Urteil des BGH vom 17.12.2002, 2 StR 322/03

Entschieden
17.12.2002
Schlagworte
Stpo, Bestellung, Beistand, Antrag, Person, Rücknahme, Widerruf, Wechsel, Vergewaltigung, Anhörung
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BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

2 StR 322/03

vom

24. September 2003

in der Strafsache

gegen

wegen sexuellen Mißbrauchs eines Kindes

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbundesanwalts und der Beschwerdeführerinnen am 24. September 2003 beschlossen:

Der Antrag der Nebenklägerinnen Si. B. und S. B. ,

ihnen für das Rechtsmittelverfahren Rechtsanwalt N. aus D.

als Beistand beizuordnen, wird zurückgewiesen.

Gründe:

Das Landgericht hat die Geschädigten Si. B. und S.

B. durch Beschlüsse vom 17. Dezember 2002 und vom 6. Januar 2003 als

Nebenklägerinnen zugelassen und ihnen gemäß § 397 a Abs. 1 StPO Rechtsanwältin P. beigeordnet. Gegen den Freispruch des Angeklagten vom

Vorwurf der Vergewaltigung haben die Nebenklägerinnen durch Rechtsanwalt

N. Revision eingelegt. In der Revisionsbegründungsschrift hat Rechtsanwalt

N. beantragt, ihn gemäß § 397 a Abs. 1 StPO den Nebenklägerinnen für das

Rechtsmittelverfahren beizuordnen.

Der Antrag bleibt ohne Erfolg. Die Beistandsbestellung durch das erstinstanzliche Gericht wirkt bis zur rechtskräftigen Beendigung des Verfahrens fort

und erstreckt sich somit auch auf die Revisionsinstanz (BGHR StPO § 397 a

Abs. 1 Beistand 2 und 3; Senatsbeschluß vom 7. Mai 2003 - 2 StR 88/03 -). Ein

Wechsel in der Person des Beistandes könnte in entsprechender Anwendung

des § 143 StPO nur durch Rücknahme der ursprünglichen Beiordnung und Bestellung eines neuen Beistandes in Betracht kommen (BGH, Beschluß vom

15. März 2001 - 3 StR 63/01 -). Gründe für den Widerruf der Bestellung von

Rechtsanwältin P. haben die Nebenklägerinnen jedoch nicht vorgetragen. Rissing-van Saan Bode Otten

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