Urteil des BGH vom 12.02.2003
Leitsatzentscheidung
BUNDESGERICHTSHOF
IM NAMEN DES VOLKES
URTEIL
XII ZR 23/00
Verkündet am:
12. Februar 2003
Küpferle,
Justizamtsinspektorin
als Urkundsbeamtin
der Geschäftsstelle
in dem Rechtsstreit
Nachschlagewerk: ja
BGHZ: nein
BGB §§ 372, 378
Zu den Voraussetzungen einer als Erfüllung wirkenden Hinterlegung.
BGH, Urteil vom 12. Februar 2003 - XII ZR 23/00 - OLG Naumburg
LG Magdeburg
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Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung
vom 12. Februar 2003 durch die Vorsitzende Richterin Dr. Hahne, die Richter
Gerber, Sprick, Fuchs und die Richterin Dr. Vézina
für Recht erkannt:
Auf die Rechtsmittel des Klägers werden das Urteil des
6. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Naumburg vom 17. Dezem-
ber 1999 aufgehoben und das Urteil der 6. Zivilkammer des Land-
gerichts Magdeburg vom 25. März 1999 abgeändert.
Es wird festgestellt, daß sich die Hauptsache bezüglich der von
dem Kläger geltend gemachten Hauptforderung (Zahlung von
35.280,68 DM + 25.904,13 DM = 61.184,81 DM) erledigt hat.
Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger jeweils 4 % Zinsen bis
zum 23. März 2001 zu zahlen:
aus 3.332,37 DM seit dem 4. März 1998;
aus jeweils 3.361,34 DM seit dem 3. April 1998, dem 5. Mai 1998,
dem 5. Juni 1998 und dem 3. Juli 1998;
aus jeweils 3.700,59 DM seit dem 5. August 1998, dem 3. Sep-
tember 1998, dem 5. Oktober 1998, dem 4. November 1998, dem
3. Dezember 1998, dem 4. Januar 1999, dem 3. Februar 1999,
dem 3. März 1999, dem 6. April 1999, dem 3. Mai 1999, dem
4. Juni 1999 und dem 5. Juli 1999.
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Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Beklagte.
Von Rechts wegen
Tatbestand:
Die Parteien streiten darüber, ob an sich unstreitige Mietforderungen des
Klägers gegen die Beklagte durch Hinterlegung erloschen sind.
Durch notariellen Vertrag vom 4. Dezember 1993 kaufte der Kläger von
der HTB-GmbH, die sich mittlerweile in Konkurs befindet, ein Grundstück mit
von der Verkäuferin noch zu errichtenden gewerblichen Aufbauten. Für den
Kläger wurde eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen. Außer-
dem schloß der Kläger mit der HTB-GmbH einen Mietvermittlungs- und Mietga-
rantievertrag ab und übertrug der KSAD-GmbH die Verwaltung des Objekts,
das vermietet werden sollte. Geschäftsführer sowohl der HTB-GmbH als auch
der KSAD-GmbH war der Zeuge F.
Durch schriftlichen Mietvertrag vom 7. August 1996 vermietete der Klä-
ger, der noch nicht als Eigentümer im Grundbuch eingetragen, auf den aber das
Nutzungsrecht übergegangen war, das Objekt der R. X. S. GmbH,
die im Verlauf des Rechtsstreits im Wege der Verschmelzung in der Beklagten
aufgegangen ist.
In dem Mietvertrag heißt es unter § 5:
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"Die Miete ist monatlich im voraus, spätestens am dritten Werktag eines
Monats, an den Vermieter zu bezahlen, und zwar auf folgendes Konto:
Kontoinhaber KSAD-GmbH
Konto-Nr. ............"
Mit Schreiben vom 28. Oktober 1997 teilte ein von dem Kläger beauf-
tragtes Rechtsanwaltsbüro der Rechtsvorgängerin der Beklagten (im folgenden:
der Beklagten) mit, sie solle nicht, wie "bislang angewiesen", weiter auf das
Konto der KSAD-GmbH zahlen. Der Kläger habe nämlich den "Mietenverwal-
tungsvertrag" mit der KSAD-GmbH fristlos gekündigt. Der Mietzins solle ab so-
fort direkt auf ein Konto des Klägers gezahlt werden. Die Beklagte kam dieser
Aufforderung zunächst nach.
Mit Schreiben vom 17. Dezember 1997 teilte die S. Hausverwaltung der
Beklagten mit, der Kläger habe nun sie zur Verwalterin bestellt.
Mit Schreiben vom 12. Februar 1998 forderte der Zeuge F. die Beklagte
auf, den Mietzins nach wie vor auf das "bekannte Mietkonto" zu zahlen, also auf
das Konto der KSAD-GmbH. Der Kläger sei "nicht Berechtigter der Mietzahlung
geworden", da das Vertragsverhältnis mit dem Kläger "vom Landgericht Kassel
als unwirksam bewertet worden" sei. Das Schreiben des Zeugen F. trägt den
Stempel der HTB-GmbH, nicht der KSAD-GmbH.
Mit Schriftsatz vom 18. Februar 1998 teilten die Anwälte des Klägers der
Beklagten mit, die Ansicht des Zeugen F., der Mietzins stehe nicht dem Kläger
zu, sei unrichtig. Das Landgericht Kassel habe festgestellt, daß der zwischen
dem Kläger und der HTB-GmbH bestehende Mietgarantievertrag wegen eines
Beurkundungsfehlers nichtig sei. Dieses Urteil sei nicht rechtskräftig, unabhän-
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gig davon habe aber dieser Mietgarantievertrag nichts mit der Frage zu tun,
wem die Miete zustehe.
Dieses Schreiben übersandte die Rechtsabteilung der Beklagten sowohl
der HTB-GmbH als auch der KSAD-GmbH mit der Bitte um eine Stellungnah-
me, die jedoch ausblieb.
Die Beklagte hinterlegte daraufhin die fällig werdenden Mietzinszahlun-
gen beim Amtsgericht.
Der Kläger ist der Ansicht, daß die Beklagte zur Hinterlegung nicht be-
rechtigt war und deshalb durch die Hinterlegung von ihrer Zahlungsverpflich-
tung nicht frei geworden ist. Er hat zunächst Klage erhoben wegen des Mietzin-
ses für die Zeit von März bis Dezember 1998 von zusammen 30.223,12 DM
(zuzüglich gestaffelter Zinsen). Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Der
Kläger hat Berufung eingelegt und in der Berufungsinstanz die Klage erweitert
auf insgesamt 61.184,81 DM (ebenfalls zuzüglich gestaffelter Zinsen). Das Be-
rufungsgericht hat die Berufung zurückgewiesen und die erweiterte Klage ab-
gewiesen.
Mit seiner Revision hat der Kläger zunächst seinen früheren Zahlungs-
anspruch weiterverfolgt. Während des Revisionsverfahrens hat er die Freigabe
der hinterlegten Beträge erwirkt. Am 23. März 2001 wurden 61.184,81 DM an
ihn ausgezahlt, das entspricht exakt der von ihm im vorliegenden Verfahren
geltend gemachten Hauptforderung. Er hat daraufhin wegen der Hauptforde-
rung die Hauptsache für erledigt erklärt, die Beklagte hat sich dieser Erledi-
gungserklärung nicht angeschlossen.
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Entscheidungsgründe:
Die Revision des Klägers hat Erfolg. Sie führt zu der Verurteilung der Be-
klagten, die eingeklagten Zinsen bis zu dem Tag, an dem der hinterlegte Betrag
an den Kläger ausgezahlt worden ist - dem 23. März 2001 - zu zahlen, und zu
der Feststellung, daß sich die Hauptsache wegen der eingeklagten Hauptforde-
rung erledigt hat.
1. Das Berufungsgericht führt aus, die eingeklagten Mietzinsansprüche
seien nach den §§ 372, 376, 378 BGB erloschen, weil die Beklagte unter den
gegebenen Umständen berechtigt gewesen sei, den monatlich fällig werdenden
Mietzins mit befreiender Wirkung zu hinterlegen. Die Beklagte habe sich in ei-
ner schwierigen Lage befunden, weil sowohl der Kläger als auch die HTB-
GmbH als Inhaber der umstrittenen Mietzinsforderung aufgetreten seien. Die
Regelung des Mietvertrages über die Berechtigung, den Mietzins einzuziehen,
sei nicht eindeutig. Eine weitere Ungewißheit habe sich für die Beklagte daraus
ergeben, daß der Kläger den Inhalt des zwischen ihm und der HTB-GmbH ge-
führten Rechtsstreits "nicht durch Beifügen von Unterlagen durchschaubar ge-
macht" habe. Da die HTB-GmbH unstreitig noch als Eigentümerin im Grund-
buch eingetragen gewesen sei, habe die Beklagte ohne Fahrlässigkeit mit der
Möglichkeit rechnen dürfen, daß "die von der HTB-GmbH behauptete Änderung
der Rechtslage eingetreten sein konnte". Von einem Schuldner könnten billi-
gerweise nur begrenzte Anstrengungen zur Ermittlung des Sachverhalts und
zur rechtlichen Subsumtion verlangt werden.
Diese Ausführungen des Berufungsgerichts halten einer rechtlichen
Überprüfung nicht stand.
2. Ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen ein Schuldner
verpflichtet ist, bei nicht einfach gelagerten Sachverhalten professionellen, ko-
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stenpflichtigen Rechtsrat einzuholen, bevor er sich zur Hinterlegung entschließt,
ist im einzelnen umstritten. Es ist zur Entscheidung des vorliegenden Falles
jedoch nicht erforderlich, sich mit dieser Streitfrage zu befassen. Jedenfalls ist
ein Schuldner, der wie die Beklagte bundesweit tätig ist und eine eigene
Rechtsabteilung unterhält, verpflichtet, diese Rechtsabteilung einzuschalten
(vgl. Heinrichs in MünchKomm/BGB 4. Aufl. § 372 Rdn. 11 m.N.), was die Be-
klagte auch getan hat. Die Rechtsabteilung der Beklagten hätte unschwer fest-
stellen können und müssen, daß hinreichende, ernstzunehmende Anhalts-
punkte dafür, der Anspruch auf Zahlung des Mietzinses stehe nicht dem Kläger
- dem Vermieter - zu, nicht einmal vorgetragen waren. Für die Rechtsabteilung
der Beklagten hätte deshalb bei Anwendung der notwendigen Sorgfalt erkenn-
bar sein müssen, daß die Voraussetzungen für eine Hinterlegung nicht vorla-
gen.
a) Es mag sein, daß die Beklagte die vertraglichen Beziehungen zwi-
schen dem Kläger einerseits und der HTB-GmbH bzw. der KSAD-GmbH ande-
rerseits nicht in Einzelheiten durchschauen konnte. Eine solche allgemeine Un-
gewißheit rechtfertigt aber eine Hinterlegung nach § 372 BGB gerade nicht. Die
Hinterlegung nach § 372 BGB ist ausschließlich ein Erfüllungssurrogat (Hein-
richs in MünchKomm aaO Rdn. 1 m.N.). Entscheidend ist allein, ob die Beklagte
ohne Fahrlässigkeit Zweifel haben konnte, ob die zu erfüllende Forderung - die
Mietzinsforderung - dem Kläger oder der KSAD-GmbH bzw. der HTB-GmbH
zustand. Verlangen mehrere Gläubiger aus verschiedenen Rechtsgründen vom
Schuldner dieselbe Leistung, ist der Schuldner selbst dann nicht hinterlegungs-
berechtigt, wenn er sich schuldlos darüber im Unklaren ist, welcher der beiden
Ansprüche begründet ist (st.Rspr., vgl. BGHZ 92, 374, 386; Heinrichs in
MünchKomm/BGB aaO Rdn. 10 m.w.N. in Fn. 34; Palandt/Heinrichs, BGB
62. Aufl. § 372 Rdn. 6). Es kommt also nicht darauf an, ob die Beklagte mit ir-
gendwelchen anderen Ansprüchen von dritter Seite rechnen mußte.
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Grund zu der Annahme, die HTB-GmbH oder die KSAD-GmbH könne
Inhaberin der Mietzinsforderung geworden sein, bestand nicht.
b) Entgegen der Annahme des Berufungsgerichts ergaben sich entspre-
chende Unklarheiten nicht aus den Formulierungen des zwischen den Parteien
abgeschlossenen Mietvertrages. Soweit die gegenteilige Ansicht des Beru-
fungsgerichts auf einer Auslegung des Vertrages beruhen sollte, ist der Senat
an diese Auslegung schon deshalb nicht gebunden, weil das Berufungsgericht
zwar von einer Unklarheit ausgeht, aber nicht ausführt, mit welchem Ergebnis
der Vertrag seiner Ansicht nach auszulegen ist bzw. ausgelegt werden kann.
In dem Mietvertrag wird die gesetzliche Regelung, daß der Mietzins dem
Vermieter zusteht, ausdrücklich wiederholt. Die weitere Regelung, daß der
Mietzins auf ein Konto der mit der Verwaltung des Mietobjekts beauftragten
KSAD-GmbH gezahlt werden solle, kann nicht dahin verstanden werden, daß
eine Abtretung an diese Gesellschaft erfolgen solle oder bereits erfolgt sei. Die-
se in gewerblichen Mietverträgen nicht selten anzutreffende Regelung betrifft
lediglich die Zahlungsmodalitäten und hat zur Folge, daß der Mieter im Sinne
des § 362 Abs. 2 BGB mit befreiender Wirkung an einen Dritten zahlen kann
und soll. Wenn - wie im vorliegenden Fall - nichts Gegenteiliges vereinbart ist,
ist eine solche Zahlungsanweisung jederzeit widerrufbar.
Offensichtlich hat die Beklagte den entsprechenden Passus des Mietver-
trages jedenfalls zunächst ebenso verstanden. Nur so ist es nämlich zu erklä-
ren, daß sie der Aufforderung des Klägers, den Mietzins in Zukunft nicht mehr
auf das Konto der KSAD-GmbH, sondern unmittelbar an ihn zu zahlen, zu-
nächst sofort nachgekommen ist, ohne vorher eine Stellungnahme der KSAD-
GmbH einzuholen.
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Daß die entsprechende Formulierung des Mietvertrages dahin zu verste-
hen sei, der Mietzinsanspruch sei oder werde an die KSAD-GmbH abgetreten,
ist nie geltend gemacht worden, auch nicht von dem Zeugen F..
c) Hinreichende Anhaltspunkte dafür, der Mietzinsanspruch könne der
KSAD-GmbH zustehen, ergeben sich auch nicht aus dem Schreiben des Zeu-
gen F. vom 12. Februar 1998. In diesem Schreiben verlangt er zwar, daß der
Mietzins entgegen der neuen Weisung des Klägers weiter an die KSAD-GmbH
gezahlt werden solle. Er begründet dieses Verlangen aber lediglich damit, daß
ein - nicht näher bezeichneter - Vertrag zwischen einer der von ihm vertretenen
Gesellschaften und dem Kläger unwirksam sei. Die Unwirksamkeit eines Ver-
trages, den der Kläger/Vermieter mit einem Dritten abgeschlossen hat, kann
aber nicht zur Folge haben, daß der Dritte Inhaber des Mietzinsanspruches aus
einem Mietvertrag wird, den der Kläger mit der Beklagten/Mieterin abgeschlos-
sen hat.
Das hätte die Rechtsabteilung der Beklagten erkennen müssen. Es
kommt hinzu, daß die Rechtsanwälte des Klägers schon mit Schreiben vom
18. Februar 1998 auf das Schreiben des Zeugen F. geantwortet und mitgeteilt
haben, bei dem angeblich nichtigen Vertrag handele es sich um einen Mietga-
rantievertrag, den der Kläger mit der HTB-GmbH (nicht: der KSAD-GmbH) ab-
geschlossen habe, der mit der Frage, wem der Mietzinsanspruch zustehe,
nichts zu tun habe, und daß weder die HTB-GmbH noch die KSAD-GmbH hier-
zu Stellung genommen haben, obwohl sie von der Rechtsabteilung der Be-
klagten ausdrücklich zu einer Stellungnahme aufgefordert worden waren.
d) Auch wenn man mit dem Berufungsgericht unterstellt, die Beklagte
habe das Schreiben des Zeugen F. auch dahin verstehen können, der Grund-
stücksübereignungsvertrag zwischen der HTB-GmbH und dem Kläger sei nich-
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tig, rechtfertigt diese Annahme die Hinterlegung nicht. Wäre der Grundstücks-
übertragungsvertrag nichtig, hätte die Beklagte möglicherweise den Mietvertrag
mit dem Kläger fristlos kündigen, evtl. auch von dem Kläger Schadensersatz
wegen Nichterfüllung verlangen können. Unter Umständen hätten auch der
HTB-GmbH als der Eigentümerin Ansprüche gegen die Beklagte zugestanden,
z.B. ein Herausgabeanspruch. Weder die HTB-GmbH noch die KSAD-GmbH
wäre aber Inhaberin des Mietzinsanspruchs aus dem zwischen den Parteien
abgeschlossenen Mietvertrag geworden.
4. Da die Beklagte nicht berechtigt war, den Mietzins zu hinterlegen und
damit dem Kläger/Vermieter für einen längeren Zeitraum vorzuenthalten, hatte
die Hinterlegung keine schuldbefreiende Wirkung. Die Beklagte blieb nach wie
vor verpflichtet, den vereinbarten Mietzins an den Kläger zu zahlen. Das ange-
fochtene Urteil kann deshalb keinen Bestand haben. Da weitere Feststellungen
weder zu erwarten noch erforderlich sind, kann der Senat selbst abschließend
entscheiden (§ 565 Abs. 3 ZPO a.F.).
Soweit nach Einlegung der Revision der hinterlegte Betrag an den Kläger
ausgezahlt worden ist, ist wegen der mit der Klage geltend gemachten Haupt-
forderung Erledigung der Hauptsache eingetreten. Die Erledigung war auf An-
trag des Klägers festzustellen. Die Erledigung des Rechtsstreits ist, auch wenn
die Beklagte der Erledigungserklärung des Klägers nicht zustimmt, in der Revi-
sionsinstanz jedenfalls dann zu berücksichtigen, wenn das erledigende Ereignis
- wie vorliegend - außer Streit steht (BGHZ 106, 359, 368; BGH, Urteil vom
28. Juni 1993 - II ZR 119/92 - NJW-RR 1993, 1123, 1124).
Die eingeklagten Zinsen kann der Kläger als Verzugsschaden geltend
machen (§§ 284 Abs. 2, 288 BGB a.F.). Da in § 5 des Mietvertrages für die mo-
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natliche Zahlung des Mietzinses eine Zeit nach dem Kalender vereinbart war,
ist Verzug der Beklagten eingetreten, ohne daß es einer Mahnung bedurfte.
Hahne
Gerber
Sprick
Fuchs
Vézina