Urteil des AG Hagen vom 10.06.2005, 8 III 71/05

Entschieden
10.06.2005
Schlagworte
Vaterschaft, Geburt, Eltern, Abschiebung, Pass, Datum, Amtshandlung
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Amtsgericht Hagen, 8 III 71/05

Datum: 10.06.2005

Gericht: Amtsgericht Hagen

Spruchkörper: Zivilabteilung

Entscheidungsart: Beschluss

Aktenzeichen: 8 III 71/05

Tenor: Die Standesbeamtin des Standesamts T wird angewiesen, im Geburtenbuch des Standesamts T Nr. XXX ein Vaterschaftsanerkenntnis nicht beizuschreiben.

Gründe: 1

2Frau B hat am 15. Februar 2005 in T einen Sohn geboren, der im Geburtenbuch des Standesamts T Nr. XXX eingetragen worden ist. Die Personalien der Kindesmutter sind mangels Vorlage eines Passes mit dem Zusatz versehen: "Die Angaben über die Mutter sind dem ihr erteilten Ausweisersatz entnommen; die Richtigkeit der Angaben ist urkundlich nicht nachgewiesen". Der Geburtseintrag enthält keine Angaben über den Kindesvater.

3Herr B2 hat am 3.3.2005 vor dem Standesbeamten des Standesamts T die Vaterschaft zu dem am 15.2.2005 geborenen Kind anerkannt. Die Standesbeamtin hat Zweifel, ob sie dieses Vaterschaftsanerkenntnis im Geburtseintrag des Kindes beischreiben darf und den Vorgang dem Amtsgericht I zur Entscheidung vorgelegt.

4Die Standesbeamtin des Standesamts T war anzuweisen, das Vaterschaftsanerkenntnis nicht im Geburtseintrag beizuschreiben. Der Standesbeamte kann nach § 45 Abs. 2 PStG in Zweifelsfällen von sich aus die Entscheidung des Amtsgerichts darüber herbeiführen, ob eine Amtshandlung vorzunehmen ist. Soweit die Standesbeamtin meint, nach der von dem BayOBLG vertretenen Rechtsauffassung sei eine Beischreibung in dem vorliegenden Fall mit einem Zusatzhinweis auf die ungeklärte Identität des Kindesvaters zulässig, kann dem nicht gefolgt werden. Das BayOBLG hält eine solche Beischreibung mit einem Hinweis auf die ungeklärte Identität des Kindesvaters nur dann für zulässig, wenn die Vaterschaft an sich geklärt ist und nur die Identität des Vaters ungeklärt ist. Wenn auch die Vaterschaft ungeklärt ist, kommt die Beischreibung eines Vaterschaftsanerkenntnisses selbst bei geklärter Identität des Vaters nicht in Betracht und somit erst recht nicht bei ungeklärter Identität des Vaters. Im vorliegenden Fall ist die Vaterschaft für das Kind völlig ungeklärt. Solange die Identität der Kindesmutter nicht nachgewiesen ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau, die das Kind geboren hat, im Zeitpunkt der Geburt des Kindes mit einem anderen Mann verheiratet war. Ein Vaterschaftsanerkenntnis wäre dann unwirksam. Bei

Mann verheiratet war. Ein Vaterschaftsanerkenntnis wäre dann unwirksam. Bei ungeklärter Identität der Kindesmutter kommt die Beischreibung eines Vaterschaftsanerkenntnisses nicht in Betracht, da nicht nachgewiesen ist, dass sie im Zeitpunkt der Geburt ledig war. Es ist auch nicht ersichtlich, warum es der Kindesmutter unmöglich oder unzumutbar sein sollte, einen Pass ihres Heimatlandes zu besorgen bzw. vorzulegen. Wenn dies wie in vielen anderen Fällen auch aus aufenthaltsrechtlichen Gründen nicht geschehen sollte, um eine Abschiebung unmöglich zu machen oder zumindest zu erschweren, so müssten die Eltern die sich daraus ergebenden personenstandsrechtlichen Folgen hinnehmen.

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