Urteil des BGH vom 21.12.2004

BGH (nötigung, bedrohung, nachteil, freiheitsstrafe, kenntnis, grund, strafe, strafkammer, verurteilung, anhörung)

BUNDESGERICHTSHOF
BESCHLUSS
3 StR 429/04
vom
21. Dezember 2004
in der Strafsache
gegen
wegen schweren Raubes u. a.
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Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundes-
anwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 21. Dezember 2004
gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO einstimmig beschlossen:
1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landge-
richts Düsseldorf vom 7. Mai 2004 im Schuldspruch dahin ge-
ändert, daß im Fall II. 1. a) der Urteilsgründe der Angeklagte
der Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung schuldig ist.
2. Die weitergehende Revision wird verworfen.
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und
die den Nebenklägerinnen im Revisionsverfahren entstande-
nen notwendigen Auslagen zu tragen.
Gründe:
Das Landgericht hat den Angeklagten im Fall II. 1. a) der Urteilsgründe
der vorsätzlichen Körperverletzung in zwei (rechtlich zusammentreffenden) Fäl-
len in Tateinheit mit Bedrohung und Nötigung schuldig gesprochen. Die Verur-
teilung wegen Bedrohung (Tatzeit: 7. Juni 1996) muß entfallen, weil hinsichtlich
dieses Delikts gemäß § 78 Abs. 2 Nr. 5 StGB am 7. Juni 1999 Verjährung ein-
getreten ist. Neben der Nötigung konnte der Angeklagte nur wegen einer tat-
einheitlich begangenen Körperverletzung zum Nachteil der Geschädigten O.
verurteilt werden, weil nach den Feststellungen des Landgerichts das Gesamt-
geschehen eine natürliche Handlungseinheit darstellte.
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Die in diesem Fall verhängte Freiheitsstrafe kann bestehen bleiben. Der
Senat kann aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts
ausschließen, daß die Strafkammer in Kenntnis der Verjährung eine mildere
Strafe ausgesprochen hätte.
Im übrigen hat die Überprüfung des Urteils auf Grund der Revisions-
rechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben.
Tolksdorf Winkler Pfister
von Lienen Hubert