hilfsantrag 17 um das Merkmal, daß das

Medium druckbeaufschlagt dem Mengendosierer und/oder den Zerstäubungsdüsen zugeführt wird. Dieses Merkmal ist bereits in Zusammenhang mit den

Hilfsanträgen 11 und 12 erörtert worden. Auch seine Hinzufügung gibt dem

Fachmann keine weitere Anregung, die über die technische Lehre des Streitpatents in der erteilten Fassung hinausginge und verglichen damit einen erfinderischen Schritt darstellen könnte.

16. Die Hilfsanträge 19 und 20 sind, wie der Beklagte im Termin ausgeführt hat, inhaltsgleich und variieren nur in der Ausdrucksweise, ohne daß damit

eine inhaltsändernde Aussage verbunden sein soll. Sie enthalten damit eine

Kombination aller zuvor abgehandelten Merkmale. Auch diese Kombination

beruht nicht auf erfinderischer Tätigkeit. Sie ergänzt - wie bereits dargestellt -

den Inhalt von Patentanspruch 1 in der erteilten Fassung um für den Fachmann

naheliegende Merkmale, ohne daß es für den Fachmann eine Schwierigkeit

gegeben hätte, die Merkmale miteinander zu vereinbaren; diese Kombinationen

waren für ihn jeweils ohne weiteres als zweckmäßige Ausgestaltungen der aus

dem Stand der Technik bekannten oder nahegelegten Vorrichtungen und Verfahren erkennbar.

V. 1. Auch den Unteransprüchen kommt - wie sich bereits aus Vorstehendem ergibt - eigener erfinderischer Gehalt nicht zu. Der Beklagte macht dies

auch allein für die Unteransprüche 4, 9 und 14 geltend. Nach Patentanspruch 4

soll die Vorrichtung dadurch gekennzeichnet sein, daß der Mischbehälter zur

Homogenisierung der Komponenten als Mischkammer ausgebildet in die Zerstäubungsdüse bei Spritzpistolen oder Spritzgestängen integriert oder unmittelbar vorgelagert ist. Wie bereits dargestellt ergibt sich jedenfalls aus der US-

Patentschrift 3 097 764 (K 7) eine Ausgestaltung, wie sie u.a. Patentanspruch 4

vorsieht.

2. Zu Patentanspruch 9 wird auf die obigen Ausführungen zur erfinderischen Tätigkeit Bezug genommen.

3. Nach Patentanspruch 14 sollen die volumetrischen Verdrängereinheiten als Zahnrad- oder Flügelzellenverdrängereinheiten ausgebildet sein. Wie

oben ausgeführt, lag die Ausgestaltung als rotationssymmetrische Verdrängereinheit, insbesondere als Zahnradverdrängereinheit, nahe.

Damit beruhen auch die Unteransprüche nicht auf erfinderischer Tätigkeit.

VI. Die zulässige Anschlußberufung ist begründet.

1. Gegen die Zulässigkeit der Anschlußberufung bestehen keine Bedenken. Sie kann bis zum Schluß der mündlichen Verhandlung erhoben werden

(BGHZ 17, 305, 307 - Schlafwagen); die abweichenden Vorschriften der Zivilprozeßordnung in der Fassung des Gesetzes zur Reform des Zivilprozesses

vom 27. Juli 2001 (BGBl. I S. 1887) gelten insoweit nicht.

Der Beklagte hatte auch keinen Anspruch auf Vertagung wegen mangelnder Möglichkeit der Vorbereitung 227 Abs. 1 Nr. 2 ZPO a.F.). Der

Schriftsatz vom 30. November 2004, mit dem die Anschlußberufung erhoben

worden