Urteil des ArbG Duisburg vom 11.01.2010, 3 Ca 2556/09

Aktenzeichen: 3 Ca 2556/09

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Arbeitsgericht Duisburg, 3 Ca 2556/09

Datum: 11.01.2010

Gericht: Arbeitsgericht Duisburg

Spruchkörper: 3. Kammer

Entscheidungsart: Urteil

Aktenzeichen: 3 Ca 2556/09

Schlagworte: Befristung, Vorübergehender betrieblicher Bedarf an der Arbeitsleistung

Normen: § 14 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 TzBfG

Sachgebiet: Arbeitsrecht

Leitsätze: Der Sachgrund des vorübergehenden Bedarfs an einer Arbeitsleistung wird nicht dadurch geschaffen, dass ein Arbeitgeber als eines von zwei Mitgliedern einer Arbeitsgemeinschaft dieser seine Aufgaben überträgt und sich dann von dieser - allerdings nur befristet - wieder mit einem Teil der Aufgaben beauftragen lässt

Tenor: 1.Es wird festgestellt, dass das Arbeitsverhältnis der Parteien durch die Befristung vom 20.12.2007 nicht zum 31.12.2009 beendet wird.

2.Die Beklagte wird verurteilt, die Klägerin zu unveränderten Arbeitsbedingungen als teilzeitbeschäftigte Angestellte in der Tätigkeitsebene 5 des TV-BA weiter zu beschäftigen.

3.Die Beklagte trägt die Kosten des Rechtsstreits.

4.Der Streitwert beträgt 10.207,75 €.

T a t b e s t a n d : 1

Die Parteien streiten über die Wirksamkeit einer Befristung. 2

3Die Klägerin ist seit dem 02.02.2005 bei der Agentur für Arbeit Duisburg auf Grundlage mehrerer befristeter Arbeitsverträge beschäftigt. Die aktuelle regelmäßige monatliche Bruttovergütung der Klägerin beträgt 2.041,55 €.

4Mit Arbeitsvertrag vom 31.01.2005 wurde die Klägerin als Telefon-Service-Beraterin (TSB) in Teilzeit zunächst befristet bis zum 31.07.2005 eingestellt. Auf das Arbeitsverhältnis war der Manteltarifvertrag für die Angestellten der BA (MTA) vom 21.04.1961 sowie die ihn ergänzenden, ändernden oder ersetzenden Tarifverträge anzuwenden.

5Mit Arbeitsvertrag vom 28.07.2005 wurde die Klägerin dann bis zum 31.12.2007 in Teilzeit weiterbeschäftigt. Im Zuge der bei der Bundesagentur für Arbeit stattgefundenen und nun im Wesentlichen abgeschlossenen Reform wurde zwischen den Tarifvertragsparteien am 28.03.2006 ein neuer Tarifvertrag unterzeichnet und mit Wirkung vom 01.01.2006 in Kraft gesetzt. Diesen Änderungen wurde durch die Änderungsvereinbarung vom 05.05.2006 Rechnung getragen, indem noch einmal ausdrücklich die Anwendung der neuen Tarifverträge vereinbart wurde.

6Schließlich wurde die Klägerin mit Arbeitsvertrag vom 20.12.2007 bis zum 31.12.2009 in Teilzeit weiter beschäftigt. Der Klägerin wurde in diesem Zusammenhang ein „Vermerk zum befristeten Arbeitsvertrag“ ausgehändigt, der als Befristungsgrund einen vorübergehenden betrieblichen Bedarf gemäß § 14 Abs. 1 Nr. 1 TzBfG anführt. Die Kenntnisnahme dieses Vermerkes hat die Klägerin durch ihre Unterschrift bestätigt. Wegen der Einzelheiten wird auf die Anlage zur Klageerwiderung (Bl. 26 d. A.) Bezug genommen.

7Die Klägerin hat fachbezogene Auskünfte zu erteilen, Informationen und Veränderungsmitteilungen entgegen zu nehmen und soweit wie möglich fallabschließend zu bearbeiten. Des Weiteren vereinbart sie Termine zur Beratung und Vermittlung für die Sachbearbeiter im Tätigkeitsbereich des SGB II.

8Die Beklagte gründete 2004 gemeinsam mit der Stadt Duisburg eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) zur Wahrnehmung der Aufgaben für Grundsicherungssuchende gem. § 44b SGB II. Dieser Vertrag wurde zunächst bis zum 31.12.2010 befristet. Zwischen der Agentur für Arbeit Duisburg und der ARGE wurde sodann mit Datum vom 02.07.2007 vereinbart, dass die Agentur für Arbeit Duisburg die Bearbeitung von telefonischen Anliegen nach dem SGB II als Dienstleistung zu erbringen hat. Gemäß § 8a Abs. 3 der Vereinbarung wurde die ARGE ihrerseits dazu verpflichtet, für die eingesetzten Telefon-Service-Berater jeweils einen pauschalen Betrag in Höhe von 55.000 pro Kalenderjahr zu entrichten. Gemäß § 9 Abs. 2 der Vereinbarung sollte die Vereinbarung zum 31.12.2009 enden. Der für die Dauer der Vereinbarung festgestellte Personalbedarf im Telefon-Service-Center wurde in § 8 Abs. 1 der Vereinbarung mit 22 TSB festgesetzt. Wegen der Einzelheiten wird auf die Anlage zur Klageerwiderung (Bl. 27 ff. d. A.) Bezug genommen.

9Mit bei Gericht am 6.10.2009 eingegangener, der Beklagten am 15.10.2009 zugestellter Klage hat die Klägerin die Unwirksamkeit der letzten Befristung geltend gemacht.

10Die Klägerin behauptet, bei der Beklagten sei generell ein Bedarf an Arbeitskräften vorhanden.

11Durch die im Vertrag zwischen der ARGE und der Beklagten vereinbarte automatische Verlängerung werde deutlich, dass beide vertragsschließenden Parteien mit höherer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen seien, dass die Vereinbarung über den 31.12.2009 hinaus andauere. Allein schon aus dieser Formulierung werde deshalb deutlich, dass auch die Beklagte von einer weiteren Übernahme dieser Aufgaben ausgegangen sei.

Die Klägerin beantragt, 12

1.festzustellen, dass das Arbeitsverhältnis der Parteien durch die Befristung 13

vom 20.12.2007 nicht zum 31.12.2009 beendet wird,

142.für den Fall des Obsiegens mit dem Antrag zu 1) die Beklagte zu verurteilen, sie als teilzeitbeschäftigte Angestellte in der Tätigkeitsebene 5 des TV-BA weiter zu beschäftigen.

Die Beklagte beantragt, 15

die Klage abzuweisen. 16

17Die Beklagte behauptet, sie habe davon ausgehen müssen, dass der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung der Klägerin nur vorübergehend bestehen würde. Denn die getroffene Dienstleistungsvereinbarung sei in ihrer Laufzeit explizit auf die Zeit bis zum 31.12.2009 beschränkt gewesen.

18Der Umstand, dass sich die Vereinbarung automatisch verlängern sollte, wenn nicht einer der Vertragspartner zu einem bestimmten Stichtag kündige, ändere nichts daran, dass die Prognose über den betrieblichen Bedarf an der Arbeitsleistung der Klägerin ordnungsgemäß erfolgt sei: Tatsache sei nämlich, dass ein Datum für das Ende der Vereinbarung festgelegt worden sei. Hätte dieses Datum keinerlei Bedeutung für die Beklagte und die ARGE gehabt, so hätten sie die Vereinbarung auf unbestimmte Zeit - mit dem Recht zur Kündigung - geschlossen.

19Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf die von den Parteien gewechselten Schriftsätze nebst Anlagen sowie auf das Ergebnis der mündlichen Verhandlung Bezug genommen.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e : 20

I. 21

Die Klage ist begründet. 22

1.23

Das Arbeitsverhältnis endet nicht aufgrund der Befristung zum 31.12.2009. Die letzte, zur Überprüfung stehende Befristung ist unzulässig. 24

a) 25

26Die Klägerin hat gem. § 17 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) rechtzeitig Klage erhoben, da die dreiwöchige Frist zwischen Ablauf der Befristung und Klageerhebung jedenfalls gewahrt ist, da die Klägerin bereits - zulässigerweise - vor Ablauf der Befristung Klage erhoben hat.

b) 27

Gem. § 14 Abs. 1 TzBfG ist die Befristung zulässig, wenn sie durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt ist. 28

Hieran fehlt es. 29

30Die Befristung ist insbesondere nicht gem. § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 TzBfG aufgrund eines etwaigen nur vorübergehenden Bedarfs an der Arbeitsleistung gerechtfertigt. Dies würde voraussetzen, dass die Beklagte zum Zeitpunkt des Abschlusses des befristeten Vertrages mit hinreichender Sicherheit erwarten konnte, dass der Arbeitskräftebedarf in Zukunft wegfallen wird (vgl. BAG v. 25.8.2004, 7 AZR 7/04, NZA 2005, 357). Über den vorübergehenden Bedarf i.S. des § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 TzBfG ist eine Prognose zu erstellen, der konkrete Anhaltspunkte zu Grunde liegen müssen. Die Prognose ist Teil des Sachgrundes. Die Prognose muss sich lediglich darauf erstrecken, dass der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung des befristet beschäftigten Arbeitnehmers nur zeitweise und nicht dauerhaft eröffnet ist. Die Wirksamkeit einer Befristung wegen eines vorübergehenden Mehrbedarfs i.S. des § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 TzBfG setzt voraus, dass der Arbeitnehmer gerade zur Deckung dieses Mehrbedarfs eingestellt wird. Dem Arbeitnehmer dürfen keine Daueraufgaben übertragen werden (BAG v. 20.2.2008, 7 AZR 950/06, NZA-RR 2009, 288).

31Diese Voraussetzungen sind nicht erfüllt. Bei den der Beklagten im Bereich der Grundsicherung übertragenen Aufgaben, zu der auch die sogenannte SGB-ll-Telefonie gehört, handelt es sich um Daueraufgaben, die auch über den 31.12.2009 hinaus anfallen. Die Klägerin hat unstreitig fachbezogene Auskünfte zu erteilen, Informationen und Veränderungsmitteilungen entgegen zu nehmen und soweit wie möglich fallabschließend zu bearbeiten. Des Weiteren vereinbart sie Termine zur Beratung und Vermittlung für die Sachbearbeiter im Tätigkeitsbereich des SGB II. Diese Tätigkeiten sind auch nach dem 31.12.2009 zu erledigen, was von der Beklagten auch gar nicht bestritten wird. Dies war auch schon am 20.12.2007, dem Tag des Abschlusses der Befristung, absehbar. Selbst wenn der erhoffte nennenswerte Rückgang von Grundsicherungssuchenden eingetreten wäre, so hat jedoch niemand angenommen, nach dem 31.12.2009 würde diese Aufgabe gänzlich wegfallen. Hierfür spricht insbesondere, dass zum einen der Vertrag über die ARGE bis zum 31.12.2010 fortdauern sollte, zum anderen auch der Servicevertrag über die Erbringung der Telefondienstleistungen eine automatische Verlängerungsmöglichkeit vorsah.

32Das BAG hat in seiner Entscheidung vom 22.3.2000 (Geschäftsnummer 7 AZR 758/98, veröffentlicht z. B. in NZA 2000, 881) in einer umgekehrten, aber im Übrigen vergleichbaren Fallgestaltung bereits klargestellt, dass das „Dazwischenschalten“ eines weiteren Arbeitgebers bei Erfüllung einer Daueraufgabe grundsätzlich einen Sachgrund für eine Befristung nicht generieren kann, da hierdurch die Befristungskontrolle umgangen werden kann. Auch bei der Übertragung sozialstaatlicher Aufgaben ist die Prognose des voraussichtlichen Beschäftigungsbedarfs Teil des Sachgrundes für die Befristung: In den Fällen, in denen sich die Maßnahme nicht als zeitlich begrenztes Projekt, sondern als Teil einer Daueraufgabe des staatlichen Auftraggebers darstellt, kann die Übertragung der sozialstaatlichen Aufgabe allein keinen hinreichenden Sachgrund für die Befristung der Arbeitsverhältnisse der bei dem Auftragnehmer angestellten Arbeitnehmer darstellen.

Mit einer vergleichbaren Daueraufgabe wird die Klägerin hier beschäftigt: 33

Gemäß § 44b SGB II können die Träger der Leistungen nach dem SGB II Arbeitsgemeinschaften errichten. Soweit eine ARGE nach dieser Norm errichtet worden ist, gehen alle Aufgaben nach dem SGB II auf die ARGE über, vgl. § 44b Abs. 3 SGB II. Die ARGE führt dann die ihr übertragenen Aufgaben nicht als Auftragnehmerin, sondern 34

in eigener Angelegenheit aus (Wendtland in Gagel, SGB II § 44b Rn. 34). Eine teilweise Erledigung bestimmter Aufgaben durch Dritte im Rahmen einer Dienstleistungsvereinbarung war also vor dem Hintergrund der genannten rechtlichen Gegebenheiten möglich. Dabei kommt es nicht darauf an, dass das Bundesverfassungsgericht zeitgleich mit dem Abschluss des befristeten Arbeitsvertrages am 20.12.2007 festgestellt hat, dass die Bildung von Arbeitsgemeinschaften gem. § 44b SGB II verfassungswidrig ist (BVerfG, 20.12.2007, 2 BvR 2433/04 u. a., NVwZ 2008, 183). Hätte bei Vorbereitung und Unterzeichnung des letzten befristeten Arbeitsvertrages bereits Kenntnis von dieser Entscheidung bestanden, so hätte erst Recht kein Grund für eine Befristung mehr vorgelegen, da die Beklagte in diesem Fall hätte davon ausgehen müssen, dass sie wieder originär zuständig wird für wesentliche Aufgaben in Bezug auf die Grundsicherungssuchenden.

35Die nach § 44b SGB II auf die ARGE übertragenen Aufgaben sind lediglich in dem hier relevanten Teilbereich des Telefon-Service auf die Beklagte zurück übertragen worden. Hierdurch werden diese Aufgaben jedoch nicht nur zu „vorübergehenden“. Die Beklagte hat nicht schlüssig dargelegt, dass bereits im Zeitpunkt des Abschlusses des Arbeitsvertrages im Dezember 2007 konkret greifbare Tatsachen absehbar waren, die das Ende des Dienstleistungsvertrages zum 31.12.2009 wahrscheinlich machten. Es fehlt deshalb an der Darlegung einer konkreten Prognose durch die Beklagte, der man entnehmen könnte, dass für die Beschäftigung der Klägerin über den 31.12.2009 hinaus mit hinreichender Sicherheit kein Bedarf mehr bestünde.

36Die vertragliche Ausgestaltung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen zwei Trägern des öffentlichen Dienstes ist für sich nicht geeignet, im vorliegenden Fall eine Befristung zu rechtfertigen. Soweit eine per Gesetz übertragene Aufgabe an einen anderen Träger übertragen und dann durch Vertrag zum Teil wieder zurück übertragen wird, wird letzterer Teil nicht zu einer Aufgabe von vorübergehender Dauer. Dieser Sachverhalt muss vielmehr so behandelt werden, als ob eine Übertragung dieser Teilaufgaben gar nicht erst erfolgt wäre. In einem solchen Fall wäre hier unzweifelhaft kein sachlich rechtfertigender Grund für eine Befristung gegeben. Insofern ist das Vorbringen der Beklagten‚ dass die teilweise Erledigung bestimmter Aufgaben durch Dritte im Rahmen einer Dienstleistungsvereinbarung möglich war, irreführend. Bei der Beklagten handelt es sich nicht um eine „Dritte“, sondern um eine öffentliche Einrichtung, die grundsätzlich mit der Durchführung dieser Aufgaben beauftragt ist.

37Dabei kommt es auch nicht darauf an, dass ein erheblicher Teil der Aufgaben nach dem SGB II nicht originär in die Zuständigkeit der Beklagten, sondern ihres Vertragspartners in der ARGE, der Stadt Duisburg, fällt. Es genügt, dass die Beklagte selbst Aufgaben im Bereich des SGB II zu erfüllen hat. Allenfalls hätten Befristungen insoweit zulässig sein können, als die Beklagte gerade Aufgaben der Stadt Duisburg übernommen hat. Hier bestehen aber erhebliche Bedenken, ob der Umstand, dass sich verschiedene Rechtsträger bzw. Körperschaften des öffentlichen Rechts gegenseitig zur Erfüllung ihrer eigenen Aufgaben jeweils nur befristet Dienstleistungsaufträge erteilen, überhaupt eine befristete Beschäftigung von Arbeitnehmern rechtfertigen kann.

38Die Kündigungsmöglichkeit des Servicevertrages kann die Befristung gerade nicht rechtfertigen, da die bloße Unsicherheit über die Entwicklung des zukünftigen Personalbedarfs keine Befristung wegen vorübergehenden Bedarfs stützen kann (BAG v. 4.12.2002, 7 AZR 437/01, NZA 2004, 64; v. 22.3.2000, 7 AZR 758/98, NZA 2000, 881). Gerade für den Fall einer allgemein bestehenden Unsicherheit über die künftige

Entwicklung des konkreten Arbeitskräftebedarfs hat der Gesetzgeber dieser Unsicherheit durch die Möglichkeit einer betriebsbedingten Kündigung Rechnung getragen. Beispielsweise ist ein Bauunternehmen auch nicht berechtigt, seine Arbeitnehmer nur befristet einzustellen, weil es zur Zeit nur einen Auftrag hat und es nicht sicher ist, ob anschließend ein weiterer Auftrag vorliegt.

Andere sachliche Gründe für eine wirksame Befristung sind nicht vorgetragen und auch nicht ersichtlich. 39

c) 40

Die Befristung ist auch nicht ausnahmsweise als sachgrundlose Befristung zulässig. 41

42Gem. § 14 Abs. 2 TzBfG ist die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig.

43Diese 2-Jahres-Frist ist unstreitig überschritten. Die Klägerin ist seit dem 2.2.2005 aufgrund von mehreren befristeten Arbeitsverträgen und damit deutlich länger als zwei Jahre beschäftigt gewesen.

d) 44

Die Befristung ist auch nicht aufgrund weiter Umstände, z. B. als Altersbefristung gem. § 14 Abs. 3 TzBfG, zulässig. 45

2.46

47Die Klägerin kann von der Beklagten die Weiterbeschäftigung aufgrund des bestehenden Arbeitsvertrages verlangen. Das Arbeitsverhältnis ist durch die Befristung nicht beendet worden. Schutzwerte Interessen des Arbeitgebers, die einer Weiterbeschäftigung entgegenstehen, sind nicht erkennbar. Der Anspruch auf Weiterbeschäftigung entsteht bereits vor Rechtskraft des Verfahrens mit der Feststellung des erstinstanzlichen Gerichts, dass eine Kündigung unwirksam ist (vgl. BAG (GS) v. 27.2.1985, GS 1/84, NZA 1985, 702, 709). Dies gilt entsprechend bei einer unwirksamen Befristung (BAG v. 13.6.1985, 2 AZR 410/84, NZA 1986, 562).

II. 48

Die Kostenentscheidung folgt aus § 46 Abs. 2 ArbGG iVm. § 91 ZPO. 49

50Der Streitwert ist gem. § 61 Abs. 1 ArbGG, § 3 ZPO, § 42 Abs. 3 S. 1 GKG im Urteil festzusetzen und entspricht im Übrigen dem gem. § 63 Abs. 2 GKG festzusetzenden Wert.

Rechtsmittelbelehrung 51

Gegen dieses Urteil kann von der beklagten Partei 52

B e r u f u n g 53

eingelegt werden. 54

Für die klagende Partei ist gegen dieses Urteil kein Rechtsmittel gegeben. 55

Die Berufung muss 56

innerhalb einer N o t f r i s t* von einem Monat 57

58beim Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Ludwig-Erhard-Allee 21, 40227 Düsseldorf, Fax: 0211 7770 2199 eingegangen sein.

59Die Notfrist beginnt mit der Zustellung des in vollständiger Form abgefassten Urteils, spätestens mit Ablauf von fünf Monaten nach dessen Verkündung.

60Die Berufungsschrift muss von einem Bevollmächtigten unterzeichnet sein. Als Bevollmächtigte sind nur zugelassen:

1.Rechtsanwälte, 61

622.Gewerkschaften und Vereinigungen von Arbeitgebern sowie Zusammenschlüsse solcher Verbände für ihre Mitglieder oder für andere Verbände oder Zusammenschlüsse mit vergleichbarer Ausrichtung und deren Mitglieder,

633.Juristische Personen, deren Anteile sämtlich im wirtschaftlichen Eigentum einer der in Nr. 2 bezeichneten Organisationen stehen, wenn die juristische Person ausschließlich die Rechtsberatung und Prozessvertretung der Mitglieder dieser Organisation oder eines anderen Verbandes oder Zusammenschlusses mit vergleichbarer Ausrichtung entsprechend deren Satzung durchführt und wenn die Organisation für die Tätigkeit der Bevollmächtigten haftet.

Eine Partei, die als Bevollmächtigter zugelassen ist, kann sich selbst vertreten. 64

* Eine Notfrist ist unabänderlich und kann nicht verlängert werden. 65

- Hagen - 66

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