Urteil des LG Bonn vom 01.07.2005, 37 QS 24/05

Entschieden
01.07.2005
Schlagworte
Programm, Firma, Software, Daten, Buchhaltung, Beratung, Anleitung, Unternehmen, Strafrecht, Steuerhinterziehung
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Landgericht Bonn, 37 QS 24/05

Datum: 01.07.2005

Gericht: Landgericht Bonn

Spruchkörper: 7. große Strafkammer

Entscheidungsart: Beschluss

Aktenzeichen: 37 QS 24/05

Vorinstanz: Amtsgericht Bonn, 51 Gs 233/05

Sachgebiet: Recht (allgemein - und (Rechts-) Wissenschaften Strafrecht

Tenor: Die Beschwerde vom 17.05.2005 gegen den Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Bonn vom 15.02.2005 (51 Gs 233/05) wird zurück gewiesen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und ihre Auslagen trägt die Beschwerdeführerin.

Gründe: , 1

Die Beschwerde ist unbegründet. 2

3Der beanstandete Durchsuchungsbeschluss ist rechtmäßig. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird zunächst auf die Gründe des angegriffenen Beschlusses verwiesen.

4Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin lag ein Anfangsverdacht der Steuerhinterziehung gegen sie vor.

5Dieser ergibt sich zwar nicht allein aus dem Erwerb des Computerprogramms "DCash" für den gemeinsamen Frisörbetrieb in C durch ihren Ehemann am 10.05.99. Denn dieses Programm versprach auch bei legalem Einsatz einen Nutzen für den Frisörbetrieb.

6Der Anfangsverdacht ergibt sich jedoch daraus, dass der Frisörbetrieb der Beschwerdeführerin in der Datei des Unternehmen D GmbH als sogenannte " T - Kundin" geführt wurde. ".

7Bei der sogenannten "T "- Software handelt es sich um ein Zusatzprogramm der Firma D GmbH, das in Verbindung mit dem Programm "DCash" zur Manipulation der Daten in der Buchhaltung diente. Dieses Programm wurde nicht bei allen Kunden installiert, sondern stellte eine Sonderfunktion dar.

8Wie sich aus Zeugenaussagen ergibt, wurde dieses Programm gesondert angepriesen, und es fanden hierzu besondere Schulungen statt. Daneben existierte hierzu ein Leitfaden mit besonderer Anleitung "Wenn das Finanzamt kommt". Auch ergibt sich aus Zeugenaussagen, dass die Firma D GmbH anlässlich von Betriebsprüfungen bei ihren Kunden auch eine telefonische Beratung darüber vornahm, welche Daten wie gesichert bzw. gelöscht werden mussten. Es handelte sich somit um eine eindeutig zur Steuerverkürzung geschaffene Software.

9Da eine solche Zusatzsoftware mit dieser speziellen Funktion von dem Betrieb der Beschwerdeführerin erworben wurde, erscheint es naheliegend, dass sie anschließend auch entsprechend mit dem Ziel der Umsatzsteuerreduzierung eingesetzt wurde.

10Dieser Anfangsverdacht gegen die Beschwerdeführerin hat sich im übrigen inzwischen auch dadurch erhärtet, dass konkrete Aufzeichnungen der Firma D GmbH zu den Akten gelangt sind, wonach auf Wunsch der Firma "Haarmoden A " am 23.8.99 und 27.10.00 Schulungen zur " T "- Software stattfinden sollten.

LG Bonn (fahrzeug, kläger, beschlagnahme, stpo, höhe, zug, käufer, rückabwicklung, wohnsitz, kaufvertrag)

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