Rechtsanwalt Jan Gerth

Rechtsanwalt, Fachanwalt für IT-Recht, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz bei IT-Kanzlei Gerth
Rechtsgebiete: IT-Recht, Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht und Medienrecht
Ort: 33813 Oerlinghausen
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Rechtsanwalt Jan Gerth
Rechtsanwalt, Fachanwalt für IT-Recht, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz bei IT-Kanzlei Gerth


Angesichts der nun schon seit Jahren abgeflauten Berichterstattung könnte man meinen, dass Filesharing-Verfahren im Grunde keine Rolle mehr spielen. Fakt ist allerdings, dass dem Thema lediglich kaum noch Aufmerksamkeit zuteil wird, die Zahl der Betroffenen aber keineswegs geringer geworden ist - teilweise sind sogar neue Rekordzahlen zu verzeichnen.


Die Verwendung klassischer Filesharing-Plattformen für die Verbreitung beziehungsweise des Bezug von Inhalten hat durchaus an Bedeutung verloren. Immerhin sind viele Nutzer inzwischen auf die erschwinglich und gut nutzbaren Streaming-Angebote der Medienindustrie umgestiegen. Und wer dort nicht fündig wird, landet meist bei Share-Hostern, die für den Nutzer zumindest juristisch wesentlich ungefährlicher sind als die Verwendung von BitTorrent.


Da verwundert es ein wenig, dass insbesondere in den USA die Zahl der Klagen plötzlich wieder sprunghaft zunimmt. Nach Auswertungen der öffentlich zugänglichen Gerichtsunterlagen kommt die Redaktion des Magazins TorrentFreak auf über 1700 Klagen, die binnen der ersten sechs Monate wegen Urheberrechtsverletzungen über Filesharing-Netze angestrengt wurden. Die meisten richten sich gegen den klassischen einzelnen John Doe, es geht also gegen private Internet-Nutzer, deren Namen erst noch von den Providern in Erfahrung gebracht werden müssen.


Im vergangenen Jahr verzeichnete man in den USA hingegen 1019 entsprechende Fälle - der Wert wurde nun also schon in der Hälfte der Zeit sehr deutlich übertroffen. Allein im zweiten Quartal dieses Jahres wurden demnach 1011 neue Klagen dieser Art eingereicht, was die höchste je verbuchte Zahl ist. Selbst in der Hochphase der Auseinandersetzung ging es doch trotz hoher Zahlen weniger um die Masse, als darum, mit einzelnen Beispielen eine abschreckende Wirkung zu entfalten. Der bisherige Quartalsrekord stammt daher auch erst von Anfang 2015, as es 902 Fälle gab.


Filesharing is for...

In den Listen der Kläger tauchen derweil die Namen der großen Hollywood-Studios und der Major Labels kaum noch auf. Diese haben schlicht kaum ein Interesse daran, die Rechtsabteilung damit zu beschäftigen, einen kleinen vierstelligen Betrag von privaten Nutzern abzuknöpfen, wenn damit keine größere Strategie unterfüttert wird. Stattdessen tauchen vor allem zwei Namen auf: Malibu Media und Strike 3 Holdings. Ersterer ist schon seit Jahren ein sehr aktiver Kläger. Zweiterer hingegen ist noch recht neu in dem Bereich unterwegs. Das Geschäft beider Unternehmen besteht ansonsten in der Vermarktung von Porno-Produktionen.


In der ganzen Liste der aktuellen Klagen taucht ohnehin nur ein Rechteverwerter auf, der nichts mit der Adult-Industrie zu tun hat. Eine Firma namens Bodyguard Productions reichte ein gutes Dutzend Klagen wegen der Verbreitung des Films "The Hitman's Bodyguard" ein. Das wirft letztlich auch ein Licht darauf, welche Inhalte im Filesharing heute die dominante Rolle spielen.


In Europa lassen sich solche Zahlen nicht so einfach erheben, da die Gerichtssysteme hier wesentlich intransparenter sind. Allerdings dürfte es hier wesentlich weniger Klagen geben, was unter anderem daran liegt, dass beispielsweise in Deutschland die meisten Fälle nur bis auf die Stufe der Abmahnung kommen und es nie zu einem Verfahren vor einem Gericht kommt.



Gewerblicher Rechtsschutz IT-Recht, Urheberrecht und Medienrecht,

http://oerlinghauser-it-recht.blogspot.com/2018/07/zahl-der-filesharing-klagen-auf-rekord.html

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