Urteil des BGH vom 23.05.2003, 3 StR 86/03

Entschieden
23.05.2003
Schlagworte
Vergewaltigung, Beischlaf, Strafkammer, Stpo, Umfang, Antrag, Gesamtstrafe, Verletzung, Strafverfolgungsverjährung, Begründung
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BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

3 StR 86/03

vom

23. Mai 2003

in der Strafsache

gegen

wegen Vergewaltigung u. a.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 23. Mai 2003 gemäß

§ 206 a Abs. 1, § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:

1. Auf die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Krefeld vom 27. September 2002 wird das Verfahren in

den Fällen III. 1 bis 17 der Urteilsgründe eingestellt; im Umfang

der Einstellung fallen die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten der Staatskasse zur Last.

2. Das vorbezeichnete Urteil wird

a) im Schuldspruch dahin geändert, daß der Angeklagte wegen

Vergewaltigung in Tateinheit mit sexuellem Mißbrauch von

Schutzbefohlenen in zwei Fällen, wegen sexuellen Mißbrauchs eines Kindes, wegen sexuellen Mißbrauchs von

Schutzbefohlenen in sechs Fällen, davon in fünf Fällen in

Tateinheit mit Beischlaf zwischen Verwandten und wegen

Beischlafs zwischen Verwandten in vier Fällen verurteilt ist,

b) im Ausspruch über die Gesamtfreiheitsstrafe mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die verbleibenden Kosten

des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

3. Die weitergehende Revision wird verworfen.

Gründe:

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen sexuellen Mißbrauchs von

Kindern in fünf Fällen, wegen sexuellen Mißbrauchs von Schutzbefohlenen in

17 Fällen, davon in 16 Fällen in Tateinheit mit Beischlaf zwischen Verwandten,

wegen Beischlafs zwischen Verwandten in sechs Fällen sowie wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit sexuellem Mißbrauch von Schutzbefohlenen in zwei

Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Hiergegen

wendet sich die Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung formellen

und materiellen Rechts beanstandet.

Die Verfahrensrüge ist nicht näher ausgeführt und deshalb unzulässig

344 Abs. 2 Satz 2 StPO).

Soweit der Angeklagte in den Fällen III. 1 bis 17 der Urteilsgründe verurteilt worden ist, wird das Verfahren auf Antrag des Generalbundesanwalts

eingestellt; insoweit ist Strafverfolgungsverjährung eingetreten. Die Verfahrenseinstellung führt zu der Änderung des Schuldspruchs. Zur näheren Begründung verweist der Senat auf die zutreffenden Ausführungen in der Antragsschrift des Generalbundesanwalts; das gilt auch für die im Hinblick auf die

mögliche Verjährung gebotene Änderung des Schuldspruchs im Fall III. 26 der

Urteilsgründe (vgl. BGHSt 46, 85).

Der Senat kann nicht ausschließen, daß die Strafkammer trotz der verbliebenen 13 Einzelstrafen eine mildere Gesamtfreiheitsstrafe verhängt hätte;

die Gesamtstrafe war daher mit den zugehörigen Feststellungen aufzuheben.

Im übrigen hat die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.

Tolksdorf Miebach Winkler

Richter am Bundesgerichtshof Becker und Richter am Bundesgerichtshof Hubert sind urlaubsbedingt an der Unterzeichnung gehindert.

Tolksdorf

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 278/01 vom 17.10.2001

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 245/01 vom 17.10.2001

Leitsatzentscheidung

NotZ 39/02 vom 31.03.2003

Anmerkungen zum Urteil