Urteil des AG Düsseldorf vom 25.08.2005, 51 C 8004/04

Aktenzeichen: 51 C 8004/04

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Amtsgericht Düsseldorf, 51 C 8004/04

Datum: 25.08.2005

Gericht: Amtsgericht Düsseldorf

Spruchkörper: Richterin

Entscheidungsart: Teilurteil

Aktenzeichen: 51 C 8004/04

Tenor: hat das Amtsgericht Düsseldorf

auf die mündliche Verhandlung vom 30. Juni 2005

durch die Richterin am Amtsgericht X

für R e c h t erkannt:

Das Teilversäumnisurteil vom 19. August 2004 wird aufrecht erhalten.

Die Kostenentscheidung bleibt der Schlussentscheidung vorbehalten.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

Die Vollstreckung aus dem Versäumnisurteil darf nur gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 2.000,00 fortgesetzt werden.

T a t b e s t a n d : 1

Die Klägerin begehrt Auskunft über das monatliche Nettoeinkommen der bei der Beklagten angestellten Frau X. Diese hat bei der Beklagten seit dem 13.02.2004 eine Festanstellung. Die Klägerin ist eine Gesellschaft, die sich mit Personaldienstleistungen beschäftigt. Sie begehrt von der Beklagten die Zahlung eines Vermittlungshonorars für die Vermittlung von Frau X.

3Diese war am 10.02.2003 in die Niederlassung der Klägerin in X gekommen und hat dort ein Bewerbungsgespräch absolviert. Es wurde ein Personalfragebogen ausgefüllt. Es sollte für Frau X eine Tätigkeit im Bereich Empfangssekretariat gesucht werden. Die Klägerin erstellte für Frau X ein Qualifikationsprofil.

4

Am 10.12.2003 fragte Frau X von der Beklagten bei der Klägerin telefonisch an, ob die Klägerin der Beklagten eine Empfangsdame vermitteln könne, wobei die Klägerin zu 2

diesem Zeitpunkt davon ausging, dass sie der Beklagten die Empfangsdame befristet überlassen solle.

5Am nächsten Tag fand ein Bewerbungsgespräch zwischen Frau X und der Mitarbeiterin der Beklagten, Frau X statt.

6Bereits am 12.02.2004 begann Frau X ihre Tätigkeit bei der Beklagten, jedoch nicht als Zeitarbeitskraft, sondern als fest angestellte Mitarbeiterin.

7Die Klägerin verlangt aus diesem Sachverhalt ein Honorar. Sie betont, ohne ihre Vermittlung wäre ein Kontakt zwischen der Beklagten und Frau X niemals entstanden. Die Klägerin habe ihre übliche Maklertätigkeit entfalten, so dass sie das übliche Honorar in Höhe des zweifachen Nettolohns nebst Mehrwertsteuer beanspruchen könne. Dementsprechend sei die Beklagte auskunftspflichtig. Es komme nicht darauf an, dass zunächst die Rede davon gewesen sei, dass Frau X lediglich als Zeitarbeitskraft zur Verfügung gestellt werden solle. Der weitere Hergang der Geschehnisse, nämlich die Festanstellung von Frau X bei der Beklagten, beruhe gleichfalls auf ihrer Vermittlungstätigkeit und tangiere deshalb die ihr hieraus resultierenden Ansprüche nicht.

8Im Termin am 19.08.2004 ist Teilversäumnisurteil ergangen, gegen das die Beklagte Einspruch eingelegt hat.

Die Klägerin beantragt, 9

das Teilversäumnisurteil aufrecht zu erhalten. 10

Die Beklagte beantragt, 11

das Teilversäumnisurteil aufzuheben und die Klage zur Gänze abzuweisen. 12

13Sie betont, Frau X habe der Klägerin nicht als Zeitarbeitskraft zur Verfügung gestanden. Es sei so gewesen, dass sich Frau X am 10.02.2004 bei mehreren Zeitarbeitsfirmen, darunter auch der Klägerin, lediglich unverbindlich nach der Verfügbarkeit einer Zeitarbeitskraft für den Empfangsbereich erkundigt habe. Es sei ausdrücklich eine Zeitarbeitskraft gesucht worden, nicht aber die Vermittlung einer fest anzustellenden Arbeitnehmerin. Dementsprechend sei auch die Frage einer etwaigen Vermittlungsprovision gar nicht anzusprechen gewesen. Man habe ihr, der Beklagten, zwar Frau X als Interessentin genannt, dies jedoch offenbar vorschnell, denn es habe sich nach einem Anruf bei Frau X herausgestellt, dass sie sich die Möglichkeit der Anstellung bei einem anderen Arbeitgeber habe offenhalten wollen und sich außerstande gesehen habe, ihr Erscheinen am nächsten Tag zuzusagen. Sie, die Beklagte, habe deshalb zunächst die Entscheidung zugunsten einer anderen Arbeitnehmerin als Zeitarbeitskraft getroffen. Im Laufe des späten Abends des 10. Februar habe diese andere Zeitarbeitskraft jedoch abgesagt. Daraufhin habe sich Frau X noch einmal mit Frau X in Verbindung gesetzt, um sie dazu zu bewegen, doch für die Beklagte tätig zu werden. Daraufhin habe Frau X sich bereit erklärt, am nächsten Tag probehalber für die Beklagte zu arbeiten, was sodann zu der Festanstellung bei der Beklagten geführt habe.

Wegen der weiteren Einzelheiten des Vortrags der Parteien wird auf die gewechselten 14

Schriftsätze nebst Anlagen Bezug genommen.

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e : 15

16Zunächst ist festzustellen, dass der Einspruch der Beklagten gegen das am 8. September 2004 zugestellte Versäumnisurteil rechtzeitig ist. Der Einspruch ist am 13. September 2004 bei Gericht eingegangen und hat deshalb die 2-Wochen-Frist gewahrt.

17Der Vortrag der Beklagten ist jedoch unerheblich, so dass sie zur Auskunftserteilung hinsichtlich des Frau X gezahlten Entgelts zu verpflichten ist.

18Die Beklagte ist allein durch die Benennung seitens der Klägerin an die Personalien der Frau X gelangt. Die Vermittlung der Klägerin ist kausal dafür, dass die Beklagte nunmehr Frau X beschäftigt. Es kann keinen Unterschied machen, ob Frau X zunächst als Zeitarbeitskraft bei der Beklagten arbeiten sollte. Die Tatsache, dass Frau X nunmehr bei der Beklagten fest angestellt ist, ändert nichts daran, dass der Vertrag zwischen der Beklagten und Frau X durch die Vermittlungstätigkeit der Klägerin zustande gekommen ist.

19Es mag sein, dass sich zunächst Frau X schwer damit getan hat, sich zugunsten der Beklagten festzulegen, da sie noch das Ergebnis einer anderen Bewerbung abwarten wollte. Dies ändert an der Vermittlung durch die Klägerin jedoch nichts. An der Vermittlung der Klägerin ändert sich auch nichts dadurch, dass die Mitarbeiterin der Beklagten, als sich herausstellte, dass die zunächst ins Auge gefasste Arbeitskraft nicht würde anfangen können, nicht bei der Klägerin, sondern bei Frau X direkt angerufen hat.

20Die Beklagte als Aktiengesellschaft kann sich nicht darauf zurückziehen, sie habe lediglich unverbindlich bei Zeitarbeitsfirmen nach der Vermittlung von Arbeitskräften angefragt. Bei entsprechenden Telefonaten zwischen Kaufleuten und dem sodann herbeigeführten Erfolg in Form der Vermittlung einer Arbeitskraft liegt es auf der Hand, dass eine entsprechende Provision zu zahlen ist. Dies ergibt sich bereits aus den §§ 612 und 632 BGB. Auch wenn nicht konkret über ein der Klägerin zustehendes Honorar gesprochen worden ist, ändert dies an der Zahlungsverpflichtung der Beklagten nichts. Sowohl im Dienstvertragsrecht 612 BGB) als auch im Werkvertragsrecht 632 BGB) gilt, dass eine Vergütung als stillschweigend vereinbart gilt, wenn die Herstellung des Werkes den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist. Die Zurverfügungstellung einer Arbeitskraft durch eine Aktiengesellschaft, die sich mit Personaldienstleistungen beschäftigt, kann nur erwartet werden gegen Zahlung einer Vergütung, deren Höhe die Beklagte unstreitig gelassen hat.

Die Entscheidung zur vorläufigen Vollstreckbarkeit beruht auf §§ 709 Satz 3 ZPO. 21

Streitwert für den Auskunftsanspruch: 1000,00 3 ZPO) 22

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