Urteil des AG Gummersbach vom 30.03.2009, 10 C 221/08

Entschieden
30.03.2009
Schlagworte
Treu und glauben, Agb, Verbraucher, Dienstvertrag, Vergütung, Transparenzgebot, Registrierungsgebühr, Datum, Mitgliedschaft, Internetseite
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Amtsgericht Gummersbach, 10 C 221/08

Datum: 30.03.2009

Gericht: Amtsgericht Gummersbach

Spruchkörper: Abteilung 10

Entscheidungsart: Urteil

Aktenzeichen: 10 C 221/08

Tenor: Die Klage wird abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden der Klägerin auferlegt.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e 1

(Urteil kurzgefasst und ohne Tatbestand gemäß §§ 313 III; 313 a; 495 a ZPO). 2

Die Klage ist unbegründet. 3

4Die Klägerin hat gegen den Beklagten keinen Anspruch auf Zahlung von 206,95 aus § 611 BGB. Zwischen den Parteien ist kein entgeltlicher Dienstvertrag zustande gekommen. Es fehlte hier an der notwendigen Vergütungsvereinbarung. Die bei einer Registrierung auf einer Internet-Plattform zu zahlende Anmeldegebühr sowie der dann folgende Mitgliedsbeitrag muss ohne weiteres auf der Registrierungsseite erkennbar sein, ansonsten ist die entsprechende AGB-Klausel gemäß § 307 I BGB unwirksam. In ihren AGB wies die Klägerin zwar darauf hin, das Voraussetzung für die Anmeldung eine Registrierungsgebühr sowie die weitere Mitgliedschaft beitragspflichtig sei. Der weitere Hinweis, dass die Höhe der jeweiligen Gebühren einer anderen Internetseite zu entnehmen sei, benachteiligt jedoch den Verbraucher entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen und verstößt gegen das Transparenzgebot allgemeiner Geschäftsbedingungen. Es kann dem Verbraucher nicht zugemutet werden, versteckten Hinweisen auf eine Vergütungspflicht nachzugehen und erst nach Anklicken mehrerer Internetseiten das zu zahlende Entgelt, das immerhin einen Hauptbestandteil des Dienstvertrags darstellt, zu ermitteln. Die zu zahlende Vergütung muss vielmehr bereits bei Beginn des Registrierungsvorgangs klar und eindeutig erkennbar sein. Dies ist insbesondere dann zu fordern, wenn wie hier die Registrierung eine längerfristige vertragliche Bindung begründen soll.

5War bereits kein Dienstvertrag zwischen den Parteien geschlossen worden, sind auch die geltend gemachten weiteren Kosten unbegründet.

Die prozessualen Nebenentscheidungen folgen aus §§ 91; 708 Nr. 11; 713 ZPO. 6

Streitwert: 206,- 7

AG Gummersbach (kläger, höhe, gas, annahme, vertrag, bereicherung, verzug, abschluss, grund, vertragsschluss)

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