Urteil des AG Bonn vom 01.04.2008, 2 C 384/07

Entschieden
01.04.2008
Schlagworte
Firma, Fahrzeug, Abrechnung, Gebühr, Sachschaden, Reparaturkosten, Befragung, Unterzeichnung, Verkehrsunfall, Sachverständigenkosten
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Amtsgericht Bonn, 2 C 384/07

Datum: 01.04.2008

Gericht: Amtsgericht Bonn

Spruchkörper: 2. Zivilabteilung

Entscheidungsart: Urteil

Aktenzeichen: 2 C 384/07

Schlagworte: Kosten des Sachverständigen (nach Verkehrsunfall).

Sachgebiet: Recht (allgemein - und (Rechts-) Wissenschaften

Tenor: Die Beklagte wird verurteilt, an das Sachverständigenbüro B F - Kontonummer #######, BLZ ######## bei der T L 102,09 Euro nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 25.05.2007 sowie an den Kläger außergerichtliche Rechtsanwaltsgebühren in Höhe von 51,64 Euro zu zahlen.

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits tragen der Kläger zu 68 % und die Beklagte zu 32 %.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

- ohne Tatbestand gemäß § 313 a Absatz 1 ZPO

[Der Tenor wurde wegen eines offensichtlichen Diktatfehlers, der bei der Unterzeichnung des Urteils unbemerkt blieb, durch Beschluss des Amtsgerichts Bonn vom 29.04.2008 - gl. Az. - um die Kostenentscheidung ergänzt.]

E n t s c h e i d u n g s g r ü n d e : 1

Die Klage ist hinsichtlich der Erstattung der restlichen Sachverständigenkosten von 102,09 Euro nebst Zinsen sowie in Höhe außergerichtlicher Rechtsanwaltsgebühren in Höhe von 51,64 Euro begründet; im übrigen ist sie unbegründet.

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Dem Kläger steht gegen die Beklagte hinsichtlich der restlichen noch offenen Honorarforderungen des von ihnen zur Schadensfeststellung beauftragten Sachverständigenbüros B F noch ein Erstattungsanspruch in Höhe von 102,09 Euro zu. 2

4Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme ist davon auszugehen, dass die dem Kläger seitens des Sachverständigen P unter dem 05.04.2007 ausgestellte Honorarrechnung in Höhe von insgesamt 544,84 Euro letztlich nicht zu beanstanden ist. Die Festsetzung des Grundhonorars auf Basis des Schadensumfanges ist möglich und zulässig. Sie liegt der Höhe nach im mittleren Bereich des nach der BVSK- Honorarbefragung 2005/2006 unter der Rubrik HBIII geführten Rahmens. Auch die vom Gutachter P berechneten Nebenkosten liegen dies ergibt sich aus den nachvollziehbaren Ausführungen des Sachverständigen Dipl. Ing. U in dessen in der mündlichen Verhandlung mündlich erstatteten Gutachten zwar über dem im Rahmen der BVSK Befragung 2005/2006 jeweils errechneten Durchschnittsbetrag, insgesamt jedoch jeweils immer noch innerhalb des nach dem Ergebnis der BVSK Honorarbefragung aufgestellten Kostenrahmens. Somit ist die Rechnung des Sachverständigen P sowohl hinsichtlich der einzelnen Positionen als auch hinsichtlich des Gesamtbetrages insgesamt der Höhe nach noch als üblich und angemessen anzusehen. Dem Kläger steht daher insoweit ein Anspruch auf Erstattung gegen die Beklagte im vollem Umfang zu.

5Demgegenüber hat die Beklagte hinsichtlich der Höhe der seitens des Gutachters P veranschlagten Reparaturkosten zu Recht Abzüge bei den Stundenverrechnungssätzen sowie bei den Lackierungskosten in Höhe von 9,60 Euro bzw. 208,20 Euro, mithin insgesamt 217,80 Euro vorgenommen. Insoweit steht nach den nachvollziehbaren Ausführungen des Sachverständigen U, denen sich das Gericht anschließt, fest, dass es im Bereich des Wohnsitzes des Klägers, dem Raume Bonn, verschiedene autorisierte Fachwerkstätten gibt, die die Arbeitsstunde für die Durchführung der nach dem streitigen Unfallereignis am PKW des Klägers erforderlich gewordenen Karosseriearbeiten mit 83,00 Euro abrechnen. Zwar liegen die Stundenverrechnungssätze der regionalen Fiat- Fachbetriebe auch dies ergibt sich aus den gutachterlichen Feststellungen mehrheitlich oberhalb dieses Betrages von 83,00 Euro. Jedoch hätte der Kläger sein Fahrzeug auch zu einem Stundensatz von 83,00 Euro in einer autorisierten regionalen Fachbetrieb fachgerecht wiederherstellen lassen können. Auch hinsichtlich des Lackiermaterials und der Lackierungskosten wäre so nachvollziehbar die Ausführungen des Gutachters ein Betrag von 861,90 Euro, wie von der Beklagten zugrundegelegt, ausreichend, um die erforderlichen Arbeiten bei der autorisierten Fiat- Firma T1 im Bonner Raum fachgerecht durchführen zu lassen. Zwar ist der Kläger auch bei fiktiver Abrechnung seines Unfallschadens berechtigt die Sätze autorisierter Fachwerkstätten für die Schadensberechnung zugrunde zu legen. Da indessen auch zu den von der Beklagten bei der Schadensabrechnung angesetzten Lohnverrechnungssätzen und Lackierungskosten eine fachgerechte Behebung des dem Kläger durch den Unfall entstandenen Sachschaden durch eine autorisierte Fachwerkstatt möglich gewesen wäre, ist der materielle Schaden des Klägers mit diesen von der Beklagten kalkulierten und entsprechend gezahlten Beträgen ausgeglichen. Insoweit steht dem Kläger ein darüber hinausgehender Schadensersatzanspruch nicht zu.

6Der Kläger hat schließlich Anspruch auf Erstattung der ihm vorgerichtlich zur Geltendmachung seiner Forderung entstandenen Rechtsanwaltsgebühren. Diese bemessen sich nach einem Streitwert bis zu 300,00 Euro, so dass sich unter Zugrundelegung einer 1,3 Gebühr unter Addition der Unkostenpauschale insoweit ein Gesamtbetrag von 51,64 Euro brutto ergibt.

Der Zinsanspruch betreffend den berechtigten Anspruch in Höhe von 102,09 Euro ergibt 7

sich aus dem Gesichtspunkt des Verzuges.

Die Nebenentscheidungen beruhen auf den §§ 92, 708 Nr. 11, 713 ZPO. 8

Streitwert: 319,89 Euro 9

AG Bonn: provision, beschädigung, geschäft, gewalt, akte, datum, abrechnung, vollstreckbarkeit, verzug, kapitän

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