Urteil des BGH vom 13.06.2006, XI ZR 223/06

Entschieden
13.06.2006
Schlagworte
Erlass, Zpo, Wiederholungsgefahr, Begründung, Raum, Zeitpunkt, Fortbildung, Sicherung, Beschwerde, Rückabwicklung
Urteil herunterladen

BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

XI ZR 223/06

vom

25. September 2007

in dem Rechtsstreit

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 25. September 2007

durch den Vorsitzenden Richter Dr. h.c. Nobbe, den Richter Dr. Joeres,

die Richterin Mayen und die Richter Dr. Ellenberger und

Prof. Dr. Schmitt

beschlossen:

Die Beschwerde der Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des 6. Zivilsenats des

Oberlandesgerichts Stuttgart vom 13. Juni 2006 wird

auf ihre Kosten zurückgewiesen, weil die Rechtssache

keine grundsätzliche Bedeutung hat und die Fortbildung des Rechts sowie die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erfordern 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Eine Divergenz zur Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs lag im maßgeblichen Zeitpunkt der Einlegung der Nichtzulassungsbeschwerde nicht vor. Soweit das Berufungsurteil davon ausgeht, im Rahmen

der Rückabwicklung nach § 3 HWiG sei kein Raum für

eine Berücksichtigung der ersparten Steuern, steht es

zwar in Widerspruch zu dem nach Erlass des Berufungsurteils ergangenen Urteil des erkennenden Senats vom 24. April 2007 (XI ZR 17/06, WM 2007,

1173 ff., Tz. 23 ff.) und ist nach der nunmehr geltenden Rechtsprechung fehlerhaft. Insoweit fehlt es aber

an einer Wiederholungsgefahr. Das Berufungsurteil

entspricht der damaligen - mittlerweile aufgegebenen -

Rechtsprechung des II. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs (Urteile vom 14. Juni 2004 - II ZR 385/02,

WM 2004, 1527, 1529, vom 18. Oktober 2004 - II ZR

352/02, WM 2004, 2491, 2494 und vom 31. Januar

2005 - II ZR 200/03, WM 2005, 547, 548). Es spricht

nichts dafür, das Berufungsgericht, das seinem Urteil

erklärtermaßen die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hatte zugrunde legen wollen, werde die

nach Erlass des Berufungsurteils geänderte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu dieser Frage

künftig nicht beachten (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom

25. Juli 2005 - 1 BvR 938/03, Umdruck S. 5, 8 und

vom 26. Juli 2005 - 1 BvR 85/04, NJW 2005, 3345;

Senatsbeschlüsse vom 8. April 2003 - XI ZR 193/02,

WM 2003, 1346, 1347 f. und vom 17. April 2007

- XI ZR 343/05, Umdruck S. 2 f.). Von einer weiteren

Begründung wird gemäß § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbs. 2

ZPO abgesehen.

Der Gegenstandswert für das Beschwerdeverfahren

beträgt bis 65.000 €.

Nobbe Joeres Mayen

Ellenberger Schmitt

Vorinstanzen: LG Stuttgart, Entscheidung vom 07.11.2005 - 14 O 337/05 - OLG Stuttgart, Entscheidung vom 13.06.2006 - 6 U 326/05 -

Urteil vom 29.09.2016

X ZR 58/14 vom 29.09.2016

Urteil vom 06.10.2016

I ZR 97/15 vom 06.10.2016

Urteil vom 09.11.2016

5 StR 425/16 vom 09.11.2016

Anmerkungen zum Urteil