§ 5 Technische Anforderungen an abschaltbare Lasten - AbLaV

Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten

Technische Anforderungen an abschaltbare Lasten AbLaV - Technische Anforderungen an abschaltbare Lasten

(1) Ungeachtet weiterer Anforderungen aus dieser Verordnung können abschaltbare Lasten nur dann Präqualifikationen nach § 9 durchlaufen und an Ausschreibungsverfahren gemäß § 8 teilnehmen, wenn

1.
die insgesamt angebotene Abschaltleistung nachweisbar mindestens 50 Megawatt beträgt (Mindestleistung) und
2.
die Abschaltleistung nachweisbar
a)
innerhalb von einer Sekunde automatisch frequenzgesteuert bei Unterschreiten einer vorgegebenen Netzfrequenz und unverzögert ferngesteuert durch den Betreiber des Übertragungsnetzes (sofort abschaltbare Lasten) oder
b)
innerhalb von 15 Minuten ferngesteuert durch den Betreiber des Übertragungsnetzes (schnell abschaltbare Lasten)
in gemäß Nummer 3 notwendigem Umfang herbeigeführt werden kann (technische Verfügbarkeit) und
3.
der Abruf der Abschaltleistung nachweisbar erfolgen kann für die Dauer von
a)
mindestens jeweils 15 Minuten zu einem beliebigen Zeitpunkt mehrmals am Tag in beliebigen Abständen bis zur Dauer von einer Stunde pro Tag mindestens viermal die Woche, wobei bei Erreichen der Dauer von einer Stunde pro Tag zwischen den Abschaltungen an zwei Folgetagen mindestens zwölf Stunden liegen müssen, oder
b)
mindestens vier Stunden am Stück zu einem beliebigen Zeitpunkt einmal alle sieben Tage, wobei zwischen den Abschaltungen mindestens 48 Stunden liegen müssen, oder
c)
mindestens acht Stunden am Stück zu einem beliebigen Zeitpunkt einmal alle 14 Tage, wobei zwischen den Abschaltungen mindestens sieben Tage liegen müssen, und
4.
der Abruf nachweisbar für mindestens 16 Stunden im Erbringungszeitraum herbeigeführt werden kann und
5.
die Abschaltleistung nach den Nummern 1 bis 4 grundsätzlich an allen Tagen bis auf maximal vier Tage pro Monat zur Verfügung gestellt werden kann (technische Mindestverfügbarkeit) und
6.
vom Anbieter sichergestellt werden kann, dass die Einspeiseleistung von Erzeugungseinrichtungen im Bilanzkreis der abschaltbaren Last infolge des Abrufs der Abschaltleistung nicht verringert wird.

(2) Die Mindestleistung aus Absatz 1 Nummer 1 muss von einer oder in Summe von maximal bis zu fünf Verbrauchseinrichtungen, die im Wirkungsbereich eines Höchstspannungsknotens liegen, erreicht werden, wobei mehrere Verbrauchseinrichtungen ein Konsortium bilden und durch einen in der Vereinbarung zu benennenden Konsortialführer vertreten werden (Zusammenlegung). Das Konsortium wird bei einer Ausschreibung als einzelner Anbieter behandelt.

Jur. Abkürzung
AbLaV
Kurztitel
Verordnung zu abschaltbaren Lasten
Langtitel
Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten
Veröffentlicht
28.12.2012
Standangaben
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 16.6.2016 I 1359
Sonst: Die V tritt gem. § 19 Satz 2 am 1.1.2016 außer Kraft; die Geltung dieser V ist durch § 19 Satz 2 idF d. Art. 1 V v. 18.12.2015 I 2356 über den 31.12.2015 hinaus bis zum 30.6.2016 u. durch § 19 Satz 2 idF d. Art. 1 V v. 16.6.2016 I 1359 über den 30.6.2016 hinaus bis zum Inkrafttreten einer neuen Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten und spätestens bis zum 30.9.2016 verlängert worden
Fundstellen
2012, 2998: BGBl I