Rechtsanwalt Axel Hellinger

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53111, Bonn
Rechtsgebiete
Steuerrecht Mediation IT-Recht
15.01.2018

ESCROW plus für die savedroid ICO

Die savedroid AG hat mich gebeten, das Escrow für die aktuelle ICO zu übernehmen. Die wichtigsten Punkte hierzu – auch der Scam Scan – sind im Folgenden aufgelistet.

I. Über die savedroid AG und savedroid Token

Die savedroid AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Frankfurt. Kerngeschäft ist eine App, die unter anderem über Gamification beim Sparen hilft. Man kann dabei Ziel, Zeitraum und Art des Sparens festlegen und die App sorgt dafür, dass die Beträge vom eigenen Girokonto zum Sparen beiseite gelegt werden.

In Zukunft will savedroid auch das Investieren in Cryptogeld ermöglichen. Daher ist es naheliegend, dass man diese Entwicklung mit Hilfe einer ICO umsetzt.

Alles weiteren Details kann man direkt auf der Savedroid ICO Website finden.

II. Scam Scan

Wenn ich für ein Projekt Escrow übernehmen soll, prüfe ich immer ein paar Faktoren ab, um die Gefahr von Scam für die Geldgeber zu reduzieren.

1. Verifizierung via Videochat

Nach umfangreichen Telefonaten und Emailverkehr hat sich Herr Marco Trautmann — Gründer und COO — in einem Videochat verifiziert.

2. Bewertung des Whitepapers/Businessplans

Die Bewertung des Whitepapers/Businessplans erfolgt summarisch. Es erfolgt generell keine Aussage über die Erfogsaussichten. Das ist nicht Aufgabe des Escrow.

Ich habe mir hierzu die Dienstleistung, das Team und das Geschäftsmodell angeschaut. Es fanden sich keine typischen Anhaltspunkte für Scam.

3. Exotische Risiken für Investoren

Über die typischen Risiken einer ICO hinaus war nichts Auffälliges zu erkennen. Die ICO findet in Deutschland statt. Die deutsche Jurisdiktion bietet einen leicht überdurchschnittlichen Schutz der Token-Käufer im Verhältnis zu den anderen ICOs an. Die Token selbst sind als eine Art Gutschein ausgestaltet.

4. Historie/ WWW-Tracks

Das durchführende Unternehmen existiert gemäß Handelsregister seit 2015.  Die Bilanzen sind im Register hinterlegt. Leider hat die savedroid AG nur sehr verkürzte Versionen veröffentlicht, so dass ich hieraus schwer eine Aussage ziehen kann.

Die in diesem Projekt involvierten Verantwortlichen sind medial über einen langen Zeitraum und stark vernetzt. Das spricht ebenfalls gegen ein Scam-Risiko.

5. Fazit

Anhaltspunkte, die auf Scam hindeuten könnten, bestehen nicht. Ein solches Risiko wird von mir als unwahrscheinlich eingestuft.

III. Durchführung des Escrow

1. Umfang

Im Rahmen der ICO betreue ich die Gelder, die als Bitcoins oder Ether eingezahlt wurden.
Dies sind die Konten

Ethereum classic: 0x3e5dCcE17765928400ee4A4B8905E1DD9F42a00f

Bitcoin segwit: 37TSifbNfWVnrLWFtJjDRftVyTPcEH6wSt

Bitte beachten, dass auch diese Website ebenfalls gehackt werden kann. Daher bitte nicht ungeprüft von meiner Website aus investieren, sondern erst nach Verifizierung bei savedroid.

2. Versicherung

Meine Tätigkeit als Treuhänder ist von meiner Berufshaftpflicht bis 1.500.000 EUR pro Einzelfall und 3.000.000 EUR pro Jahr gedeckt.

Näheres findet sich in den allgemeinen Mandatsbestimmungen.

3. Weiterleitung an den Token-Issuer

Sobald savedroid die savedroid-Token den Käufern gesendet hat, kann savedroid die in den Treuhandwallets verwahrten Coins anteilig anfordern. Dies ist schon zur Laufzeit der ICO möglich.

Die jeweiligen Käufer haben ab Anforderung eine Woche Zeit, einer Weiterleitung zu widersprechen, soweit sie keine Token erhalten haben.

Ich werde diese Anforderung an mich via Twitter und im offiziellen Bitcointalk-Thread bekannt geben.

Sollte ich einen Widerspruch erhalten, werde ich mich um eine einvernehmliche Lösung bemühen.

4. Hinweise für einen Refund

Jeder Token-Käufer hat für den Fall eines Refunds die Obliegenheit, nachzuweisen, dass die Coins (ETH/BTC) von ihm gesendet wurden. Hierzu reicht es grds. aus, dass man von der Sendeadresse (Wallets) aus eine signierte Nachricht schicken kann. Das direkte Senden von ETH/BTC aus einer Exchange ist daher für einen evtl. Refund problematisch.

Es besteht nachträglich noch weitere Möglichkeiten, sich zu verifizieren. Das Risiko, mangels Verifizierung keinen Refund zu bekommen, trägt dann allerdings der Token-Käufer.

Der Klarstellung halber: Diese Verifizierung ist nur für den Fall notwendig, dass der Tokenkauf rückgängig gemacht werden muss (z.B. weil man nach der Deadline Kryptogeld gesendet hat).

Viel Glück für alle Teilnehmer!

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