Urteil des AG Witten vom 07.04.2005, 2 C 1811/04

Aktenzeichen: 2 C 1811/04

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Amtsgericht Witten, 2 C 1811/04

Datum: 07.04.2005

Gericht: Amtsgericht Witten

Spruchkörper: Zivilrichter

Entscheidungsart: Urteil

Aktenzeichen: 2 C 1811/04

Tenor: Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden dem Kläger auferlegt.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Die Berufung gegen das Urteil wird nicht zugelassen.

Auf eine Darstellung des Tatbestandes wird gemäß §§ 495 a, 313 a ZPO verzichtet. 1

2Die Klage ist unbegründet. Der Kläger hat gegen die Beklagte keinen Anspruch auf Zahlung von weiteren 125,03 infolge des streitgegenständlichen Unfallereignisses vom 20.09.2004 auf dem Parkplatz der Firma X in Witten.

3Der Kläger begehrt insoweit einen so genannten Schadensersatz aufgrund fiktiver Abrechnung. Das von ihm geführte und seinerzeit verunfallte Fahrzeug hat er nicht reparieren lassen. Der Privatsachverständige Q hat in seinem Gutachten nicht ortsübliche Stundenverrechnungssätze zugrunde gelegt, sondern vielmehr diejenigen der Firma Gebr. L GmbH, bei der es sich, die ist gerichtsbekannt, um eine entsprechende W-Fachwerkstatt handelt, deren Stundenverrechnungssätze über den ortsüblichen liegen. Im Rahmen der fiktiven Abrechnung ist es demgegenüber allerdings gerechtfertigt, günstigere Verrechnungssätze zugrunde zu legen, soweit dies für den Geschädigten eine ohne Weiteres zugängliche und gleichwertige Reparaturmöglichkeit darstellt. Das erkennende Gericht folgt damit der Rechtsprechung des BGH (NJW 2003, S. 2086, 2087), die zudem auch von anderen Gerichten des Landesgerichtsbezirks geteilt wird, so z. B. AG Bochum, 65 C 362/04.

4Die Beklagte hat dargelegt, dass die Firma E Automobile in T für Karosserie- und Lackarbeiten lediglich einen Betrag in Höhe von 75,00 bzw. 84,59 verlangt, wohingehend der Sachverständige Q aufgrund der Reparaturkosten seitens der Firma Gebr. L von einem Stundensatz in der Höhe von 84,30 bzw. 93,10 ausgegangen ist. Der Verweis auf die entsprechenden geringeren Stundensätze der Firma E war auch zulässig. Dabei handelt es sich unstreitig um ein Unternehmen, welches eine

gleichwertige Reparaturmöglichkeit liefert. Auch ist eine entsprechende Werkstatt in T ohne Probleme zu erreichen. Die Einholung eines Sachverständigengutachtens war nicht erforderlich.

5Die Kostenentscheidung beruht auf § 92 Abs. 2 ZPO, die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit auf den §§ 708 Nr. 11, 713 ZPO, die Entscheidung über die Nichtzulassung der Berufung auf § 511 Abs. 4 ZPO.

Der Streitwert wird auf 125,03 festgesetzt. 6

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