Urteil des ArbG Oberhausen vom 14.07.2005, 4 Ca 1108/05

Entschieden
14.07.2005
Schlagworte
Brille, Arbeitsgericht, Turnunterricht, Sorgfalt, Schüler, Rechtsmittelbelehrung, Einwilligung, Gefahr, Erfahrung, Weisung
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Arbeitsgericht Oberhausen, 4 Ca 1108/05

Datum: 14.07.2005

Gericht: Arbeitsgericht Oberhausen

Spruchkörper: 4. Kammer

Entscheidungsart: Urteil

Aktenzeichen: 4 Ca 1108/05

Sachgebiet: Arbeitsrecht

Tenor: 1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Kosten hat die Klägerin zu tragen.

3. Der Streitwert beträgt 280,--.

4. Die Berufung wird nicht zugelassen.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e 1

I. 2

Die Klage ist nicht begründet. 3

4Der Klägerin steht weder ein Schadensersatzanspruch aus § 670 BGB in analoger Anwendung noch aus § 14 BAT i. V. m. § 91 LBG oder einer anderen Rechtsgrundlage zu.

5Der Haftung steht die grob fahrlässige Herbeiführung des Schadens durch die Klägerin entgegen.

6Grob fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich hohem Maße verletzt und unbeachtet lässt, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen.

7Die Klägerin hat ihre Brille auf einen Kasten im Geräteraum der Turnhalle gelegt. So hat sie jede zu erwartende Sorgfalt außer Acht gelassen. Denn die Brille ist ein empfindlicher, leicht zerbrechlicher bzw. zu beschädigender Gegenstand, welcher außerdem von erheblichem Wert ist.

8Diesen Wertgegenstand hat sie ungeschützt in dem Geräteraum untergebracht, obwohl der Raum den Kindern ohne Weiteres zugänglich ist. Der Klägerin muss bekannt sein, dass die ihr anvertrauten Kinder zwischen und 6 und 10 Jahren, insbesondere beim Turnunterricht, welcher mit viel Bewegung und auch weitgehend körperlicher Freiheit

verbunden ist, sich auch ohne Weisung und Einwilligung der Lehrerin im Geräteraum aufhalten. Dies tun Grundschüler nach allgemeiner Erfahrung, um dort zu spielen, sich zu verstecken, weitere Geräte oder Geräteteile, die zum Aufbau erforderlich sind, hervorzuholen.

9Keinesfalls durfte die Klägerin darauf vertrauen, dass ihre Schüler während des Turnunterrichtes den offenen Geräteraum nicht betreten und somit ihre Brille nicht konkret in Gefahr bringen würden.

10Der Klägerin wäre es ohne Weiteres möglich gewesen, ihre Brille anderweitig zu schützen. Z. B. hätte sie zum Turnunterricht ein festes Brillenetui einstecken oder die Brille außer jeglicher Reichweite der Schüler ein-schließen oder ablegen können.

II. 11

1. Die Kostenentscheidung beruht auf § 46 Abs. 2 ArbGG i. V. m. § 91 Abs. 1 ZPO. 12

2. Die Streitwertentscheidung erging nach § 61 Abs. 1 ArbGG i. V. m. § 3 ZPO. 13

143. Die Berufung war nicht gemäß § 64 Abs. 3 ArbGG zuzulassen, da die Rechtssache weder von grundsätzlicher Bedeutung war noch die weiteren dort aufgeführten Voraussetzungen vorlagen.

Rechtsmittelbelehrung 15

Gegen dieses Urteil ist kein Rechtsmittel gegeben. 16

17Der Wert des Beschwerdegegenstandes übersteigt für keine Partei 600,00 EUR 64 Abs. 2 Arbeitsgerichtsgesetz). Die Berufung ist auch vom Arbeitsgericht nicht zugelassen worden 64 Abs. 3 Arbeitsgerichtsgesetz).

ArbG Oberhausen: freiwillige leistung, juristische person, arbeitsgericht, satzung, rechtsgrundlage, freiwilligkeit, ausnahme, zuwendung, berufungsschrift, arbeitsrecht

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