Tarifvertrag

für gesamtes Bundesgebiet

Tarifvertrag über Erschwernis- und Gefahrenzulagen für alle Betriebe der Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik-Industrie sowie alle Betriebe der Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik des Metallhandwerks für Baden-Württemberg

Zwischen dem

Industrieverband Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik Baden-Württemberg e. V. Burgenlandstr. 44/D, 70469 Stuttgart

und der

Industriegewerkschaft Metall Bezirksleitung Stuttgart

wird folgender

Tarifvertrag über Erschwernis- und Gefahrenzulagen

vereinbart:

§ 1 Geltungsbereich

1. a) räumlich: für die Regierungsbezirke Nordwürttemberg, Nordbaden und Südwürttemberg- Hohenzollern des Landes Baden-Württemberg nach dem Stand vor dem 31.12.1971;

b) fachlich: für alle Betriebe der Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik-Industrie sowie alle Betriebe der Heizungs-, Klima-, Sanitärtechnik des Metallhandwerks, die selbst oder deren Inhaber Mitglied des oben aufgeführten Arbeitgeberverbandes sind;

c) persönlich: für alle gewerblichen Arbeiter.

2. Der Tarifvertrag setzt die Mindestbedingungen zur Regelung der Arbeitsverhältnisse aller in diesen Betrieben beschäftigten Arbeiter fest.

§ 2 Erschwernis- und Gefahrenzulage

1. Für schmutzige oder gefährliche Arbeiten werden Erschwernis- oder Gefahrenzulagen gezahlt.

2. Die Höhe der Zulage wird in eine Prozentrelation zum jeweils gültigen Ecklohn gebracht und in der nachstehenden Zulagentafel festgesetzt.

3. Es werden folgende Zuschläge gezahlt: a) je Stunde 12,5 %,

_______________________________________________________________ Rechtsanspruch auf diesen Tarifvertrag haben nur Mitglieder der IG Metall Mitglied werden: http://www.bw.igm.de

mindestens aber täglich 100 % eines Ecklohnes für folgende Arbeiten:

(1) Arbeiten an im Gebrauch gewesenen Kesseln, Kesselgliedern, Boilern, Schmutzwasserpumpen oder an Wärmetauschern.

(2) Entrußen von Rauchzügen oder Füchsen, oder Verlegung von Rohrleitungen in Rauchkanälen, oder Arbeiten im Innern von Kesseln oder Feuerungsanlagen.

(3) Abmontieren isolierter Rohrleitungen, oder Isolieren von Leitungen, oder Arbeiten an gebrauchten, stark verrosteten Heizkörpern oder Rohren.

(4) Kessel auskochen mit Chemikalien, oder Arbeiten in Gießereien, oder Arbeiten in chemischen Fabriken (Neubauten ausgenommen).

(5) Arbeiten in überschwemmten oder verschlammten Räumen oder Gruben. (Der Arbeitgeber hat entsprechende Schutzkleidung zu stellen.)

(6) Arbeiten in Räumen mit über 40� C, oder Arbeiten in Innenräumen von Behältern (auch in standortgeschweißten Tanks), bei denen Hitze, Gas oder Rauchentwicklung auftritt.

(7) Arbeiten in Kanälen oder Kriechkellern bis zu 1,80 m Höhe.

(8) Anbringen von Isolierungen aus Glas- oder Steinwolle für Deckenstrahlungsheizungen, sowie Isolieren von Luftkanälen aller Art.

(9) Arbeiten mit Teer, Bitumen, Schwefelzement oder anderen teer- oder schwefelhaltigen Stoffen. Trennen von Asbestzementrohren mit der Trennscheibe.

(10) Arbeiten mit Presslufthammer, Elektrohammer (ausgenommen kombinierter Bohr- und Schlaghammer), Mauerfräse oder Bolzenschussapparat. (Der Arbeitgeber hat die entsprechenden Gehörschutzmittel zu stellen). Beim Zusammentreffen mehrerer Zuschläge für dieselbe Arbeit ist nur eine Zulage zu zahlen.

b) je Stunde 75 %, mindestens aber täglich 100 % eines Ecklohnes für Arbeiten in Abort- und Senkgruben, oder Arbeiten an gebrauchten Klosettanlagen (Klosett, Pissoir), einschließlich Abflussröhren oder Abzweiganlagen.

c) je Stunde 25 %, mindestens aber täglich 100 % eines Ecklohnes für Färben von Metallen.

d) je Stunde 200 %, mindestens aber täglich 150 % eines Ecklohnes

_______________________________________________________________ Rechtsanspruch auf diesen Tarifvertrag haben nur Mitglieder der IG Metall Mitglied werden: http://www.bw.igm.de

für Arbeiten an Abwasseranlagen in Krankenhäusern, Heilstätten, Abdeckereien, oder Arbeiten an Fett- oder Ölabscheidern, sowie in Räumen mit der Gefahr radioaktiver Strahlungen, oder Arbeiten, bei denen Ansteckungsgefahr besteht. (Arbeiten in noch nicht in Betrieb genommenen Neubauten ausgenommen.)

e) Arbeiten an Hängegerüsten, auf fahrbaren Gerüsten ab 4 m Höhe, auf Außengerüsten ab 10 m Höhe, an Fahrstühlen, Blitzschutzanlagen über Traufkanten, bei Turmarbeiten je Stunde 12,5 % bei einer Höhe von über 15 m je Stunde 18,75 % bei einer Höhe von über 25 m je Stunde 25 %, mindestens aber täglich 100 % eines Ecklohnes. Beim Zusammentreffen mehrerer Zulagen ist nur eine Zulage, und zwar die höhere, zu zahlen.

§ 3 Sonstige Erschwernisse und Gefahren

Für schmutzige, gefährliche, erschwerte oder außergewöhnliche Arbeiten, die in § 2 nicht ausdrücklich genannt sind (z. B. Schweißen oder Löten mit Kupfer, Blei oder anderen Arbeiten) ist zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung eine Zulage durch Betriebsvereinbarung analog diesem Tarifvertrag zu vereinbaren.

§ 4 Inkrafttreten und Kündigung

1. Dieser Tarifvertrag tritt am 1. November 1996 in Kraft .

2. Die Tarifvertragsparteien sind sich darüber einig, dass dieser Tarifvertrag Bestandteil des noch zu vereinbarenden Manteltarifvertrages wird.

3. Dieser Tarifvertrag kann mit einer Frist von 4 Wochen auf Monatsende gekündigt werden.

Stuttgart, den 5. November 1996

Industrieverband Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik Baden-Württemberg e. V.

Hempel Unruh

Industriegewerkschaft Metall Bezirksleitung Stuttgart

Zambelli Paszehr

_______________________________________________________________ Rechtsanspruch auf diesen Tarifvertrag haben nur Mitglieder der IG Metall Mitglied werden: http://www.bw.igm.de

Berechtigung fehlt

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Meta

Thema:
Gebäudeausrüstung
Datum:
05.11.1996
Schlagworte
Erschwerniszulage, Gefahrenzulage, Heizung, Klima, Sanitär, Tarifvertrag