Urteil des BGH vom 14.08.2014, 5 StR 350/14

Entschieden
14.08.2014
Schlagworte
König, Ausschluss, Einverständnis, Zeugnisverweigerungsrecht, Verwertungsverbot
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BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

5 S t R 3 5 0 / 1 4

vom

14. August 2014

in der Strafsache

gegen

1.

2.

wegen Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung u.a.

Der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 14. August 2014 beschlossen:

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Berlin vom 12. Februar 2014 werden nach § 349 Abs. 2

StPO als unbegründet verworfen.

Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels und

die der Nebenklägerin durch ihre Revisionen entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat zu den auf Verletzung des § 252 StPO gestützten Verfahrensrügen:

Vorbehaltlich der Fragen der Rügebefugnis und des zureichenden Sachvortrags in der Revision bestand für die polizeilichen Vernehmungen der Ehefrau

des Angeklagten I. S. in Rumänien, deren übersetzte Niederschriften in

der Hauptverhandlung verlesen worden sind, kein aus §§ 52, 252 StPO abzuleitendes Verwertungsverbot (vgl. dazu BGH, Urteile vom 11. April 1973

2 StR 42/73, BGHSt 25, 176, und vom 16. März 1977 3 StR 327/76,

BGHSt 27, 139). Die Zeugin war in der Hauptverhandlung unerreichbar, so

dass nicht zu klären war, ob sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen wolle. Dieses hatte zum Zeitpunkt ihrer polizeilichen Vernehmungen noch nicht bestanden, so dass sie dabei nicht zu belehren gewesen

war. Die Verlesung erfolgte nach § 251 Abs. 1 Nr. 1 StPO im Einverständnis

der Angeklagten und ihrer Verteidiger. Das Ergebnis der Vernehmungen ist im

Urteil ausschließlich zugunsten der Angeklagten verwendet worden, indem

hierdurch Zweifel an sie weitergehend belastenden Angaben der Geschädigten

begründet wurden (UA S. 25 ff.). Aus Letzterem ergäbe sich auch ein Ausschluss des Beruhens auf dem geltend gemachten Verstoß.

Basdorf Sander Schneider

Dölp König

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