Urteil des BGH vom 04.06.2002, 3 StR 143/02

Entschieden
04.06.2002
Schlagworte
Strafkammer, Begründung, Bestand, Erwägung, Beweismittel, Alter, Verteidigung, Stpo, Antrag, Vergewaltigung
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BUNDESGERICHTSHOF

BESCHLUSS

3 StR 143/02

vom

4. Juni 2002

in der Strafsache

gegen

wegen versuchter Vergewaltigung u.a.

Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 4. Juni 2002 einstimmig beschlossen:

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Itzehoe vom 28. August 2001 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und

die den Nebenklägerinnen im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend zu den Ausführungen des Generalbundesanwalts

bemerkt der Senat:

Das Landgericht hat den Hilfsbeweisantrag der Verteidigung

auf Einholung eines weiteren Sachverständigengutachtens zur

Glaubwürdigkeit der Nebenklägerinnen mit der Begründung

abgelehnt, es besitze insoweit selbst die erforderliche Sachkunde (UA S. 21). Dies ist nicht ohne weiteres damit vereinbar,

daß die Strafkammer nach der eigenen Würdigung der Aussagen der Nebenklägerinnen ausgeführt hat, daß die "nachvollziehbaren und widerspruchsfreien" Feststellungen der zunächst beauftragten Sachverständigen die Glaubwürdigkeit der

Geschädigten "stützen". Dies gefährdet jedoch den Bestand

des Urteils nicht, da der Senat ausschließen kann, daß das

Landgericht ohne diese ergänzende Erwägung die Glaubwür-

digkeit anders beurteilt hätte. Die Strafkammer durfte sich bei

den keine besonderen Auffälligkeiten aufweisenden Geschädigten im Alter von 17 bzw. 19 Jahren, deren Aussagen durch

weitere Beweismittel gestützt worden sind, ohne Rechtsfehler

selbst die erforderliche Sachkunde zutrauen.

Tolksdorf Rissing-van Saan Winkler

Pfister Becker

Ausgefertigt:

als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle des Bundesgerichtshofs

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 278/01 vom 17.10.2001

Urteil vom 17.10.2001

2 ARs 245/01 vom 17.10.2001

Leitsatzentscheidung

NotZ 39/02 vom 31.03.2003

Anmerkungen zum Urteil