Urteil des BGH vom 17.02.2010, XII ZA 40/09

Entschieden
17.02.2010
Schlagworte
Kind, Antrag, Vater, Beziehung, Zpo, Bewilligung, Aussicht
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BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

XII ZA 40/09

vom

17. Februar 2010

in dem Rechtsstreit

Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 17. Februar 2010 durch

die Vorsitzende Richterin Dr. Hahne, die Richterin Dr. Vézina und die Richter

Dose, Dr. Klinkhammer und Schilling

beschlossen:

Der Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe

wird zurückgewiesen.

Gründe:

Der Antrag war zurückzuweisen, weil die von dem Kläger beabsichtigte 1

Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat, § 114 Abs. 1

Satz 1 ZPO.

Die Entscheidung des Berufungsgerichts ist revisionsrechtlich nicht zu 2

beanstanden. Vor allem hat das Berufungsgericht das Tatbestandsmerkmal der

"sozial-familiären Beziehung" i.S. des § 1600 Abs. 2 und Abs. 4 Satz 1 BGB

nicht verkannt. Für das Bestehen einer sozial-familiären Beziehung kommt es

entscheidend darauf an, dass der Vater für das Kind tatsächliche Verantwortung trägt 1600 Abs. 4 Satz 1 BGB - Senatsurteil vom 30. Juli 2008 - XII ZR

150/06 - FamRZ 2008, 1821 Tz. 13 f.). Dies setzt indes nicht voraus, dass er

mit dem Kind zusammenlebt. Auch der sozial-familiäre Verbund eines Vaters

mit seinem mit ihm nicht zusammenlebenden Kind ist gemäß Art. 6 Abs. 1 GG

geschützt, sofern der Vater für das Kind die tatsächliche Verantwortung trägt

(vgl. BVerfGE 108, 82, 112 = FamRZ 2003, 816, 822; 2006, 1596, 1597).

Hahne Vézina Dose

Klinkhammer Schilling

Vorinstanzen:

AG Zwickau, Entscheidung vom 06.02.2009 - 10 F 351/07 -

OLG Dresden, Entscheidung vom 24.09.2009 - 21 UF 143/09 -

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Anmerkungen zum Urteil