Urteil des AG Tiergarten vom 02.04.2017, 47 Js 546/06

Aktenzeichen: 47 Js 546/06

AG Tiergarten: anklageschrift, mittäter, körperverletzung, marke, polizei, bus, nötigung, bargeld, herausgabe, bahnhof

Quelle: Gericht: LG Berlin 24. Große Strafkammer

Entscheidungsdatum: 27.09.2007

Normen: § 1 JGG, § 3 JGG, § 22 StGB, § 23 StGB, § 25 Abs 2 StGB

Aktenzeichen: (524) 47 Js 1256/06 KLs (27/07), 524 - 27/07

Dokumenttyp: Urteil

Jugendstrafe: Dauer der Jugendstrafe bei einem jugendlichen Intensivtäter

Leitsatz

Jugendstrafe von mehr als 5 Jahren bei jugendlichen Intensivtätern

Tenor

Der Angeklagte wird

- wegen schweren Raubes in drei Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit versuchter Nötigung,

- wegen schwerer räuberischer Erpressung,

- wegen Raubes in zehn Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit versuchter Nötigung, in zwei Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, in einem Fall in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchter Nötigung und in einem Fall in Tateinheit mit Nötigung,

- wegen versuchten Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung,

- wegen räuberischer Erpressung in fünf Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, in zwei Fällen in Tateinheit mit versuchter Nötigung,

- wegen räuberischen Diebstahls in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung,

- wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und

- wegen Diebstahls

unter Einbeziehung des Urteils des Jugendschöffengerichts Tiergarten vom 7. Dezember 2006 (430) 47 Js 546/06 (46/06) und der dort verhängten Strafe zu einer einheitlichen Jugendstrafe von

6 Jahren und 6 Monaten

verurteilt.

Es wird davon abgesehen, dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen.

Gründe

I.

1I. H. wurde am 4. Januar 1992 im Libanon geboren. Noch in diesem Jahr flüchtete die Mutter gemeinsam mit ihm und weiteren zwei Geschwistern in die Bundesrepublik Deutschland, während der Vater erst zu einem späteren Zeitpunkt folgte, weil er zur damaligen Zeit inhaftiert war. Die Familie verfügt seit 1993 über den Status der Duldung. I. ist der Drittgeborene in einer elfköpfigen Geschwisterreihe, von denen alle zwischen 1988 und 2006 geboren sind. Die Familie bewohnt eine Fünfzimmerwohnung und lebt von staatlichen Leistungen.

2Der Angeklagte wurde mit sechs Jahren altersgemäß eingeschult. Bereits im Grundschulalter fiel er durch dissoziales Verhalten auf, was Anfang 2004 zu einer zwangsweisen Versetzung durch den zuständigen Schulrat an ein sonderpädagogischen

zwangsweisen Versetzung durch den zuständigen Schulrat an ein sonderpädagogischen Förderzentrum, die Schule „An der Windmühle“, führte.

3Auch dort bedrohte, erpresste und bestahl I. H. Mitschüler. Infolge der insgesamt äußerst negativen familiären Situation wurde 2004 vom Jugendamt Neukölln eine Familienhilfe eingerichtet, die jedoch zunächst 2005 aufgrund der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Familie wieder beendet werden musste. Die Probleme in der Familie sind die fehlende Erziehungskompetenz und die nicht vorhandene Integrationsbereitschaft der Eltern, verbunden mit ungenügenden Sprachkenntnissen und Sorglosigkeit gegenüber Schulen, Behörden, Wohnungsverwaltungen und anderen staatlichen Institutionen. Die Familie schottet sich zuhause ab. Sozialkontakte nach außen sind so gut wie nicht vorhanden.

4Der Vater von I. ist freundlich und künstlerisch begabt, fühlt sich in Deutschland jedoch aufgrund der Sprachdefizite und des Duldungsstatus, der ihm die Aufnahme einer Arbeit untersagt, unterdrückt und ist gegenüber der ihm fremden Kultur misstrauisch. Die Mutter richtet ihr Hauptaugenmerk auf die Bewältigung des Haushaltes und der Alltagsprobleme der Großfamilie, wobei sie aber offenbar überfordert ist. Denn bei I. und zum Teil auch bei seinen Geschwistern wurden mangelhafte schulische Leistungen, fehlende Sozialraumorientierung und äußerliche Verwahrlosungstendenzen festgestellt.

5Im November 2005 wechselte der Angeklagte dann auf Wunsch der Eltern auf die K.- Oberschule. Dort bestand er das Probehalbjahr nicht, verblieb jedoch zunächst auf dieser Schule, ehe er den Schulbesuch gänzlich einstellte.

6Schon im strafunmündigen Alter trat der Angeklagte seit 1999 durch zahlreiche Delikte wie mehrfachen Diebstahls, Sachbeschädigung, Leistungserschleichung etc. strafrechtlich in Erscheinung. Seit 2002 kamen so genannte Rohheitsdelikte von der gefährlichen Körperverletzung, der räuberischen Erpressung über schweren Raub bis hin zu sexuellen Nötigungen vor. Ausweislich der Einschätzung der seinerzeit ermittelnden Polizeibeamten beging der Angeklagte die Straftaten damals vor dem Hintergrund des Wissens um fehlende Sanktionsmöglichkeiten durch die Justiz. Schon zu dieser Zeit war seine persönliche Entwicklung als extrem gefährdet eingestuft worden.

7Prägend für seine bisherige Sozialisation ist der eher archaisch anmutende Lebensentwurf seiner Eltern und die Erfahrungen, die der Angeklagte auf der "Straße" gemacht hat. Seine Anerkennung erwarb er nicht über schulische Leistungen und breite Sozialkontakte, sondern über martialisches Männlichkeitsgebahren innerhalb Gleichgesinnter. Seine Straftaten dienten für den Angeklagten dazu, sein Selbstwertgefühl über das Rollenverhalten in der Gruppe zu erwerben. Er wollte er Macht demonstrieren.

8Der Angeklagte wurde am 22. Mai 2006 vorläufig festgenommen und befand sich seit dem 23. Mai 2006 für das Verfahren 47 Js 546/06 in der JSA Berlin. In der Zeit vom 2. November 2006 bis zum 5. April 2007 bestand aufgrund des Haftbefehls des Amtsgerichts Tiergarten vom 2. November 2006 (350 Gs 3142/06) Überhaft. Nach der Aufhebung dieses Haftbefehls vom 5. April 2007 verbüßt der Angeklagte seit dem 6. April 2007 Strafhaft, die das in diesem Verfahren einbezogene Urteil betrifft.

9Auch sein Verhalten während der Haftzeit gab Veranlassung zur Kritik. Vom 24. Mai 2006 bis zum 17. Juni 2007 befand er sich im Untersuchungshaftbereich K.grund. Er hatte zunächst enorme Schwierigkeiten, sich den dortigen Gegebenheiten und Normen anzupassen und wurde mehrfach auffällig. So warf er am 10. Juni 2006 brennende Gegenstände aus seinem Haftraumfenster und setzte dieses Verhalten trotz Verriegelung fort, indem er das vorab verriegelte Fenster zerschlagen und sich offensichtlich selbst verletzt hatte. Trotz der folgenden Unterbringung in einem besonders gesicherten Haftraum kam es am 14. Juni 2006 und am 2. Juli 2006 zu körperlichen Auseinandersetzungen mit jeweils anderen Mitinhaftierten. In der Folgezeit schloss er sich zunächst wesentlich älteren Mitgefangenen an, fasste dann aber auch allmählich Vertrauen zu den Bediensteten des allgemeinen Vollzugsdienstes und korrigierte sein Verhalten in positiver Weise. Es gelang ihm, sich innerhalb der Wohngruppe gut zu integrieren. Dabei pflegte er lediglich zu einer ausgesuchten Gruppe von Mitgefangenen, meist ebenfalls aus dem arabischen Kulturkreis stammend, freundschaftliche Beziehungen. Während der Sommerferien 2006 nahm er an einem Schulkurs und an einem sozialen Trainingskurs teil. Im November 2006 konnte ihm eine durchaus nennenswerte positive Entwicklung im Haus K.grund bescheinigt werden. Dort wurde jedoch festgestellt, dass er weiterhin engmaschiger Strukturen, Grenzsetzungen und sofortiger Rückmeldungen auf sein positives wie auch negatives Verhalten bedürfe. Diese gute Entwicklung wurde jedoch unterbrochen, als es am 14. November 2006 während des Schulunterrichts zu einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung

während des Schulunterrichts zu einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem weiteren Mitinhaftierten im Klassenzimmer kam. Auslöser soll der gegenseitige Austausch verbaler Beleidigungen in arabischer Sprache gewesen sein. Es musste durch den zuständigen Lehrer Hausalarm ausgelöst werden, um die Kontrahenten zu trennen.

10 Seit dem 18. Juni 2007 befindet sich der Angeklagte im Haus II der Wohngruppe 2 der Jugendstrafanstalt B.. Auch dort hatte der Angeklagte massive Eingewöhnungsprobleme. Es kam zu mehreren dienstlichen Meldungen und zur Verhängung von Disziplinarmaßnahmen, da sich der Angeklagte nicht unterordnete. Daher konnte er erst am 2. August 2007 eine Tätigkeit in der dortigen Berufsfindungswerkstatt beginnen. Zwei Abmahnungen und eine starke körperliche Auseinandersetzung innerhalb der Werkstatt führten schon am 29. August 2007 zur Ablösung vom Arbeitsplatz, gefolgt von Disziplinarmaßnahmen. I. H. zeigte sich weiterhin sehr unkooperativ und verweigerte strikt, sich den Gegebenheiten und Normen der Jugendstrafanstalt anzupassen; seinen Haftraum hielt er nicht sauber und hielt auch nur unzureichend Ordnung darin. Darüber hinaus hatte er keinerlei Bezug zu Werten und Gegenständen, die ihm leihweise überlassen wurden. Insgesamt verursachte er im Untersuchungshaftbereich K.grund eine Schadenssumme von 259,85 €, die sich in der Jugendstrafanstalt P. auf 433,30 summierte. Der Angeklagte sucht seine Leit- und Vorbilder bei Insassen, die sich ebenfalls wie er in der Subkultur zurecht finden und einen sozial verwahrlosten Eindruck hinterlassen. Er lässt sich oft negativ beeinflussen und will von seinem Kulturkreis gelobt und gefeiert werden.

11 Der Angeklagte ist bislang einmal bestraft worden, und zwar vom Amtsgericht Tiergarten Jugendschöffengericht (430) 47 Js 546/06 (46/06) am 7. Dezember 2006, rechtskräftig seit dem 21. März 2007. Der Tenor lautet wie folgt:

12 „Der Angeklagte ist des Raubes in fünf Fällen, davon in vier schweren Fällen jeweils in weiterer Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz durch Beisichführens von verbotenen Waffen sowie der räuberischen Erpressung in vier Fällen, davon in einem Fall in einem versuchten schweren Fall in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz durch Beisichführen einer verbotenen Waffe sowie des Verstoßes gegen das Waffengesetz durch Besitz und Beisichführen von verbotenen Waffen in zwei Fällen sowie des Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall in Tateinheit mit gefährlicher gemeinschaftlicher Körperverletzung sowie des gemeinschaftlichen Raubes in fünf Fällen, der gemeinschaftlichen räuberischen Erpressung in zwei Fällen, des gemeinschaftlichen Raubes in drei Fällen jeweils in weiterer Tateinheit mit gefährlicher gemeinschaftlicher Körperverletzung, des gemeinschaftlichen Raubes in Tateinheit mit gemeinschaftlicher versuchter Nötigung, des gemeinschaftlichen schweren Raubes in fünf Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Volksverhetzung und weiterer Tateinheit mit gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, in zwei weiteren Fällen jeweils in Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz durch Beisichführen einer verbotenen Waffe und in einem Fall in Tateinheit mit gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung und weiterer Tateinheit mit einem Verstoß gegen das Waffengesetz durch Beisichführen einer verbotenen Waffe schuldig.

13 Gegen ihn wird eine Jugendstrafe von 4 -vier- Jahren und 7 -sieben- Monaten verhängt.“

14 In dem hier einbezogenen Urteil heißt es wie folgt:

15 „Ungefähr im Jahr 2003 anlässlich eines Kinobesuches wurde dem Angeklagten durch den gesondert Verfolgten M.A. gezeigt, wie einfach es ist, durch Vorhalten eines Messers anderen Menschen Handys wegzunehmen, die Handys zu verkaufen und sich hierdurch einen Kino, Rummel oder Discobesuch zu finanzieren. Hierdurch beeindruckt, schloss sich der Angeklagte ungefähr Anfang des Jahres 2004 einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen an, die es sich zum Ziel machte, Gleichaltrige gegebenenfalls unter Gewaltanwendung und unter Drohungen zu berauben. Diese Gruppierung nannte sich dann selbst die „N. K.boys“, ließ sich entsprechende Kapuzen-T-Shirts mit dem Emblem „NKB“ drucken und hatte als Treffpunkt ein Internet-Café in der P.straße.

16 In der Gründungsphase dieser Bande trieb sich der Angeklagte unter anderem mit dem gesondert Verfolgten A. Y. und einem weiteren unbekannten Mittäter im Bezirk N. rum und begegnete hierbei dem am 09.06.1991 geborenen M. Z. und konnte beobachten, wie dieser an einer Bushaltestelle einem anderen Kind Geld gab. Daraufhin entschieden sich der Angeklagte und seine Mittäter, diesen Jungen, den der Angeklagte dann seinen „Taschengeldfreund“ nannte, unter Androhung von Schlägen Geld wegzunehmen. In Ausführung dieses Planes passten sie den Geschädigten ab Januar 2004 bis zum 07. März 2005 fast täglich auf dessen Schulweg ab und durchsuchten ihn unter Androhung von Schlägen und nahmen ihm immer sein Essensgeld für die Schule ab. Es handelte

von Schlägen und nahmen ihm immer sein Essensgeld für die Schule ab. Es handelte sich hierbei jeweils um Beträge von 5,00 bis 10,00 €. Der Geschädigte wurde von dem Angeklagten und seinen Mittätern auch zu Hause aufgesucht und dort unter Druck gesetzt, weshalb ihnen der Geschädigte größere Beträge von 20,00 gab.

17 Im Jahr 2006 hatte sich die Gruppierung „N. K.boys“ darauf spezialisiert, bevorzugt in öffentlichen Verkehrsmitteln und deren Nahbereich Kinder und Jugendliche zu überfallen. Bei den Überfällen wurden Messer, Teleskopstöcke oder Schlagringe eingesetzt.

18 In allen Fällen wurden die Geschädigten verbal massiv bedroht und einige Geschädigte sogar mehrmals an verschiedenen Tagen überfallen. Tatbeute waren regelmäßig Handys, die unmittelbar nach den Taten veräußert wurden.

19 Der Angeklagte hatte sich über die Jahre hinweg einen derartigen Ruf und eine Vormachtstellung in der Gruppierung erarbeitet, dass er spätestens seit Januar 2006 als Chef der „N. K.boys“ galt. Die erlangte Beute wurde unter den Mitgliedern der „N. K.boys“ aufgeteilt und für Disco und Kinobesuche, Essen bei McDonalds, Kleidung und Sonstiges ausgegeben. Der Angeklagte hatte von allen Mitgliedern der Gruppierung das meiste Geld.

20 Aufgrund des gemeinschaftlich geschlossenen Tatplanes zwischen den Bandenmitgliedern kam es schließlich in unterschiedlicher Besetzung, teilweise auch in alleiniger Begehungsweise zu Gunsten der Gruppierung, unter anderem zu folgenden Taten:

21 Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Berlin vom 29. Mai 2006 - 47 Js 546/06 -

22 1. Am 17. Januar 2006 gegen 18.30 Uhr sprachen der Angeklagte und seine Begleiter A. Y., M.A. und K. vor dem Jugendclub „...“ in der L. ... in ... B. den 14-jährigen P. S. an und fragten ihn, ob er Geld habe. Als dies durch den Jugendlichen verneint wurde, wurde er von einem der Begleiter des Angeklagten festgehalten und ihm durch einen weiteren Mittäter der MP3-Player der Marke „Commodore“ im Wert von ca. 50,00 aus der Hosentasche gezogen und nicht wieder zurückgegeben. Als sich der Angeklagte und seine gesondert verfolgten Mittäter entfernten, sagte er noch zu dem Jugendlichen, dass es Folgen haben würde, wenn er jemandem von „der Sache“ erzählen würde. Der Zeuge hatte Angst, brachte die Sache aber trotzdem zur Anzeige.

23 2. Am 04. Februar 2006 gegen 13.30 Uhr fuhren der 12-jährige P. F. und der 15-jährige K. K. mit dem Bus der Linie M44 von der Haltestelle B. Damm/J. Chaussee in Richtung H.straße. Auf der Fahrt setzten sich der Angeklagte und sein Begleiter, das Kind W.M. in die Nähe der beiden und beobachteten sie. Der Jugendliche K. spielte mit seinem Handy der Marke „Sony Ericsson“ des Typs K750i, was einen Marktwert von ca. 300,00 hatte. Der Angeklagte ging nun zu dem K. K. hin und fragte ihn, ob er das Handy mal sehen könne, was dieser verweigerte. Der Angeklagte riss das Handy dem Jugendlichen K. aus der Hand und setzte sich danach neben den P. F. und begann, dessen Hosentaschen zu durchsuchen. Der Zeuge F. duldete dies aus Angst, weil der Angeklagte zu ihm noch sagte, er habe bereits jemanden abgestochen. In der einen Hosentasche fand der Angeklagte ein Handy der Marke Nokia des Typs 3220 und nahm es an sich. Sein Begleiter stand die ganze Zeit grinsend dabei. An der Endhaltestelle H.straße mussten die Zeugen und der Angeklagte mit seinem Begleiter aussteigen. Die gesamte Gruppe ging Richtung S-Bahn. Auf dem Weg zur Treppe zog der Angeklagte das Portemonnaie des Zeugen K. aus dessen Hosentasche und entnahm das Bargeld in Höhe von ca. 15,00 €. Als der Zeuge K. dies bemerkte und die Rückgabe des Geldes forderte, zog der Angeklagte ein Springmesser mit einer Klingenlänge von ca. 10 cm aus seinem Hosenbund, hielt dieses Messer dem Zeugen vor den Körper und fragte, ob er abgestochen werden wolle. Daraufhin zog der Zeuge F. aus Angst den Zeugen K. hinter sich in Richtung des Bahnsteigs her und überließ die Beute dem Angeklagten und seinem Begleiter. Während der Tat und der Durchsuchung des Zeugen F. hatte der Angeklagte auch durch einen Blick auf dessen Papiere die Wohnanschrift in Erfahrung gebracht, was zur Folge hatte, dass ca. ein bis zwei Monate nach der Tat und der erstatteten Strafanzeige zwei Jugendliche vor dem Wohnhaus des Zeugen mit einem Messer bewaffnet erschienen. Die beiden Jugendlichen ergriffen einen Freund des Zeugen, den St. A., der den P. F. besuchen wollte, hielten ihm ein Messer an den Hals und forderten ihn auf, seinen Freund F. runterzulocken, da er wegen einer Anzeige zur Rede gestellt werden sollte. Die beiden Jugendlichen warteten dann unten, wurden allerdings durch das beherzte Auftreten der Mutter des Zeugen F., die von dem Vorfall erfuhr, vertrieben.

24 3. Am 08. Februar 2006 gegen 13.30 Uhr liefen der 18-jährige B.B., die 14-jährige N.H.

24 3. Am 08. Februar 2006 gegen 13.30 Uhr liefen der 18-jährige B.B., die 14-jährige N.H. und die 15-jährige V. F. auf der M. Straße, als sie auf den Angeklagten und zwei unbekannt gebliebene, südländisch aussehende Jugendliche trafen. Der Angeklagte sagte zu seinen Begleitern: „Das ist er.“ Daraufhin ergriffen seine Begleiter den Zeugen B. und zogen ihn in den Eingang der Firma „Die ...“. Noch während der Zeuge B. festgehalten wurde, holte einer der unbekannt gebliebenen Mittäter aus seinen Taschen die Schlüssel und ein Handy des Typs 6239i der Marke „Nokia“, um es für sich und seine Begleiter zu behalten. Dem Zeugen B. gelang es, den Schlüssel dem Täter aus der Hand zu entreißen. Daraufhin fingen die anderen Täter und der Angeklagte an, auf den Zeugen einzuschlagen und zu treten. Der Angeklagte nutzte hierbei seinen Rucksack als Schlagwerkzeug und trat den Zeugen außerdem. Als ein Mitarbeiter der Firma „Die ...“ auf den Hof kam, um die Jugendlichen voneinander zu trennen, gelang dem Angeklagten und seinen Begleitern die Flucht.

25 4. Nur wenige Minuten später gegen 13.35 Uhr am 08. Februar 2006 wurde der 14jährige D. S. von dem Angeklagten auf der H. Straße in Höhe der Hausnummer 51 nach der Uhrzeit gefragt. Der Zeuge S. nahm daraufhin sein Handy der Marke „Sony Ericsson“ des Typs K750i aus der Hosentasche und sagte dem Angeklagten die Uhrzeit. Der Angeklagte nutzte diesen Moment, schubste den Zeugen und riss ihm dabei das Handy aus der Hand, um es für sich zu verwenden.

26 5. Am 12. Februar 2006 gegen 13.00 Uhr befanden sich die 14-jährigen T. M. und D. L. auf dem Bahnsteig des U-Bahnhofs R., als der Angeklagte und vier weitere Mitglieder der „NKBs“, darunter das Kind Y. A., aus der U-Bahn ausstiegen. Der Angeklagte und seine zum Teil unbekannt gebliebenen Begleiter gingen gezielt zu den Zeugen M. und L. und fragten den Zeugen M., ob dieser ein Handy dabeihabe, was dieser zunächst verneinte. Daraufhin wurde er sofort durch den Angeklagten durchsucht und aus seiner Hosentasche das Handy der Marke „Motorola“ des Typs V980 herausgeholt und mitgenommen. Die Begleiter des Angeklagten zogen einen Teleskopschlagstock und eine Fahrradpumpe aus ihren Jacken und zeigten diese zur Einschüchterung dem Zeugen M., weshalb dieser die Durchsuchung aus Angst über sich ergehen ließ.

27 6. Am Morgen des 13. Februar 2006 waren die Schüler B., We. und Wa. auf dem Weg zur Schule, als sie an dem U-Bahnhof J. Chaussee auf den Angeklagten und den gesondert Verfolgten A. Y. trafen. Einer der beiden rief den Jugendlichen zu: „Bleibt stehen!“. Aus Angst blieben die Angerufenen stehen und wurden von dem Angeklagten und seinem Begleiter eingeholt. Der Angeklagte durchsuchte nun den Schüler B. und dann den Schüler Wa., was diese aus Angst über sich ergehen ließen. Bei dem durchsuchten Wa. fand der Angeklagte ein Handy der Marke „Sagem“ Typ X55 und nahm es an sich, um es für sich zu verwerten.

28 7. Am 19. Februar 2006 gegen 16.00 Uhr trafen an dem S-Bahnhof ... der 13-jährige M. L. und der 14-jährige N. B. auf den Angeklagten und den gesondert Verfolgten Al-O. Der Angeklagte und der gesondert Verfolgte forderten die beiden Jungen auf, sie zu dem U- Bahnhof zu begleiten, was diese aus Angst machten. Auf dem Weg dorthin griff der Angeklagte ständig in seine Jackentasche, so dass der M. L. meinte, der Angeklagte habe möglicher Weise ein Messer bei sich. An dem Treppenaufgang angelangt, stellte sich der Angeklagte vor die beiden und durchsuchte zunächst den B. Er fand nur dessen altes Handy, was er dem Zeugen zurückgab. 8,00 €, die er außerdem in dem Portemonnaie des Durchsuchten fand, nahm der gesondert Verfolgte an sich. Danach durchsuchte der Angeklagte den L., der sich allerdings wehrte. Daraufhin wurde er durch den Angeklagten und den gesondert Verfolgten an der Jacke festgehalten und ihm angedroht, geschlagen zu werden. Der Angeklagte griff in die Bauchtasche des L. und fand dort dessen Handy der Marke „Sony Ericsson“ des Typs K750i, das er an sich nahm, um es für sich zu verwenden.

29 8. Am 21. Februar 2006 trafen die Zeugen POK N., POM H. und POM F. in der Z.straße ... auf den Angeklagten und fragten ihn, ob er gefährliche Gegenstände bei sich habe. Der Angeklagte übergab daraufhin den Beamten sein Butterflymesser, das eine 10 cm lange Klinge hatte.

30 Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Berlin vom 01. Juni 2006 - 47 Js 626/06 -

31 1. Am 13. Februar 2006 gegen 11.40 Uhr stand der damals 13-jährige Schüler St. vor dem Schultor der R.-O.schule am R.platz ... und wartete auf seine Mitschüler, als ihn der Angeklagte und der gesondert Verfolgte K. überfielen. Hierzu hielt ihn absprachegemäß einer der beiden im Polizeigriff und zog ein Messer mit einer Klingenlänge von ca. 10 - 15 cm und hielt das Messer mit der Schneideseite der Klinge an den Hals des Kindes. Aus Angst um sein Leben hielt der 13-jährige St. ruhig, während ihn der Angeklagte oder der

Angst um sein Leben hielt der 13-jährige St. ruhig, während ihn der Angeklagte oder der gesondert Verfolgte durchsuchte und in seiner Hosentasche ein Handy der Marke „Nokia“ des Typs 6230i von einem Wert von ca. 170,00 fand und an sich nahm, um es für sich und den Mittäter zu verwerten. Der Zeuge St. wusste aufgrund von Erzählungen und einer Massenschlägerei, die vor seiner Schule mal stattgefunden hatte, dass der Angeklagte Mitglied der „N. K.boys“ war, weswegen er zusätzlich Angst hatte.

32 2. Am Nachmittag des 15. Februar 2006 fuhr der Jugendliche T.V.T. mit der U-Bahn-Linie x Richtung ..., als er zwischen den U-Bahnhöfen ... und ... glaubte, dass sein Handy klingelte. Er nahm es aus seiner Tasche, was der Angeklagte, der in Begleitung des gesondert Verfolgten K. war, beobachtete. Spontan riss der Angeklagte dem Jugendlichen T.V.T. das Handy aus der Hand, um es für sich und seine „N. K.boys“ zu verwenden. Als der Geschädigte versuchte, sein Handy zurückzuerlangen, wurde dies durch Schläge des gesondert Verfolgten verhindert, während der Angeklagte mit dem Handy weglief.

33 3. Am 23. Februar 2006 gegen 14.30 Uhr stiegen die 14-jährigen Schüler W. und C. am U-Bahnhof ... von der Linie x in die Linie x um. Der Angeklagte näherte sich von hinten dem Zeugen C. und riss diesem das Handy der Marke „Nokia“ des Typs 6230i aus der Hand, um es für sich zu verwenden. Der Zeuge forderte daraufhin den Angeklagten auf, ihm das Handy zurückzugeben, was der Angeklagte dem Zeugen zusagte, wenn dieser mit in einen nahe gelegenen Hausflur komme. Daraufhin begaben sich die beiden in einen nahe gelegenen Hausflur und der Angeklagte nahm dort sein mitgeführtes Butterflymesser mit einer ca. 10 cm langen Klinge, machte das Messer auf und hielt es dem Zeugen C. mit der gesamten Klingenlänge derart an den Hals, dass das Messer die Haut berührte. Der Angeklagte drohte an, den Zeugen zu töten. Aus Angst um sein Leben wehrte sich der Zeuge nicht und der Angeklagte konnte mit dem Handy gehen. Noch neun Monate nach diesem Vorfall, nämlich in der Hauptverhandlung vom 16.11.2006, war der Zeuge von dem Erlebten derart beeindruckt, dass er Schwierigkeiten hatte, darüber zu reden. Durch Verdrängung versucht der Zeuge, dieses Erlebnis zu vergessen.

34 4. Am 25. Februar 2006 traf der Angeklagte am Sportplatz an der I.straße in N. auf die 15-jährigen Sch. und A. . Die Jugendlichen Sch. und A., die noch einen dritten Freund dabeihatten, wussten, dass der Angeklagte Mitglied der „N. K.boys“ war und hatten daher Angst vor ihm. Der Angeklagte zog den Jugendlichen Sch. in eine Ecke, während der Zeuge A. und der weitere Begleiter einige Meter weitergingen. In der Ecke durchsuchte der Angeklagte den Jugendlichen Sch. und sagte ihm, dass er einen Totschläger bei sich habe, den der Zeuge allerdings nicht sehen konnte, obwohl der Angeklagte ihn tatsächlich im Hosenbund seiner Jogginghose trug. Bei der Durchsuchung fand der Angeklagte eine Geldbörse und entnahm dieser, da ansonsten kein Geld vorhanden war, ein darin befindliches Kondom und steckte dies ein. Der Zeuge Sch. ließ die Durchsuchung aus Angst über sich ergehen. Im Anschluss an die Durchsuchung und die Wegnahme des Kondoms konnte der Jugendliche gehen, wobei er aufgefordert wurde, nunmehr seinen Freund A. zu dem Angeklagten zu schicken.

35 5. Der Benjamin A. ging nun ebenfalls in die Ecke, in der der Angeklagte stand und wurde dort von diesem durchsucht. Hierbei konnte der Zeuge A. den Totschläger, den der Angeklagte im Hosenbund trug, deutlich sehen und als Totschläger erkennen. Dennoch versuchte er sich gegen die Durchsuchung zu wehren, woraufhin der Angeklagte ihn mit den Worten bedrohte: „Nimm deine Hände weg, sonst hole ich meinen Totschläger heraus!“. Der Angeklagte nahm nun aus dem Portemonnaie des Zeugen A. 90 ct. und außerdem das Handy aus der Hosentasche der Marke „Nokia“ des Typs 6230i an sich, um die Gegenstände zu behalten. Ein späterer Versuch des Begleiters der Jugendlichen A. und Sch., von dem Angeklagten die Gegenstände zurückzuerlangen, missglückte. Einige Zeit nach der Anzeigenerstattung wurde der Zeuge A. von drei Jugendlichen angesprochen und gefragt, ob er der „B.“ sei und wurde daraufhin von diesen Personen bis zur S-Bahn begleitet, in die er einsteigen wollte. Auf dem S-Bahnhof wurde er konkret auf die Anzeige gegen den Angeklagten angesprochen und ihm gesagt, dass er nun vor die S-Bahn geworfen werde, was die drei Jugendlichen allerdings dann nicht taten. Sie begleiteten den Zeugen noch in den S-Bahnwagen. Dort wurde A. mehrmals im Beisein der nicht eingreifenden mitfahrenden Erwachsenen von den Jugendlichen geohrfeigt und aufgefordert, seine Anzeige zurückzunehmen. Seine Anzeige erhielt der Zeuge aufrecht.

36 6. Am 27. Februar 2006 gegen 21.45 Uhr befand sich der 15-jährige Schüler O. U. nach dem Sporttraining auf seinem Nachhauseweg und traf beim Verlassen der U-Bahn-Linie 8 an der Haltestelle ... am Ausgang ... auf den Angeklagten, der sich in Begleitung mit einem unbekannt gebliebenen weiteren Jugendlichen befand. Der Angeklagte forderte

einem unbekannt gebliebenen weiteren Jugendlichen befand. Der Angeklagte forderte den Jugendlichen U. auf, ihm sein Handy der Marke „Sony Ericsson“ des Typs K750i, das einen Wert von ca. 250,00 hatte, zu geben. Der Angeklagte hatte dieses Handy kurz vorher bei dem Jugendlichen gesehen. Der Zeuge U. verweigerte die Herausgabe, woraufhin der Angeklagte anfing, ihn zu durchsuchen. In der Jackentasche des Zeugen U. fand er dessen Handy und versuchte nun, es dem Zeugen zu entreißen. Da sich der Zeuge U. wehrte, zog der Angeklagte ein Springmesser mit einer Klingenlänge von ca. 10 cm mit einem grünen Griff und hielt das Messer dem Zeugen U. aus unmittelbarer Nähe vor den Körper. Aus Angst ließ daraufhin der Zeuge U. das Handy los. Der Begleiter des Angeklagten hatte sich an der Tat nicht beteiligt.

37 7. Am 26. März 2006 gegen 17.00 Uhr warteten der 13-jährige O. D. und der 14-jährige S. De. auf dem Bahnsteig des U-Bahnhofs ... auf den Zug, als der Angeklagte in Begleitung des gesondert Verfolgten A. S. und des strafunmündigen Kindes W. M. sie ansprach und aufforderte, zu einer nahe gelegenen Bank mitzukommen, was die beiden Jugendlichen taten. Dort wurden sie nun von dem Angeklagten und seinen Begleitern umzingelt. Das strafunmündige Kind durchsuchte zunächst den De., von dem er 1,90 nahm. Sodann durchsuchte es den anderen Jugendlichen, von dem es ein Handy der Marke „Samsung“ des Typs SGH D 500 sowie ein Apple i-Pod wegnahm, um die Gegenstände für sich und seine Begleiter zu verwenden. Die Geschädigten duldeten aus Angst vor den zahlenmäßig überlegenen Angreifern die Durchsuchung und Wegnahme.

38 8. Am 04. März 2006 wartete der 15-jährige S. auf den Bus an einer Haltestelle auf der Höhe des ... x in B.-K., als ihn der Angeklagte ansprach und fragte: „Hast du Geld dabei?“, worauf der Angesprochene sagte: „Ja, was nun?“. Daraufhin drohte der Angeklagte dem Jugendlichen S. an, dass, wenn er ihm das Geld nicht gebe, geschlagen werde. Aus Angst vor Schlägen gab ihm daraufhin der Jugendliche 5,00 €.

39 9. Am 05. März 2006 standen die 14-jährigen D. und P. auf dem Bahnsteig des S- Bahnhofes N., wo der P. mit dem Handy seines Begleiters D. Musik hörte. Dies beobachtete der Angeklagte und sprach deshalb die beiden an und sagte, dass er sie abstechen und schlagen werde, wenn sie ihm nicht das Handy geben. Aus Angst vor dieser Drohung übergaben die beiden dem Angeklagten das Handy, das er an sich nahm und für sich verwendete.

40 10. Am Morgen des 20. März 2006 befand sich der 15-jährige Schüler A. auf dem Zwischendeck des U-Bahnhofs ... auf dem Weg zur Schule, als ihn der Angeklagte, der sich in Begleitung von zumindest zwei weiteren Jugendlichen, von denen einer A. und ein anderer H. hießen, den Schüler A. aufforderte, ihm sein Handy der Marke „o2“ X7 Slider, was bautauglich mit dem „Samsung“ SGH 600 vergleichbar ist, zu geben. Aus Angst vor dem Angeklagten übergab der Zeuge diesem das Handy, womit der Angeklagte floh. Der Zeuge kannte den Angeklagten von einer anderen Tat, als der Angeklagte in Begleitung von weiteren unbekannt gebliebenen Jugendlichen kurz vor Silvester 2005/2006 den Zeugen in der M.straße wegen desselben Handys angesprochen hatte. Unter Androhung von Gewalt wurde damals der Zeuge A. von dem Angeklagten durchsucht. Der Angeklagte fand das Handy, das der Zeuge zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte, sah es allerdings als minderwertig an. Daher wurde der Zeuge von dem Angeklagten und seinen Begleitern bis vor dessen Haustür begleitet und aufgefordert, 10,00 aus der Wohnung zu holen, um dann als „Pfand“ das Handy zurückzubekommen. Außerdem wurde dem Zeugen noch mit auf den Weg gegeben, dass der Angeklagte Benzin vor die Tür der elterlichen Wohnung kippen wolle und diese „abfackeln“ werde, wenn der Zeuge irgendetwas seinen Eltern sage. Dennoch erzählte der Junge alles seinem Stiefvater, der nunmehr vor der Wohnung den Angeklagten zur Rede stellte und das Handy zurückbekam.

41 11. Weiterhin am 20. März 2006 sprach der Angeklagte, der sich in Begleitung der gesondert Verfolgten A. Y., I. K. und M.A. befand, den 15-jährigen C. an der U-Bahn-Linie x an der B.allee an und fragte ihn, ob er Geld habe. Dies verneinte der Jugendliche zunächst, woraufhin ihn der Angeklagte aufforderte, den MP3-Player herauszugeben, was der Angesprochene ebenfalls ablehnte. Erst unter dem Eindruck der Androhung, dass etwas Schlimmes passiere, wenn er nicht den Player übergebe, händigte der Jugendliche dem Angeklagten seinen MP3-Player aus. Der Angeklagte floh damit.

42 12. Am 23. März 2006 sprach der Angeklagte am U-Bahnhof N. den 16-jährigen K. an und fragte diesen nach der Uhrzeit. Als der Angesprochene daraufhin sein Handy herausnahm, um nach der Uhrzeit zu sehen, forderte ihn der Angeklagte auf, das Handy auszuhändigen. Da der Zeuge vorher von Bekannten vor dem Angeklagten gewarnt worden war, dieser außerdem in seiner Jacke „rumfummelte“, gab der Jugendliche aus Angst sein Handy der Marke „Sony Ericsson“ K700i dem Angeklagten, der dies dann für

Angst sein Handy der Marke „Sony Ericsson“ K700i dem Angeklagten, der dies dann für sich verwendete.

43 13. Am 29. März 2006 wartete der 15-jährige K. an der U-Bahn-Haltestelle B.allee auf die U-Bahn, als ihn der Angeklagte aufforderte, ihm seine Jacke zu geben. Der Angesprochene weigerte sich, woraufhin der Angeklagte ein silberfarbenes Klappmesser mit einer mindestens 5 cm langen Klinge herausholte und dem Angesprochenen vorhielt mit den Worten: „Ziehst du die Jacke aus, oder nicht? Sonst stech' ich dich ab!“. Nunmehr kam die U-Bahn an, in die der Angeklagte und der Jugendliche einstiegen. Als K. an der G.straße ausstieg, versperrte ihm der Angeklagte den Weg und sagte: „Entweder du ziehst die Jacke aus, oder ich steche deine Jacke ab. Vielleicht bekommst du dann auch etwas ab!“ und begann erneut, sein Messer zu ziehen. In diesem Moment sah der Jugendliche den Polizeibeamten B., der sich gerade nicht im Dienst befand, den der Jugendliche allerdings als Polizeibeamten kannte und bat diesen um Hilfe. Der Polizeibeamte zeigte daraufhin dem Angeklagten seinen Dienstausweis und durchsuchte ihn.

44 14. Am 29. März 2006 befand sich der Angeklagte auf dem Schulhof der O.-H.-Schule im Besitz eines schwarzen Klappmesser mit einer 15 cm langen Klinge.

45 Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Berlin vom 11. Juli 2006 - 47 Js 1163/06 -

46 1. Am 25. Januar 2006 gegen 14.00 Uhr saßen der 18-jährige N., der 17-jährige M. und der 15-jährige R. auf einer Bank auf dem R.platz, als der Angeklagte, der sich in Begleitung des gesondert Verfolgten K. befand, auf sie zutrat und ihr Geld verlangte. Der N. versuchte nun, sich zu entfernen, woraufhin ihn der Angeklagte gezielt gegen die linke Hüfte trat und ihn erneut aufforderte, Geld herauszugeben, andernfalls er mit einem Messer in den Bauch gestochen werde. In der Hosentasche des nunmehr verschüchterten N. fand der Angeklagte ein Handy, ließ es allerdings dem Geschädigten, nachdem dieser dem Angeklagten einen Euro ausgehändigt hatte.

47 2. Ebenfalls am 25. Januar 2006 gegen 14.25 Uhr folgte der Angeklagte auf Aufforderung eines Bekannten einer größeren Gruppe Jugendlicher, die in Richtung der R.-...schule rannte. Dort traf die Gruppe von ca. 30, überwiegend arabischen und mit Totschlägern, Messern und Eisenstangen bewaffneten Jugendlichen auf die drei türkischen Jugendlichen A. Y., O. E. und O. E. Die drei vor dem Schultor angetroffenen Y. und E. wurden von der großen Gruppe umringt, kurz angebrüllt, wobei sich einer aus der Dreiergruppe wegen einer möglichen Beleidigung oder Körperverletzung, die schon etwas zurücklag, entschuldigen sollte und wollte, und dann ohne weitere Diskussion geschlagen. Auf die zahlenmäßig unterlegenen Y. und E. wurde eingetreten, mit Fäusten ins Gesicht und mit den Totschlägern geschlagen. Der Angeklagte beteiligte sich an den Misshandlungen und stieß u. a. einem aus der Dreiergruppe kräftig mit seinem Kopf gegen dessen Kopf. Der Jugendliche Y. hatte aufgrund der Schläge für die Dauer einer Woche ein Hämatom am Auge, der Jugendliche O. E. Prellungen und blaue Flecken im Gesicht und am ganzen Körper.

48 3. Am 01. März 2006 gegen 17.00 Uhr stiegen der Angeklagte und der gesondert Verfolgte K. in den Bus und setzten sich zu dem 14-jährigen A. Y. Dieser war auf dem Heimweg von der Schule. Sie fingen mit dem Y. ein Gespräch an und fragten ihn u. a. nach seiner Nationalität. Als er daraufhin sagte, er sei Türke, bezeichnete ihn der Angeklagte als „Scheiß Türken“. Mit den Worten, er habe ein Messer und werde ihn abstechen, wenn er sich wehre, durchsuchte der Angeklagte nun den 14-jährigen Y., nahm aus dessen linken Hosentasche ein Handy der Marke „Samsung“ im Wert von ca. 500,00 bis 600,00 und steckte es ein, um es für sich zu verwenden. Außerdem fragte er den 14-jährigen nach seiner Schule, um ihn gegebenenfalls dort aufsuchen zu können, falls dieser die Polizei verständigen sollte. Der angesprochene Y. reagierte auf diese Frage nicht. Der Angeklagte und der gesondert Verfolgte K. verließen daraufhin den Tatort.

49 4. Am 13. Mai 2006 gegen 07.00 Uhr stieg der 16-jährige D. F. in der K.straße auf dem Weg zur Arbeit in den Bus der Linie M29. Im Oberdeck des Busses traf er dort auf den Angeklagten und den gesondert Verfolgten K. und das strafunmündige Kind W. M.. Die drei setzten sich zu dem 16-jährigen F., wobei einer von ihnen eine ca. 1 ½ Meter lange Stange, vermutlich aus einem Bettlattenrost, bei sich führte und diese wie eine Stichwaffe kurz vor den 16-Jährigen hielt. Gleichzeitig durchsuchten die anderen, die sich zu dem 16-jährigen F. gesetzt hatten, dessen Taschen und nahmen ihm ein Handy und einen MP3-Player weg. Außerdem gab ihm der Angeklagte eine sog. „Kopfnuss“, indem er mit seinem Kopf kräftig gegen den Kopf des Zeugen stieß. Bei der körperlichen Durchsuchung fanden der Angeklagte und seine Mittäter außerdem eine Halskette mit

Durchsuchung fanden der Angeklagte und seine Mittäter außerdem eine Halskette mit einem Davidstern bei dem Geschädigten und fragten ihn, ob er Jude sei, was dieser bejahte. Daraufhin beschimpften ihn der Angeklagte und seine Mittäter als: „Scheiß Juden“. Sie äußerten weiterhin, dass alle Juden Schweine seien und dass man Juden hasse. Dem Zeugen warfen sie vor, dass sein Vater im Krieg Palästinenser getötet habe, was dieser abstritt. Die Halskette mit dem Davidstern wurde David F. mit Gewalt vom Hals gerissen und weggeworfen. Danach stiegen der Angeklagte und seine Mittäter aus.

50 5. Am 21. Mai 2006 gegen 12.20 Uhr waren der Angeklagte und ein unbekannt gebliebener Begleiter auf dem U-Bahnhof G.allee. Dort saßen auf einer Bank die 13jährigen F. P., M. L. und der 12-jährige M. M. . Sie waren auf dem Weg zur Bibliothek, als der Angeklagte mit seinem unbekannt gebliebenen Begleiter die Jungen ansprach und sie aufforderte, ihre Taschen zu leeren und ihm Geld und Handys zu geben. Hierbei zog der Angeklagte einen Schlagring aus seiner Tasche und zeigte ihm den drei Jungen, um sie zu verängstigen und seiner Forderung Nachdruck zu verleihen. Der Angeklagte und sein unbekannt gebliebener Begleiter begannen nun, die drei eingeschüchterten Jungen zu durchsuchen, wobei sie bei P. ein Handy fanden und an sich nahmen, beim L. 5,00 und außerdem noch dessen Strickjacke herausforderten. Als der Zeuge P. sein Handy wiederhaben wollte, schlug ihn der Angeklagte ins Gesicht, woraufhin der Junge auf sein Handy verzichtete. Dann fragte der Angeklagte den Jungen M., welche Schuhgröße er habe. Nach der erteilten Auskunft verlangte er nun von dem eingeschüchterten Zeugen die Turnschuhe, die dieser trug. Unter dem Eindruck des Schlagrings und des erfolgten Schlages gegenüber seinem Freund zog der Zeuge M. die Turnschuhe aus, die er sich selbst von einem Freund geliehen hatte und übergab sie dem Angeklagten. Dieser zog die Turmschuhe sofort an und gab dafür dem Zeugen seine eigenen, minderwertigeren Schuhe. Außerdem gab der Angeklagte den Jungen M. und L. noch jeweils eine Ohrfeige mit der Begründung, dass er es ungerecht finde, wenn nur P. eine Ohrfeige erhalte. Danach mussten die Jungen in einen U-Bahn-Zug einsteigen und Richtung N. fahren. Der Zeuge M. traute sich später nicht, gegenüber seinen Eltern von der Tat zu berichten. Außerdem wurde er von seinem Freund, dessen Turnschuhe er an dem Tag getragen hatte, aufgefordert, Geld für die verlorenen Turnschuhe zu bezahlen. Teilweise kam er dieser Forderung nach. Erst in der Hauptverhandlung im November 2006 erfuhren seine Eltern von dem Umstand, dass ihr Sohn seinem Freund Geld als Wiedergutmachung gezahlt hatte.

51 6. Ebenfalls am 21. Mai 2006 gegen 20.30 Uhr forderte der Angeklagte aus einer Gruppe von ca. fünf Jugendlichen, darunter die gesondert Verfolgten K. und A., den 15-jährigen M. K. in der R. Straße auf, stehen zu bleiben und seine silberfarbene Halskette auszuhändigen. Als sich der Jugendliche weigerte, erhielt er einen Faustschlag ins Gesicht, die Kette wurde ihm von dem gesondert Verfolgten K. vom Hals gerissen und er wurde noch durchsucht. Aus der Hosentasche wurde ihm von dem Angeklagten ein Handy im Wert von ca. 300,00 genommen, das der Angeklagte für sich und seine Gruppe verwendete.“

II.

52 Spätestens im Januar 2006 war der Angeklagte Anführer der Jugendbande „N.-K.-Boys“ (NKB). Er beschloss in dieser Zeit, sich durch Raub- und Erpressungstaten Geld für seinen Lebensunterhalt zu beschaffen. Die Taten beging er dabei teilweise allein, teilweise mit wechselnden Mittätern bevorzugt in öffentlichen Verkehrsmitteln und deren Nahbereich. Als Opfer wählten er und seine jeweiligen Mittäter regelmäßig Kinder und andere Jugendliche aus, die sie teilweise mit Messern, Teleskopschlagstöcken sowie verbal massiv bedrohten. Teilweise fragte er seine Opfer auch nach ihrer Herkunft und verhielt sich insbesondere gegenüber türkischstämmigen Jugendlichen abwertend.

53 Erbeutet wurden regelmäßig Handys, die unmittelbar nach den Taten veräußert wurden, wobei der Verkaufserlös in den Fällen der gemeinschaftlichen Tatbegehung untereinander aufgeteilt wurde. Neben Handys waren auch MP3-Player und Bargeld begehrte Beute. Um seine Macht gegenüber den Opfern zu demonstrieren, gab er diesen häufig die SIM-Karten zurück, wobei er sie den zuvor Überfallenen vor die Füße warf. In Einzelfällen händigte er ihnen auch abgezähltes Kleingeld aus, damit sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause fahren konnten. In vielen Fällen drohte der Angeklagte die Überfallenen, sie abzustechen, sie zusammenzuschlagen oder sie zu töten, falls sie die Tat anzeigen würden.

54 Im Einzelnen beging der Angeklagte die folgenden Taten:

55 1. (Fall 1 der Anklageschrift)

56 Am 14. März 2006 gegen 14.45 Uhr sprach der Angeklagte, der sich in Begleitung des gesondert verfolgten Y. A. und eines unbekannten Mittäters befand, vor dem Eingang des U-Bahnhofes P. Allee in ... B. K.G. und E.S. an, wobei er sinngemäß äußerte: „Zeigt mal her, was ihr in den Taschen habt!“. Nachdem sich sodann K.G. erfolgreich gegen eine Durchsuchung gewehrt hatte, veranlasste der Angeklagte E.S. unter wiederholter Androhung von Schlägen, ihn zu einer abgelegenen Hausecke zu begleiten. Dort durchsuchte er E.S. und nahm dessen Geldbörse an sich, der er Bargeld in Höhe in Höhe von 5,-- Euro entnahm und dieses einsteckte. Den ebenfalls in der Kleidung des Opfers aufgefundenen MP 3-Player händigte der Angeklagte ihm wieder aus, da er nicht funktionierte. Anschließend beschimpfte der Angeklagte E.S. und dessen Begleiter mit den Worten „Scheiß Türken!“ und „Scheiß Kanaken!“.

57 2. (Fall 2 der Anklageschrift)

58 Nur wenige Minuten später trat der Angeklagte auf der Treppe zum Bahnsteig des U- Bahnhofes P. Allee K.G. in Verletzungsabsicht gegen dessen Rucksack. Der Tritt erfolgte von überraschend hinten, so dass der Zeuge nur durch Mühe einen Sturz verhindern konnte, bei dem er vier Stufen heruntergefallen wäre. Auf dem Bahnsteig griff er ihn sodann erneut an, indem er ihm einen dicken Ast gegen das Bein schlug, wodurch der Ast zerbrach. K.G. wurde hierdurch jedoch nicht verletzt. Anschließend warf der Angeklagte, der inzwischen in die U Bahn eingestiegen war, das verbleibende Stück des Astes in Verletzungsabsicht mit voller Wucht auf den noch auf dem Bahnsteig befindlichen M. K., traf diesen jedoch nur seitlich am Körper, ohne ihn zu verletzen.

59 3. (Fall 3 der Anklageschrift)

60 Am 17. März 2006 gegen 10.15 Uhr begaben sich der Angeklagte und der gesondert verfolgte A. auf der gemeinsamen Suche nach geeigneten Opfern zum Schulhof der E.- L.-Oberschule, M.straße ... in ... B.. Dort sprach der Angeklagte den H.M. an und forderte diesen unter Androhung von Schlägen zur Herausgabe des von ihm in der Hand gehaltenen Handys auf. Obwohl der Zeuge sein Handy „Sony Ericsson K750i“ krampfhaft festhielt, gelang es dem Angeklagten, ihm dieses zu entreißen. Als H.M. die Rückgabe des Handys forderte, drohte der Angeklagte ihm wiederholt den Einsatz eines Messers an. Währenddessen stand der gesondert verfolgte A. einsatzbereit unmittelbar neben dem Angeklagten und sicherte das Geschehen nach außen ab.

61 4. (Fall 6 der Anklageschrift)

62 Am 24. März 2006 gegen 08.40 Uhr begaben sich der Angeklagte, der gesondert verfolgte A. und ein weiterer unbekannter Mittäter auf ihrer gezielten Suche nach geeigneten Opfern zum Gelände der K. ...schule in ... B.. Dort sprachen sie die hinter dem Schulhofzaun stehenden P.H. und P.J. an und forderten diese in aggressiver Weise auf, zu ihnen zu kommen. Aus Angst vor dem ihnen als gewaltbereit bekannten Angeklagten kamen beide der Aufforderung nach und kletterten nacheinander über den Zaun, woraufhin der Angeklagte und seine Begleiter die beiden gemeinsam durchsuchten und dabei P.J. Kleingeld in Höhe von etwa 50 Cent und P.H. ein schwarzes Butterflymesser wegnahmen.

63 Anschließend äußerte der Angeklagte gegenüber P. H.: „Da du neu auf der Schule bist und heute nichts dabei hast, musst du jeden Freitag 50,-- Euro Schutzgeld zahlen“ und drohte ihm zugleich an, ihn „abzustechen“, sollte er sich an die Polizei wenden. Als sich P.H. wieder in Richtung Schule bewegte, rief ihm der Angeklagte sodann nach: „Ich steche dir in den Arsch!“. Dennoch stellte P.H. später Strafanzeige bei der Polizei. Zu einer Übergabe des verlangten Geldes kam es nicht.

64 5. (Fall 7 der Anklageschrift)

65 Ebenfalls am 24. März 2006, gegen 13.00 Uhr, traten der Angeklagte und der gesondert verfolgte A. in der S.straße in ... B. entsprechend ihrem gemeinsamen Tatentschluss an K. Ü. heran und veranlassten diesen, sie in einen schlecht einsehbaren Hausflur zu begleiten. Dort verlangte der Angeklagte mehrfach die Herausgabe des Handys des K. Ü. Als dieser sein Handy „Nokia 6230“ hervorholte, sich jedoch weigerte, es den beiden Tätern zu übergeben, hielt ihm der Angeklagte ein Butterflymesser ca. 10 cm vor den Bauch und nahm ihm gleichzeitig das Handy aus der Hand. Aus Angst vor dem Messer wehrte sich K. Ü. hiergegen nicht.

66 Bevor sich der Angeklagte und der gesondert verfolgte A. sodann mit dem Handy vom Ort entfernten, drohte der Angeklagte K. Ü. an, er werde „schon sehen, was passiert“, wenn er jemandem von dem Geschehen erzähle. Dennoch wandte sich K. Ü. an die

wenn er jemandem von dem Geschehen erzähle. Dennoch wandte sich K. Ü. an die Polizei.

67 6. (Fall 8 der Anklageschrift)

68 Am 27. März 2006 gegen 17.00 Uhr sprachen der Angeklagte und der gesondert verfolgte A. aufgrund ihres gemeinsamen Tatentschlusses in der S.allee in ... B. J.S.und M.P. an und forderten diese auf, sie zu begleiten. Alsdann zogen und schoben sie die Beiden in einen nahe gelegenen Hausflur. Dort hielt der Angeklagte, der der Wortführer war, ihnen ein Klappmesser vor, äußerte sinngemäß: „Ich kann euch ganz leicht mal in den Bauch stechen!“ und forderte die Herausgabe von Handys und Bargeld. Daraufhin durchsuchten die Täter die beiden Jugendlichen, wobei sie J.S. ein Handy „Samsung SGH D 600“ und Bargeld in Höhe von 40,-- Euro und M.P. ein Handy „Nokia 6230“ sowie Bargeld in Höhe von 10,-- Euro wegnahmen. Danach gab der Angeklagte den beiden Opfern abgezähltes Fahrgeld für die Rückfahrt.

69 Schließlich warnte der Angeklagte die Geschädigten wiederholt, die Polizei zu rufen, da er sie andernfalls „besuchen“ würde.

70 7. (Fall 10 der Anklageschrift)

71 Am 12. April 2006 gegen 15.00 Uhr begaben sich der Angeklagte, der gesondert verfolgte A. und ein unbekannter Mittäter in einem Bus der Linie M29 in Richtung B.-K. zwischen den Haltestellen S.allee und G. Bahnhof zu M. F. und J.K. und forderten von diesen