Urteil des BGH vom 29.06.2006, IX ZA 17/05

Entschieden
29.06.2006
Schlagworte
Offenkundig, Zpo, Beschwerde, Unbekannt, Auftraggeber, Zulassung, Grund, Antrag, Mandat
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BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

IX ZA 17/05

vom

29. Juni 2006

in dem Prozesskostenhilfeverfahren

Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch die Richter Dr. Ganter,

Raebel, Vill, Cierniak und die Richterin Lohmann

am 29. Juni 2006

beschlossen:

Der Antrag des Klägers, ihm für eine Beschwerde gegen die

Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 8. Zivilsenats des

Thüringer Oberlandesgerichts in Jena vom 28. Juni 2005 Prozesskostenhilfe zu bewilligen, wird abgelehnt.

Gründe:

1Dem Kläger steht Prozesskostenhilfe nach § 114 ZPO mangels Erfolgsaussicht der beabsichtigten Beschwerde nicht zu. Ein Grund zur Zulassung

der Revision gemäß § 543 Abs. 2 ZPO ist dem Berufungsurteil nicht zu entnehmen.

2Nach den tatrichterlichen Feststellungen waren die Beklagten nicht beauftragt, Regressansprüche des Klägers gegen die erstmandatierten Rechtsanwälte D. V. durchzusetzen, sondern sie sollten den behaupteten Provisionsanspruch des Klägers gegen die A.

mbH weiter verfolgen. Bei derart eingeschränktem Mandat hat der

Rechtsanwalt auf Gefahren, die dem Auftraggeber möglicherweise unbekannt

sind, nur dann hinzuweisen, wenn sie ihm selbst bekannt oder offenkundig sind

(vgl. BGH, Urt. v. 29. April 1993 - IX ZR 101/92, NJW 1993, 2045; v. 13. März

1997 - IX ZR 81/96, NJW 1997, 2168, 2169; v. 9. Juli 1998 - IX ZR 324/97, WM

1998, 2246, 2247; st. Rspr.). Der Kläger hat nicht dargetan, es sei für die Beklagten offenkundig gewesen, dass ihm gegen die erstmandatierten Rechtsanwälte Regressansprüche zustanden, die zu verjähren drohten (vgl. BGH, Urt. v.

13. April 2006 - IX ZR 208/02, z.V.b.).

Ganter Raebel Vill

Cierniak Lohmann

Vorinstanzen:

LG Gera, Entscheidung vom 13.01.2004 - 2 O 875/03 -

OLG Jena, Entscheidung vom 28.06.2005 - 8 U 119/04 -

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 278/01 vom 17.10.2001

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 245/01 vom 17.10.2001

Leitsatzentscheidung

NotZ 39/02 vom 31.03.2003

Anmerkungen zum Urteil